Das Literatur-Cafe
von literaturcafe.de
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Podcast-Beschreibung
literaturcafe.de ist der Treffpunkt fuer Autoren und Leser und alle, die verrueckt nach Buechern sind. Im monatlichen Podcast des Cafes gibt es Tipps, Interviews, Berichte, Kurzgeschichten, Gedichte und Kritiken. Kurzweilige Infos fuer Leser und Autoren, ausgezeichnet mit dem 1. Deutschen Podcast-Award. Im Maerz 2011 verwandelte sich unser Podcast in den Buchmesse-Podcast direkt aus Leipzig mit Gespraechen von der Messe. Diesmal mit Arno Geiger, Mathieu Carrière, Thomas Glavinic, Wolfgang Herles (ZDF) u.v.a.m. English: literaturcafe.de (The Literature-Cafe) is a German website for authors and readers and everybody who is mad about books. You will find tips, interview, reports, short-stories, poems and reviews in our award-winning podcast. Entertaining informations for readers and writers.
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Roger Willemsen im Interview: »Wir werden den Kopf schütteln darüber, was wir alles mit unseren Daten erlaubt haben« | Hier ist es endlich: das Gespräch mit Roger Willemsen von der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Drei neue Taschenbücher, ein Hörbuch und der Arche Musikwoche-Kalender tragen in diesem Bücherherbst den Namen Roger Willemsen. Für seine Verhältnisse ist das fast wenig. Doch Willemsen stand in den letzten Monaten gut 100 Mal mit »Die Enden der Welt« auf der Bühne. Wie schafft man es, jeden dieser Auftritte so intensiv zu gestalten, als wäre er einmalig. Und was hat Roger Willemsen mit dem Abenteurer, Schriftsteller und Goldsucher Jack London gemeinsam? Und warum ist Facebook alles andere als ein Abenteuer? All das hören Sie in dieser Podcast-Folge. »Man muss auf der Bühne großherzig sein, denn das Publikum ist es auch« Das alljährliche Gespräch mit Roger Willemsen auf der Frankfurter Buchmesse ist ein fester Bestandteil des literaturcafe.de-Podcasts. Seit wir 2005 den Buchmesse-Podcast zum ersten Mal präsentiert haben, ist Willemsen jedes Jahr als Interviewgast mit dabei gewesen. In der ersten Ausgabe legendär unterbrochen durch Reinhold Messner. 2010 fand das Gespräch erstmals nicht auf der Messe, sondern hinter der Bühne des Karlsruher Tollhauses statt. Kurz danach stand Willemsen auf dieser Bühne und präsentierte sein damals gerade erschienenes Buch »Die Enden der Welt«. Wer Roger Willemsen mit seinem Erzählprogramm live erlebt hat, der ist erstaunt, wie spontan das alles wirkt, wie gekonnt er mit dem Publikum plaudert und wie intensiv er von seinen Reiseerlebnissen berichtet, als fiele ihm all das gerade erst wieder ein. Dabei füllte er damit mittlerweile an die 100 Mal die Veranstaltungssäle. Willemsens Rezept ist einfach: Man müsse auf der Bühne großherzig sein, denn das Publikum sei bereits großherzig gewesen, indem es eine Eintrittskarte gekauft habe und zum Veranstaltungsort gefahren sei. Außerdem müsse man nicht den Text, sondern die Situation rekapitulieren. Ein Jahr später ist »Die Enden der Welt« schon als Taschenbuch erhältlich. Doch es sind noch zwei andere Taschenbücher bei S. Fischer erschienen, bei denen Willemsen als Herausgeber fungiert. Jack London: Paten- und Seelenverwandtschaft Zum ist da eine Sammlung mit 14 Erzählungen von Jack London, die Willemsen zusammengestellt hat. Mit Jack London verbinden viele Menschen Alaska und den Goldrausch, vielleicht auch den Seewolf, der vielen durch die berühmte Kartoffelszene in der Verfilmung mit Raimund Harmsdorf bekannt ist. London hatte ein bewegtes Leben und wurde doch nicht älter als 40 Jahre. Was fasziniert Roger Willemsen an Jack London? London habe seine Jugend geprägt. Sein Werk sei überwiegend nicht erfunden, sondern erfahren. Es sei eine Art Patenschaft, sagt Willemsen, die er mit dieser Anthologie als lebender Autor für den verstorbenen Kollegen übernommen habe. Wenn wir bei diesem Bild bleiben, dann ist William Lithgow das zweite Patenkind von Roger Willemsen. Auch Lithgow war ein Weltreisender Anfang des 17. Jahundert, wenngleich er der großen weiten Welt gegenüber eigentlich gar nicht aufgeschlossen und alles andere als gutherzig war. Und dennoch - oder gerade deswegen - findet Willemsen Lithgows Reiseberichte interessant, zumal dieser Mensch Dinge gesehen hat, die es heute nicht mehr gibt. Wann erscheint ein Autorenratgeber von Roger Willemsen? Wenn sich Roger Willemsen so viel mit anderen Schriftstellern beschäftigt, wäre es da nicht an der Zeit, einen Schreibratgeber zu verfassen? Schreibratschläge von Willemsen in Buchform würden ihm doch sicherlich aus den Händen gerissen werden. Als Beilage zum Jubiläumsband der Neuen Rundschau zum 125. Geburtstag des S. Fischer Verlags hat Willemsen »13 Regeln für Schriftsteller« zusammengestellt hat. Die lauten beispielsweise: Sitzen Sie gerade. Am besten, Sie suchen auch innerlich nach einer Haltung, die noch nicht da war. Streichen Sie die Hälfte aller spontan kommenden Adjektive, nennen Sie Cognac niemals eine »scharfe, bernsteinfarbene Flüssigkeit | 20.12.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Apocalypsis-Autor Mario Giordano: »Das Publikum will sich die Geschichte nicht selbst erzählen« – Buchmesse-Podcast 2011 | »Apocalypsis« heißt ein ungewöhnlicher Serienroman von Bastei Lübbe, der im Oktober 2011 auf der Frankfurter Buchmesse recht ungewöhnlich vorgestellt wurde. Der Weltuntergangs- und Papstthriller erscheint bis Anfang 2012 in wöchentlichen Folgen als App, E-Book und Hörbuch. Im Mittelpunkt steht der Text – aber nicht der Autor, dessen Namen man auf den digitalen Covern vergeblich sucht! Mario Giordano hat sich die Story ausgedacht. Der in Köln lebende Autor ist es gewohnt, Geschichten im Team zu gestalten. Wir haben mit Mario Gioardano über seine »Web-Novel« gesprochen. Ungewöhnlich anders: Verlag sucht Autor »Apocalypsis« entstand nicht auf dem Weg, auf dem ein Autor sein Manuskript dem Verlag üblicherweise anbietet: In diesem Fall hat der Verlag einen Autor gesucht! »Apocalypsis« sollte das erste große Projekt des neu gegründeten Verlagsbereiches »Lübbe Entertainment« sein. Ganz klar: ein Verlagsprodukt – also textbasierend - und dennoch angereichert mit Bildern, Videos, Tönen und kleinen spielerischen Elementen. Über das Projekt haben wir anlässlich der sakralen Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse bereits berichtet. Bildergalerie: Die Präsentation von »Apocalypsis« auf der Buchmesse 2011 Mario Giordano, der im Übrigen nicht mit Ralph Giordano verwandt ist, wirkt zurückhaltend und bescheiden. Neben zahlreichen Kinderbüchern hat er etliche Drehbücher geschrieben - unter anderem für den ARD-Tatort. Zudem schrieb er die Romanvorlage »Black Box« zum Film »Das Experiment« mit Moritz Bleibtreu: Auch hier verfasst Giordano die Drehbuchumsetzung selbst. Er ist es gewohnt, dass man als Autor nicht immer in der ersten Reihe steht. »Wir können neue Erzählformen nicht am Reißbrett entwickeln« Eine Geschichte multi- bzw. transmedial zu erzählen - das hatte Giordano schon immer gereizt. »Interactive Storytelling«, so Mario Giordano, »alle reden davon, keiner weiß wirklich, wie man's machen könnte, und keiner traut sich so richtig ran.« Er habe immer geglaubt, so was ließe sich am ehesten im Film oder beim Fernsehen umsetzen - bis Bastei auf ihn zukam: Giordano lobt die Entschlossenheit des Verlages, der nicht unerheblich in das Projekt investierte. »Wir können neue Erzählformen nicht am Reißbrett entwickeln, wir müssen sie einfach ausprobieren«, sagt Giordano. Die zwölf Folgen von Apocalypsis sind bereits fertiggestellt. Auf Nutzer- oder Leser-Rückmeldungen kann also nicht direkt reagiert werden. Würden Giordano auch interaktive Elemente mit Publikumsbeteiligung reizen? Sicherlich, sagt Giordano. Doch: Trotz Leser-Einmischung ist er überzeugt davon, dass ein Autor die Fäden in der Hand halten sollte. »Das Publikum will sich die Geschichte nicht selbst erzählen«, meint der Autor. Viel Spaß beim Anhören des Interviews mit Apocalypsis-Autor Maria Giordano! | 30.11.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Kathrin Passig und Aleks Scholz über das neue Lexikon des Unwissens – Buchmesse-Podcast 2011 | Kathrin Passig und Aleks Scholz haben zusammen mit Kai Schreiber »Das neue Lexikon des Unwissens« erstellt. Der erste Band des Lexikons erschien 2007. Im Gespräch mit Kathrin Passig und Aleks Scholz wollte Wolfgang Tischer wissen, ob das Unwissen in diesen vier Jahren zugenommen hat, was die beiden von E-Books halten, wie sozial Lesen sein sollte und ob der weibliche Orgasmus nicht doch bildzeitungskompatibel ist. Vielleicht ist der weibliche Orgasmus und warum es ihn gibt der Grund, warum sie jetzt weiterlesen. Daher sei an dieser Stelle erwähnt, dass diesem Thema in der Tat im neuen Lexikon des Unwissens nachgegangen wird. Denn »weil er Spaß macht« und »aus Gerechtigkeit, denn Männer haben schließlich auch einen« sind für die Natur keine Argumente. Doch genug zu diesem Thema, wer mehr wissen möchte, sollte sich das neue Lexikon des Unwissens kaufen. Der weibliche Orgasmus und die weiblichen Brüste werden in diesem Interview nur erwähnt, um die Pressekompatibilität solcher Themen aufzuzeigen, so wie es im ersten Band des Lexikons bereits mit dem Schnurren von Katzen war. Tatsächlich täusche der Eindruck nicht, so Aleks Scholz, dass man ansonsten im zweiten Band bei einigen Themen tiefer eingestiegen sei. Außerdem kümmere man sich auch um Themen, von denen der normale Mensch vielleicht gar nicht weiß, dass es darauf noch keine Antwort gibt - geschweige denn, wie sie heißen. Ein Beispiel hierfür ist »Benfords Gesetz«. Dieses besagt, dass bei zusammengetragenen Zahlen, seien es Baseball-Statistiken, Geldbeträge, Postadressen oder Flusslängen, die Zahlen mit einer 1 am Anfang dominieren. Von Kathrin Passig und Aleks Scholz wollte der Interviewer auch wissen, warum es zum neuen Lexikon des Unwissens nur ein »normales« E-Book gibt und keines mit bunten Bildern oder Filmchen. Klare Aussage von Kathrin Passig: Das Internet sei das bessere »Enhancement« zu jedem Buch. Daher solle man dies nicht im E-Book nachbauen. Lediglich Verlinkungen aus dem Buch heraus wären interessant, meint Aleks Scholz. Und auch das zweite »Buzzword« der Buchmesse 2011 ist Thema im Gespräch: Was halten die Autoren vom »Social Reading« oder gar der Möglichkeit, dass Leser direkt mit dem Autor in Kontakt treten können? Hier, so bekennt Kathrin Passig, habe sich ihre Meinung im letzten halben Jahr doch geändert. Wie genau, das hören Sie im Interview. Viel Spaß! [amazon Keyword=passig+schreiber+neue+lexikon+unwissens] | 11.11.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Nicholas Denissen von Amazon übers Selbstverlegen für den Kindle – Buchmesse-Podcast 2011 | Nicholas C. Denissen ist Vice President Media bei Amazon Deutschland. Zum Bereich Media gehört das Buchgeschäft, Musik, Film, Videospiele - und natürlich die Kindle-E-Books. Seit April 2011 wird der Kindle-Reader direkt von Amazon Deutschland ausgeliefert, und seit Anfang Oktober ist zusätzlich der 99-Euro-Kindle erhältlich. Wir habe uns im Gespräch mit Nicholas C. Denissen natürlich speziell für das KDP-Programm interessiert, über das Autoren ihre Bücher selbst für den Kindle anbieten und verkaufen können. Das KDP-Programm steht allen Autoren offen und startete ebenfalls im April 2011 in Deutschland. Wie man eigene Bücher bei Amazon veröffentlicht, darüber habe wir bereits im literaturcafe.de ausführlich berichtet und sogar ein eigenes E-Book herausgebracht. Jahrelang war Amazon überhaupt nicht auf der Frankfurter Buchmesse mit einem eigenen Stand vertreten. Im Jahre 2011 stelle man in Halle 8 zwischen den internationalen Verlagen an einem Mini-Stand den Kindle und das KDP-Programm vor. Wie immer hält sich Amazon sehr bedeckt, was klare Einschätzungen und Stellungnahmen angeht. Auf die Frage, ob man mit der Entwicklung des KDP-Programms in Deutschland zufrieden sei, verweist Denissen auf die Amazon-eigenen Bestsellerlisten, in denen sich zwischen Verlagstiteln auch immer wieder E-Books von Selbstverlegern befinden, was zeige, dass die Leser hier neue Autoren entdecken können und es auch tun. »Wir sind in Sachen E-Book und Kindle noch ganz am Anfang« Wie stellt Amazon die Qualität der selbst veröffentlichten Titel sicher? Auch hier vertraut Amazon auf die Macht der Leser, die über ihr Kaufverhalten und die Bewertungsmöglichkeiten die guten Titel selbst ermitteln. Amazon gewährleiste die Angebotsvielfalt und stelle die notwendigen Infos bereit, um eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen. Was kommt demnächst in Deutschland? Die Modelle mit Touchscreen? Der Fire? Auch hier hält sich Nicholas C. Denissen bedeckt: Man sei in Sachen Kindle in Deutschland noch ganz am Anfang. Viel Spaß beim Hören des Interview mit Nicholas C. Denissen, Vice President Media bei Amazon Deutschland! | 4.11.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Über Lesekreise: Ein Gespräch mit Thomas Böhm – Buchmesse-Podcast 2011 | Thomas Böhm war Programmleiter für das Gastland »Island« auf der Frankfurter Buchmesse 2011. Im kommenden Jahr wird er die gleiche Funktion beim Internationalen Literaturfestival in Berlin ausüben. Davor war er jahrelang Programmleiter des Kölner Literaturhauses. Wir blicken im Gespräch mit Thomas Böhm zunächst zurück auf den Gastlandauftritt Islands, der in diesem Jahr tatsächlich von Land und Literatur und nicht von politischen Verwerfungen geprägt war. Thomas Böhms Leidenschaft jedoch sind Lesekreise. Darüber hat er sogar ein ganzes Buch geschrieben: »Das Lesekreisbuch« ist Anleitung und kompetenter Ratgeber für alle, die mit anderen Menschen über Bücher sprechen sollen. Leidenschaft für Lesekreise Wenn Thomas Böhm von Lesekreisen erzählt, dann spürt man seine Begeisterung. Für ihn hat das Thema nichts mit den Vorurteilen zu tun, in denen man vielleicht über 60-Jährige nachmittags in der Stadtbücherei über Heine und Rilke reden sieht. Das Großartige sei, dass man selbst jederzeit einen Lesekreis gründen könne und die Regeln für seinen Kreis bestimme, so Böhm. Über Jahre hinweg tausche man sich mit zunächst fremden Menschen über Bücher aus. Über die Zeit lerne man so nicht nur die Bücher, sondern auch die Lesekreisteilnehmer immer besser kennen, und sie werden zu Freunden. Der sanfte Druck, bis zum nächsten Treffen ein Buch oder einen Teil daraus lesen zu müssen, kann zudem sehr positiv sein. Denn wo sonst hat man die Möglichkeit, endlich einmal über ein Buch zu sprechen, dass man gerade liest? Vom Lesekreis zum Social Reading Lesekreise waren das Buzzword der Frankfurter Buchmesse 2011, auch wenn sie unter dem Namen »Social Reading« daherkamen und beim Thema E-Books immer wieder gerne genannt wurden. Denn theoretisch - und teilweise auch schon praktisch - erlauben es die mobilen Geräte, sich textlich direkt bei der Lektüre auszutauschen. Dies kann entweder mit fest definierten Personen oder aber mit einem beliebigen Kreis erfolgen. Der Vorzug des analogen Lesekreises Was hält Thomas Böhm von dieser neuen digitalen Form des Lesekreises? Böhm bleibt diplomatisch, findet es toll, wenn Menschen auch diese Möglichkeit nutzen, doch man merkt im Gespräch mehr als deutlich, dass es für ihn gerade der persönliche Kontakt zu den Menschen ist, der Lesekreise ausmacht. Das Lesekreisbuch - Umfassender Ratgeber für Literatur und Psyche Böhms Lesekreisbuch sei allen ans Herz gelegt, die sich über ihre Lektüre mit Gleichgesinnten austauschen wollen. Das Werk behandelt alle Aspekte, die bei der Organisation eines Lesekreises wichtig sind. Der Autor geht u. a. auf die Fragen ein, wie man passende Teilnehmer für die eigene Leserunde gewinnt, wo sich der Lesekreis treffen könnte und wie man die geeigneten Bücher findet. Als Bonus stellen Prominente wie Denis Scheck oder Elke Heidenreich ihre persönlichen Lesekreis-Leselisten vor. Schweigende und Wichtigtuer: Wie redet man über Bücher? Wichtig ist der Aspekt der Gesprächsführung selbst. Wie redet man über Bücher? Wie geht man mit Menschen um, die sich in den Vordergrund drängen wollen? Da ist psychologisches Fingerspitzengefühl gefragt. Amüsant ist Thomas Böhms Typencharakterisierung von Lesekreisteilnehmern. Da gibt es beispielsweise Vielredner und Schweigende, Logiker und mit Problemen Belastete, es gibt Besserwisser und Ablenkende. Das Gespräch mit Thomas Böhm fand am Buchmesse-Samstag im Pavillon des Gastlands Island statt. Wir wünschen viele Spaß beim Anhören - und vielleicht ja demnächst in Ihrem Lesekreis! [amazon Keyword=boehm+lesekreisbuch] | 24.10.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Forum Blog: Mitschnitt der Diskussionsrunde um Blogs und Verlage – Buchmesse-Podcast 2011 | Zu einer Diskussionsrunde um Internet, Verlage und Blogs hatte am Samstag die Frankfurter Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem literaturcafe.de eingeladen. Obwohl man dazu an den internationalen Verlagen vorbei bis in die hintere Ecke der Halle 6.1 kommen musste, fanden sich weit über 80 Zuhörer ein, um das Gespräch zu verfolgen. Wie nutzen Verlage das Web zur Kommunikation mit dem Leser? Wie wehrt man die hohe Nachfrage nach Rezensionsexemplaren ab? Und warum funktionieren Twitter und Facebook nicht immer? Hören Sie den Mitschnitt der Veranstaltung im Podcast des literaturcafe.de. Nur wer in Communities einzahlt, bekommt auch etwas heraus Vor der Diskussionsrunde über Blogs und Verlage begrüßte Moderator Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de zwei ganz spezielle Gäste: Kathrin Passig und Aleks Scholz berichteten aus Autorensicht über ihre Erfahrungen mit Verlagen und dem Marketing ihres Buches. Passig und Scholz sind nicht nur Blogger und Internet-Profis, sie lasen auch beide sehr erfolgreich beim Bachmann-Wettbewerb und waren auf der Messe, um »Das neue Lexikon des Unwissens« zu präsentieren, das bei Rowohlt erschienen ist. Nicht weil ihre Berichte auf der Buchmesse geheim bleiben sollen, sondern schlichtweg, weil das Aufnahmegerät noch nicht lief, fehlt im Mitschnitt leider der Anfang des Gesprächs. Daher sei glücklicherweise darauf verwiesen, dass alle, die sich fürs neue Lexikon des Unwissens interessieren, demnächst auf literaturcafe.de ein ausführliches Interview mit den beiden anhören können. Gerade noch rechtzeitig lief die Aufnahme bei der Frage, was Kathrin Passig und Aleks Scholz den Autoren als Web-Aktionen empfehlen können, die keinen Vertrag bei Rowohlt haben und ihr Werk vielleicht im Alleingang z.B. als Kindle-Buch veröffentlicht haben. Erfolgsrezepte kennt natürlich keiner, doch Kathrin Passig brachte es auf den Punkt, dass man in die Communities erst etwas einzahlen müsse, um wieder etwas herauszubekommen. Wer erst dann Twitter, Facebook & Co nutze, wenn er etwas zu verkaufen habe, zuvor aber dort nie präsent war, der wirke wenig glaubwürdig. Nach diesen Spezialgästen ging es weiter mit der größeren Diskussionsrunde. Zu Gast auf der Bühne waren Tina Pfeifer, die beim Bastei Lübbe Verlag den Bereich Online-PR betreut, Caroline Lauth vom Marketing der S. Fischer Verlage, die in ähnlicher Funktion tätig ist. Mit Andrea Diener saß eine der renommiertesten deutschen Buch-, Literatur- und Kulturbloggerinnen auf der Bühne. Neben ihrem eigenen Blog schreibt sie auch für die Blogs der FAZ, u.a. für »Überdruck« zusammen mit dem berüchtigten Don Alphonso. Cao Hung Nguyen, der vierte Teilnehmer der Runde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit bloggdeinbuch.de Blogger und Verlage zusammenzubringen. Wer interessiert sich schon für die Verlage? Beide Verlagsmitarbeiterinnen betonten, dass es wichtig sei, themen-, bücher- oder autorenbezogen zu agieren. Im Allgemeinen interessiere sich niemanden für den Verlag an sich, ausgenommen Branchenvertreter. Man müsse den Leuten Themen und Zusatzmaterial an die Hand geben, so Caroline Lauth. Andrea Diener bekomme von den Social-Media-Aktivitäten der Verlage wenig mit. Sie orientiere sich lieber an anderen Leuten oder Blogs und schaue, was dort gelesen werde und »im Schwange« sei. Was von Verlagen käme sei doch nur Marketing oder PR. Das müsse dann nicht auch noch in der Facebook-Timeline auftauchen, so ihre persönliche Bewertung. »Wir haben die Autoren, und mit denen können wir unheimlich viel machen«, meint Tina Pfeifer von Lübbe. Natürlich müsse man dies koordinieren, da auch immer mehr Autoren selbst aktiv werden, doch noch längst nicht alle. Ein Autor, der selbst im Netz agiere, wirke jedoch glaubwürdiger. »Blogger sind Dienstleister« - Sind Blogger Dienstleister? Bei bloggdeinbuch.de können sich Blogger darum bewerben, Rezensionsexemplare zu erhalten, die Verlage zur Verfügung stellen. Wird die Bloggerin oder der Blog | 18.10.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Shakespeare als Betrüger: Roland Emmerich über seinen Film »Anonymus« – Buchmesse-Podcast 2011 | Roland Emmerich ist der Spezialist für den Weltuntergang, und in seinen Filmen lässt er es in der Regel richtig krachen. Der deutsche Regisseur hat es in Hollywood zu Ruhm und Ehre gebracht - und uns Filme wie Independence Day, 2012 oder Gozilla. Nu... | 14.10.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Torsten Casimir im Gespräch: Der Börsenverein ist nicht Siegfried Kauder – Buchmesse-Podcast 2011 | Traditionell unterhalten wir uns im Buchmesse-Podcast mit Dr. Torsten Casimir, Chefredakteur des Börsenblatts für den Deutschen Buchhandel. Das Wochenmagazin für die Branche ist auch in diesem Jahr Medienpartner unseres Buchmesse-Podcasts. Schon im dritten oder vierten Jahr wird auf der Buchmesse der Durchbruch des E-Books prognostiziert. Kann man dem noch glauben? Thorsten Casimir befürchtet für den Buchhandel eine bittere Pointe. Und hat der Buchhandel nicht mittlerweile ein Imageproblem bei vielen Internet-Usern? Wolfgang Tischers Tweet vom 11. Oktober »Wir dürfen nicht die gleichen Fehler wie die Musikindustrie machen«, sagen die Verlage, »wir müssen sie deutlich übertreffen!« #fbm11 wurde mittlerweile 40 Mal geretweetet und traf offenbar einen Nerv. Macht man sich mit Forderungen wie Warnhinweisen für vermeintliche Raubkopierer nicht unbeliebt? Sollte man nicht lieber auf innovativer Produkte setzen? Torsten Casimir meint, dass es hier Verwechslungen gebe und man die Forderungen von Siegfried Kauder nach einem »3-Strikes-Modell« nicht mit denen des Buchandels vergleichen solle. Klar sei laut Casimir auch, dass unbeholfenes Digital Rights Management auf Dauer keine Chance haben werde. Und dann gab es da noch unlängst die »Zukunftskonferenz«, in der sich Buchbranche Gedanken darüber machte, was denn künftig kommen und passieren könne. Aber sollte die Branche die Zukunft nicht besser aktiv gestalten, anstatt darüber zu reden? Hören Sie das komplette Interview mit Dr. Torsten Casimir im MP3-Format im Podcast des literaturcafe.de. | 14.10.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Interview mit Bachmann-Jurorin Daniela Strigl: »Die Literaturkritik ist Erstautoren eine gewisse Aufmerksamkeit schuldig« | Die Wiener Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl war eine der sieben Jurorinnen und Juroren beim Bachmann-Preis 2011. Die diesjährige Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlap wurde von Daniela Strigl vorgeschlagen. Im Interview, das Wolfgang Tischer unmittelbar nach der Preisverleihung am vergangenen Sonntag geführt hat, geht es um die spezielle Kritiksituation »Bachmann-Preis« und die Frage, wie man gute Bücher abseits der großen Verlage entdeckt. Nach einer zweijährigen Auszeit kehrte Daniela Strigl in den Klagenfurter Kritikerkreis zurück, dem sie bereits 2003 bis 2008 angehörte. Man fühle sich ein bisschen wie ein Zirkuspferd, das in die Manege zurückkehrt, berichtet Daniela Strigl in dieser literaturcafe.de-Podcast Sonderfolge. Unser Podcast kann übrigens via iTunes oder RSS-Feed abonniert werden, sodass Sie künftig keine neue Folge verpassen. | 14.7.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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34. Podcast-Folge: Twitter-Lyrik und das Ende von Fräulein Else | Die 34. Podcast-Folge steht heute ganz im Zeichen der Twitter-Lyrik und der ersten Twitter-Lyrik-Lesung in Berlin. Kerstin Schlüter und Wolfgang Tischer moderieren diese Ausgabe. Zu hören gibt es unter anderem ein Interview mit Beryl Nicolai, die zum Organisationsteam der Twitter-Lyrik-Lesung gehörte, und wir sprechen mit André Krüger, einem der Macher der Twitter-Lesung, über sein Fazit der Veranstaltung in Berlin - und es gibt die letzte Folge von Arthur Schnitzlers »Fräulein Else« zu hören - gelesen von Antje Bruns.Die 34. Folge wird moderiert von Kerstin Schlüter und Wolfgang Tischer. Die Themen im Überblick (mit Minutenangabe im Podcast) Intro: »… fehlt der Pl« (00:00) Auflösung des Filmschnipselquiz' aus Folge 32/33 (01:13) Twitter-Lyrik-Wettbewerb und Twitter-Lyrik-Lesung (03:34) Filmschnipsel-Quiz: Was reimt sich auf Depp? (26:47) Fräulein Else von Arthur Schnitzler, gelesen von Antje Bruns - 15. und letzter Teil (27:34) 1. Auflösung des Filmschnipselquiz' aus Folge 32/33 Endlich lösen wir unser Filmschnipselquiz aus Folge 32 und 33 auf. Beim ersten akustischen Ausschnitt aus dem Film wusste es niemand, daher gab es in Folge 33 nochmals einen anderen Schnipsel zu hören. Kerstin Schlüter zieht die Gewinnerin, bevor am Ende dieser Folge einer neue Quizfolge startet. 2. Twitter-Lyrik-Wettbewerb und Twitter-Lyrik-Lesung Diese Podcast-Folge steht ganz im Zeichen des 3. Twitter-Lyrik-Wettbewerbs und der 1. Twitter-Lyrik-Lesung im Berliner BASE_camp von E-Plus. Wer sich beeilt, kann noch bis zum 30. Juni 2011 am Wettbewerb teilnehmen. Was ist das Besondere an Twitter-Lyrik und wir war die Lesung am 15. Juni 2011 in Berlin? Hören Sie Interviews mit: Beryl Nicolai - die Studentin am Institut für Kunst- und Medienmanagement gehörte zum Organisationsteam der Lesung. Interview ab Minute 08:07 André Krüger - ist Mitinitiator der Twitter-Lesung und der Tweet-Kritik-Website twitkrit.de. Bereits während der Buchmesse 2010 haben wir mit André und seinen Mit-Twitter-Lesern gesprochen. Wie hat er als Besucher die 1. Twitter-Lyrik-Lesung erlebt? Interview ab Minute 15:32 Robin Meyer-Lucht - der Herausgeber von carta.info ist der Leiter des Berliner BASE_camp von E-Plus. Wie hat ihm die Lesung gefallen? Interview ab Minute 23:54 Da das Preisgeld des 3. Twitter-Lyrik-Wettbewerbs diesmal den Katastrophenopfern in Japan gespendet wird, gibt es in einer Podcast-Sonderfolge ein Bonus-Interview mit Andreas Teichert, der als Feuerwehrmann direkt vor Ort in Japan war. Außerdem stellen wir das berühmteste und älteste Deutsche Twitter-Gedicht vor - über 250 Jahre vor der Gründung von Twitter geschrieben und genau 138 Zeichen lang. 3. Filmschnipsel-Quiz: Was reimt sich auf Depp? Nein, wir wollen nicht wissen, was sich auf »Depp« reimt, sondern aus welchem Film der akustische Ausschnitt stammt, der hier zu hören ist. Wenn Sie es wissen, dann schicken Sie uns die Lösung an redaktion@literaturcafe.de. Mit etwas Glück können Sie wieder eine literaturcafe.de-Tasse gewinnen. 5. Fräulein Else von Arthur Schnitzler, gelesen von Antje Bruns - 15. und letzter Teil Am 19. Dezember 2006 war in der 20. Podcast-Folge der erste Teil der Novelle »Fräulein Else« von Arthur Schnitzler zu hören. Antje Bruns hatte sich in einem Casting als Vorleserin durchgesetzt. Dafür sagen wir ihr an dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank! Heute endet unser Hörbuch mit Folgen, und Sie hören den 15. und letzten Teil von »Fräulein Else«. Welches Hörbuch wird uns die nächsten Jahre begleiten? Das verraten wir in dieser Folge noch nicht … Wer die Folgen selbst nachhören möchte: Teil 1 gab es in Folge 20 des Podcasts zu hören, Teil 2 in der 21. Episode, Teil 3 in Podcast-Folge 22, Teil 4 in Podcast-Folge 23, Teil 5 in Podcast-Folge 24, Teil 6 in Podcast-Folge 25, Teil 7 in Podcast-Folge 26, Teil 8 in Podcast-Folge 27, Teil 9 in Podcast-Folge 28, Teil 10 in Podcast-Folge 29, Teil 11 in Podcast-Folge 30, | 26.6.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Interview: »Japan fühlt sich allein gelassen« – Andreas Teichert war als Helfer vor Ort | Schnell sind die Bilder der Natur- und Atomkatastrophe in Japan wieder aus den Medien verschwunden. Längst wurden sie von angeblichen »Killergurken« und Frauenfußball verdrängt. Daher werden in diesem Jahr das Preisgeld des 3. Twitter-Lyrik-Wettbewerbs und die Einnahmen aus dem Buch an die Opfer der Katastrophe gespendet. »Japan fühlt sich im Stich gelassen«, sagt Andreas Teichert. Der ausgebildete Feuerwehrmann weiß, wovon er spricht, denn mit seinem Disaster Response Team war er vor Ort in den betroffenen Gebieten. Als Bonus zur Podcast-Folge 34 gibt es das Gespräch mit Andreas Teichert zu hören. Kann man sich einfach so auf den Weg nach Japan machen, um dort zu helfen? »Man kann«, so Teichert, »denn der Wille kann Berge versetzen.« Privat finanziert reiste das kleine Helferteam nach Japan. »Japan ist hoch technologisch, aber was nützt es Ihnen, wenn auf 500 Kilometern bei teilweise 50 km Verwüstung ins Landesinnere, die Kräfte und das Material fehlt. Es sind LKWs verloren gegangen, es sind Bagger verloren gegangen. Da können Sie zum Mond fliegen, wenn Sie die Technik vor Ort nicht haben oder beschaffen können. Ich habe Helfer gesehen, die große Trümmerfelder mit den Händen freiräumen, weil die Technik fehlt.« Was kann man tun, wenn man helfen will? Welche Hilfe ist am wirksamsten? Was empfiehlt Andras Teichert aufgrund seiner persönlichen Erfahrung vor Ort? Links Die Website des Disaster Response Teams - dtrg.org | 26.6.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Hölderlins »Hyperion« in 7 Stunden: Ein Interview mit Christian Brückner | Ende Mai 2011 hat der Sprecher und Schauspieler Christian Brückner in Tübingen Friedrich Hölderlins »Hyperion« live vor Publikum gelesen. Insgesamt 6 Stunden und 52 Minuten Lesezeit benötigte der wohl bekannteste Sprecher Deutschlands für den lyrischen Briefroman, aufgeteilt in vier Abschnitte. Wolfgang Tischer twitterte live von dieser bemerkenswerten Veranstaltung. Danach sprach der literaturcafe.de-Herausgeber mit Christian Brückner über dessen Lesung. Wie hat er sich auf den Text vorbereitet? Und wie sehr fordert man seine Zuhörer mit einer zweistündigen Nonstopp-Passage? Die Antworten hören Sie in einer neuen Podcast-Folge des literaturcafe.de. | 9.6.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Wie finde ich den richtigen Literaturagenten, Herr Heldt? – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Dr. Uwe Heldt arbeitet als Literaturagent für die renommierte Agentur Mohrbooks in Zürich. Während Mohrbooks überwiegend im Bereich der Auslandslizenzen tätig ist, vertritt Heldt in seinem Berliner Büro deutschsprachige Autoren, darunter beispielsweise Heinrich Steinfest und Kathrin Passig. Insgesamt, so Heldt, betreue er zwischen 80 und 100 Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Zum ersten Mal in der Geschichte des Buchmesse-Podcasts gibt es ein Interview mit einem Literaturagenten zu hören. Uwe Heldt, der selbst 20 Jahre als Lektor bei verschiedenen Verlagen tätig war, berichtet von der Arbeit eines Literaturagenten. Er erhalte pro Woche etwa 20 bis 40 Manuskripte zugesandt, die er sich auch tatsächlich alle anschaue, berichtet Heldt. Jedoch könne ein Profi bereits nach fünf Minuten sagen, ob der Text etwas tauge oder nicht. Welche Dinge machen ein Manuskript interessant? Wie findet man den richtigen Literaturagenten? Literaturagenten werden in der deutschen Literaturlandschaft immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Heutzutage ist es aufgrund der Verlagskonzentrationen nicht mehr so, dass ein Autor mehr oder weniger ein Leben lang bei einem Verlag ist und bleibt. Lektoren wechseln ihre Plätze oder Verlagsprofile ändern sich. Der Lektor oder womöglich der Verleger ist nicht mehr die feste Bezugsperson wie früher. Auch diese Rolle übernehmen Zusehens die Agenten. Doch wie findet man als Autor den richtigen Agenten? Was unterscheidet seriöse von unseriösen Agenturen? Auf die Frage, wie man einen seriösen von einem unseriösen Agenten unterscheidet, gibt Uwe Heldt eine ganz klare und eindeutige Antwort: »Ein seriöser Literaturagent ist ganz einfach an dem Kriterium zu erkennen, dass er erst Geld sehen will, wenn der Autor auch Geld sieht.« Ein Agent erhält in der Regel 15% von einem ausgehandelten Vorschuss und dem Honorar - und nur das und nicht anderes. Alles andere wie Lektoratsgebühren, Lesegebühren etc. seien linke Tricks, den hoffnungsvollen Autoren das Geld aus der Tasche zu ziehen. In dem Moment, wenn diese unseriösen »Agenturen« Geld vom Autor bekommen, bestehe überhaupt kein Anlass mehr, sich für irgendetwas einzusetzen. Für einen seriösen Agenten beginnt dann die Arbeit, wenn er sich dafür entschlossen hat, einen Autor zu vertreten. Er sitze mit dem Autor in einem Boot, der Erfolg des Agenten ist gleichzeitig der Erfolg des Autors - und umgekehrt. Und wenn man es geschafft hat und einen seriösen Literaturagenten gefunden hat, welche Leistungen darf man dann von ihm erwarten? Auch darüber gibt Uwe Heldt im Gespräch Auskunft. Letzte Folge des Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 Das Gespräch mit dem Literaturagenten Uwe Heldt ist gleichzeitig das letzte Interview des Buchmesse-Podcast Leipzig 2011. Wir hoffen, dass Ihnen das Zuhören Spaß gemacht hat, und Sie viel Interessantes erfahren haben. Wir waren gern zu Gast in Leipzig und sagen der Leipziger Buchmesse vielen Dank! Lesen sie auch im literaturcafe.de: Wie schreibe ich ein Exposé? – Zu Besuch bei der Text-Manufaktur Leipzig | 29.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Mathieu Carrière: »Eigentlich gibt’s den Dschungel überall« – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Vom australischen Dschungel wechselte er in den Bücherdschungel der Leipziger Messe: Der Schauspieler Mathieu Carrière hat ein Buch geschrieben - kein Dschungel-Tagebuch, sondern einen echten Roman mit dem Titel »Im Innern der Seifenblase«, erschienen bei der Frankfurter Verlagsanstalt. Darin geht es um einen alternden Soap-Star, der, nachdem er aus einer Serie herausgeschrieben wurde, ins Koma fiel und für tot erklärt wurde. Doch Bob Bodenbauer feiert ein Jahr später seine Wiederauferstehung und erwacht aus dem Koma. Allerdings kann er sich an seine Vergangenheit nicht erinnern. Daher spielen eine Seifenopernproduzentin, ein Drehbuchautor, seine Krankenschwester und nicht zuletzt sein Psychiater ein böses (Serien-)Spiel mit ihm. »Im Innern der Seifenblase« ist ein rasant ironischer Schundroman. »Bücher sind dabei, den Kontakt mit der Modernität zu verlieren« »Bücher sind dabei - genauso wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen -, den Kontakt mit der Modernität zu verlieren«, meint Carrière. Social Media und die ganzen sozialen Netzwerke seien für die neue Generation wichtiger als beispielsweise Bücher. Ist sein Buch Facebook kompatibler? Der Roman spiele mit verschieden Erzählformen und in verschienen Dimensionen, so Carrière. Es gäbe eine Geschichte in einer Geschichte in einer anderen Geschichte, der Roman sei wie eine russische Puppe. Er sei geschrieben wie ein Drehbuch für ein TV-Format, das es noch nicht gäbe. Wenn ein Schauspieler über eine Telenovela schreibt, stiehlt er dann Geschichten aus der Wirklichkeit? Welche Rolle spielt die BILD-Zeitung und wer sind Mathieu Carrières schreibende Vorbilder? Und sollte man beim Stichwort »Sperma-Klau« eher an John Irvings »Garp« oder an Boris Becker denken? [amazon Keyword=carriere+seifenblase] | 28.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Arno Geiger: »Ich bin nicht nur Sohn, sondern auch Autor« – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Arno Geigers Vater ist an Alzheimer erkrankt. Geiger, Gewinner des Deutschen Buchpreises 2005, hat die Erfahrungen mit der Krankheit im Buch »Der alte König in seinem Exil« niedergeschrieben. Das Werk wanderte ganz nach oben auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, und Geiger war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse. Über den Umgang mit seinem dementen Vater hat Arno Geiger schon viel in anderen Medien berichtet. Daher konzentrieren wir uns im Gespräch auf den Autor Arno Geiger und auf das Schreiben über die Krankheit. Was funktioniert und was funktioniert nicht? Wie verhindert man, dass ein Text über das Private nicht indiskret wird? Immerhin veranlassen Krankheit und Tod, aber auch Liebe und glückliche Momente, viele Menschen dazu, zu Stift oder Tastatur zu greifen, um ihre Erfahrungen niederzuschreiben. Wann hatte Arno Geiger das Bedürfnis, das Erlebte schriftlich zu verarbeiten? Wie kam es dazu, dass er damit an die Öffentlichkeit ging? »Ein Wort von Arno Geiger ist mir wichtiger, als das eines Arztes« Auf einmal melden sich viele Menschen bei Arno Geiger oder seinem Verlag, die berührt von seinem Buch oder von seinen Interviews sind. »Ein Wort vom Autor Arno Geiger ist mir wichtiger, als das eines Arztes«, schreibt beispielsweise eine Frau, deren Mutter ebenfalls an Alzheimer leidet. Wie geht Arno Geiger damit um? Schließlich kann er nicht allen Leserinnen und Lesern persönlich antworten. »Es gibt ja das Buch«, sagt Geiger. »Ich habe sehr viel gegeben. Es gibt nicht die Person noch dazu. Das Buch ist das Stärkste. Ich bleibe, auch wenn ich rede, immer unter dem Buch.« [amazon ASIN=3446236341] | 27.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Tino Hanekamp: »Von glühenden Momenten muss man erzählen« – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | »So was von da«, lautet der Titel von Tino Hanekamps Romandebüt, das bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. So was von da scheint Tino Hanekamp jedoch beim Interview noch nicht ganz zu sein. Er sei noch etwas verkatert, gibt er offen zu. In gewisser Weise muss das eine Berufskrankheit seiner Hauptbeschäftigung sein, denn Tino Hanekamp betreibt in Hamburg den Club »Uebel & Gefährlich«. Wie kommt ein cooler Hamburger Clubbetreiber dazu, einen Roman zu schreiben? Das mit dem Club, meint Hanekamp, sei eher ein Unfall gewesen. Geschrieben habe er schon immer. Und dann kehrt Hanekamp die Interviewsituation einfach um und befragt den Befrager. In seinem Roman geht es - Überraschung! - um einen Clubbetreiber namens Oskar. Dessen Club soll zur Jahreswende geschlossen und dann abgerissen werden. So will Oskar an Silvester in seinem Club nochmals die Party seines Lebens feiern. Allerdings taucht da am Silvestermorgen eine Hamburger Kiezgröße auf, die Oskar einst finanziell ausgeholfen hat und die nun Schutzgeld kassieren will. »So was von da« beschreibt die rasanten Stunden zwischen Partyvorbereitung und Geldsorgen, zwischen verflossener und neuer alter Liebe. Wer von einem schreibenden Clubbetreiber eine wilde Geschichte zwischen Drogen und Musik erwartet, ein zweites Strobo oder Axolotl Roadkill, wird angenehm enttäuscht werden. Hanekamp schreibt »seriös« und ohne aufgesetzte Szenesprache. Von den glühenden Momenten müsse man erzählen, so Hanekamp, der im Gespräch nicht nur Antworten zur Entstehung seines Romans gibt, sondern Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de plötzlich selbst Fragen stellt, als es um Facebook und Twitter geht. Natürlich nutze er Facebook für die Bewerbung der Club-Konzerte und auch sein Buch werde »auf allen Kanälen« beworben, jedoch mache dies der Verlag für ihn. Schließlich handle auch sein Buch vom »richtigen Leben und nicht von diesem ganzen anderen Kram«. [amazon Keyword=hanekamp+so+was+von+da] | 26.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andrea Tapken: »Es ist einfacher, wenn man frech und blond ist« – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | »Mondgesicht« heißt das Buch von Andrea Tapken, das demnächst unter dem neuen Titel »Zu mir oder zu dir?« bei BoD in der Editon Vito von Eichborn erscheinen wird. Andrea Tapken schildert darin die Erlebnisse einer Frau Anfang dreißig, die nicht länger Single sein will. Für Andrea Tapken stellte sich nie die Frage, ob sie ihr Manuskript einem großen Publikumsverlag anbietet. Sie wollte die Kontrolle über ihren Text behalten und von der Covergestaltung bis zum Marketing alles selbst in die Hand nehmen. Sie war sehr erfolgreich: Ihr Buch wurde sowohl in der BILD-Zeitung erwähnt und RTL berichtete über die junge Autorin. Wie hat sie das geschafft? Das erstaunliche Erfolgsrezept von Andrea Tapken, das sie mit einem Augenzwinkern verrät: »Viel feiern, damit man ganz viele Leute kennenlernt - und dann wieder feiern, um sie wiederzutreffen!« Seriöser ausgedrückt: Sein Netzwerk pflegen ist ein wichtiger Aspekt beim Buchmarketing. Das gilt für große Verlage genauso wie für Einzelautoren, die ihr Buch selbst vermarkten. Doch wie schafft man es, dass aus einem anfänglichen Medieninteresse tatsächlich ein Fernsehbericht wird? Und wie verhindert man, dass man dort in einer Klischeeschublade landet? Oder sollte man das gar nicht verhindern? Und plötzlich erhielt Andrea Tapken auch Fanpost ... [amazon Keyword=andrea+tapken] | 25.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Alex Capus: »Sprache muss eine klare Beiläufigkeit haben« – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Alex Capus hat mit »Léon und Louise« eine wunderbare Liebesgeschichte geschrieben, die frei von Kitsch und Zuckerguss ist. Eine Geschichte, die berührt, weil sie angenehm anders ist und nicht aus den üblichen Plot-Baukästen stammt. Capus ist konsequent, was seine Arbeit als Schriftsteller angeht. Er halte es »als etwas vom Dümmsten, was ein Autor sagen kann«, wenn dieser immer überrascht sei, was seine Figuren machen. Er schreibe die Geschichte und er müsse die Fäden in der Hand haben. Capus will so erzählen, dass sein Leser ihm alles glaubt und es unausweichlich so sei, wie er es sage. Der Roman beginnt mit dem Tod der Hauptfigur Léon und erzählt dessen Leben im Rückblick. Nimmt das nicht viel von der Spannung? Capus: »Das Leben endet mit dem Tod. Das wissen wir alle. Interessant ist, was zwischen Geburt und Tod geschieht.« Eine Liebesgeschichte allein sei für Alex Capus nicht interessant. Ihm sei es sehr wichtig, dass etwas geschehe, was darüber hinausdeute. Eine Liebesgeschichte spiele nicht im Vakuum. Daher müssen auch die historischen Details der Zeit stimmen, in der sie spielt. Und die Sprache? »Léon und Louise« kommt erzählerisch sehr leicht daher. Das sei Absicht, erzählt Capus im Interview: »Ich will, dass die Sprache eine klare Beiläufigkeit hat. Beim Autofahren will ich ja auch nicht an den Motor denken.« [amazon Keyword=capus+leon+louise] | 24.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Hörbuchregisseur Wolfgang Stockmann über gute Sprecher und englisches Bier – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | »London für Helden - The Ale Trail« heißt das aktuelle Buch des Autors Matthias Politycki, das bei Hoffmann & Campe in Papierform und im Kunstmann Verlag als einstündiges Hörbuch erschienen ist. Gesprochen wird der Text von Schauspieler Peter Lohmeyer und dem Autor selbst. Regie bei dieser Produktion führte Wolfgang Stockmann. Wolfgang Stockmann berichtet im Gespräch von seiner Arbeit und wie man aus einem geschriebenen Text ein Hörfassung für drei Sprecher entstehen lässt. Was macht einen guten Sprecher aus? Wann ist es ratsam, dass ein Buch besser nicht vom Autor selbst, sondern von einem professionellen Sprecher gelesen wird? In der Podcast-Folge ist ein kurzer Ausschnitt aus der Produktion »London für Helden« zu hören, um zu zeigen, wie Regisseur Stockmann seine drei Sprecher einsetzt. Neben Lohmeyer und Politycki spricht Colin Solman im gepflegten Oxford-Englisch die »Claims« der englischen Biersorten. Um die sogenannten »Atmos« für die Produktion einzufangen, also die hörbare Kneipenakustik im Hintergrund, war Stockmann mit dem Autor selbst einige Tage in London unterwegs. Denn so viele Biere, wie in dieser einstündigen Audioproduktion konsumiert werden, könne man an einem Abend nicht trinken. Das ist eben die literarische Freiheit des Autors. Matthias Politycki kommt in seinem Werk jedoch eher zu einem vernichtenden Urteil über die englischen Ales. Sie schmecken für ihn mitunter wie »feuchte Feudel«. Kann sich Wolfgang Stockmann diesem Urteil anschließen? Immerhin war sein Vater Bierbrauer, wie der Regisseur im Interview berichtet. [amazon ASIN=3888977126] | 23.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Anke Richter: »Was scheren mich die Schafe?« – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Sie hatte den längsten Anreiseweg aller Autoren. Anke Richter kam nach gut 26 Stunden Flugzeit direkt aus Christchurch, Neuseeland am Buchmesse-Samstag auf der Leipziger Buchmesse an. In Deutschland hört man nicht viel über das kleine Land am anderen Ende der Welt. Dass es auch dort vor kurzem ein Erbeben mit einigen hundert Toten gegen hat, ist angesichts des Bebens in Japan fast schon vergessen. Zusammen mit ihrem Mann ist Anke Richter nach Neuseeland ausgewandert, und in ihrem Buch »Was scheren mich die Schafe?« berichtet sie von ihrem Leben dort - und vom Deutschsein in der Ferne. Was zieht man als Deutscher beispielsweise an, wenn der Neuseeländer zur Motto-Party »Zweiter Weltkrieg« einlädt? Vorbildcharakter: Neuseeland ist atomfrei! Anke Richter wirft in »Was scheren mich die Schafe?« einen ironisch-witzigen Blick auf sich, das Land und seine Einwohner. Weiß man dort, dass sie dieses Buch geschrieben hat? Ja, meint Anke Richter, aber da das Buch gerade auf Deutsch erschienen sein, müsse es dort zunächst mal jemand lesen und verstehen. Allerdings komme unter dem Strich immer wieder durch, wie wahnsinnig gern sie dieses Land habe und dies ein liebevolle Satire und keine Abrechnung sein. Wenn schon, dann rechne sie im Buch eher mit ihren deutschen Marotten und Eigenarten ab. Das kleine Land Neuseeland sei auf jeden Fall für viele Länder sehr vorbildhaft, davon ist Anke Richter überzeugt. Und - hey! - es ist atomfrei! [amazon Keyword=anke+richter+schafe] | 22.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Vito von Eichborn: »In eine Suchmaschine ›gutes Buch‹ einzugeben, ist witzlos« – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Dass Verlage »bestimmen«, was die Leute lesen, ist ein weit verbreitetes Vorurteil und ein Irrtum. Denn es die Buchhändler, die entscheiden, ob sie dem Verlagsvertreter bestimmte Bücher abkaufen und in den Laden stellen. »Wie wird der Handel auf das Buch reagieren?« Das ist die Frage im Verlag. Doch ein großer Teil des unabhängigen Buchhandels wird verschwinden. Durch die großen Ketten und das Aufkommen von eBooks, wird es kaum mehr unabhängige Buchhandlungen geben, die die literarischen Perlen im Programm der Verlage erkennen und ihren Kunden verkaufen. Bestimmen künftig nur noch Algorithmen in Online-Shops, was wir lesen sollten? Nein, meint Vito von Eichborn, der Gründer und ehemalige Verleger des Eichborn Verlags. Um gute und literarische Bücher aus den Neuerscheinungen auszusieben, brauche es Menschen. Man könne in eine Suchmaschine nicht den Begriff »gutes Buch« eingeben und sinnvolle Ergebnisse erwarten. Wenn man wie die Verlage mit Inhalten handelt, müsse man sich derzeit sehr viele Gedanken machen, denn wenn wir »Buch« meinen, meinen wir »Inhalt«. Das Buch - egal ob auf Papier oder in elektronischer Form - wird wieder zum Nischenprodukt werden, das es vor hundert Jahren immer schon war. Bücher waren nichts für die breite Masse, es gab sie nur im gehobenen Bürgertum. Wie das mit dem eBook und dem Verschwinden der unabhängigen Buchhandlungen ausgehen wird, das kann auch Vito von Eichborn nicht voraussagen: »Man weiß das Ergebnis von Revolutionen nie.« Der Begriff »gute Literatur« impliziere, dass das Buch nicht beschreibbar sei, dass es nicht Genre sei. In eine Suchmaschine »guter Roman« einzugeben, sei witzlos. Gute Literatur lässt sich nur über das Image derer vermitteln und finden, die die Qualität suchen und anderen davon berichten. Das Extreme und neue finde nicht in der Mitte statt. Im Internet hat Eichborn noch keine Website entdeckt, die solches leistet. In den meisten Portalen und Foren fände sich Genre-Literatur und »Kokolores« oder Autoren empfehlen ihre Bücher selbst. Zudem geht es im ausführlichen Gespräch um die von Eichborn als langweilig empfundene »abgeschriebene Wirklichkeit« vieler zeitgenössischer Romane. Vito von Eichborn: »Ich will als Leser keine Wirklichkeit! Die habe ich selbst. Ich will mein Leben in anderer Form nicht anderswo lesen.« Außerdem fragen wir nach, was aus seinem Projekt geworden ist, verborgene und vergriffene Bücherschätze zu heben und neu aufzulegen. | 21.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Glavinic: »Man darf Facebook nicht mit der Wirklichkeit verwechseln« – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Tom nennt sich die Hauptfigur im neuen Roman »Lisa« von Thomas Glavinic. Tom ist davon überzeugt, dass die brutale Serienmörderin Lisa hinter ihm her ist und daher zieht er sich mit seinem Sohn in ein Ferienappartment in den Alpen zurück. Von dort betreibt er ein Internet-Radio und Glavinics Roman ist ein Monolog des Moderators mit Hörer und Leser. Aus der Perspektive des klassisch unzuverlässigen Erzählers zu schreiben, der Unmengen an Kokain und Alkohol zu sich nimmt, hat Thomas Glavinic großen Spaß gemacht. Dass Thomas Glavinic auf Facebook nun auch Fans statt Leser hat, findet er doof. Er sei ja schließlich nicht Robbie Williams. Dennoch sei das Internet Teil seiner Wirklichkeit, so Glavinic. Warum solle er es also in seinen Romanen aussparen? Der Buchleser sei auf eine positive Weise konservativ. Doch freut es den Autor, dass er ein relativ junges Publikum habe. »Bei Lesungen sind bei mir nicht ausschließlich graue Köpfe im Publikum zu sehen«, so Glavinic. Er möchte Bücher schreiben für Leute, die so ähnlich seien wie er. Er könne glücklicherweise auch Leute, die nicht wahnsinnig viel lesen, dazu bewegen, zu seinen Büchern zu greifen. Dennoch erhebe er nicht den Anspruch, dass seine Bücher allen Leuten gefallen müssen. Wie nutzt Glavinic selbst das Internet, das für seine Hauptperson Tom via Webradio den Kontakt zur Außenwelt darstellt? Manchmal müsse Thomas Glavinic auf seiner Facebook-Fanpage zu irgendetwas seinen Senf dazugeben, doch würde er nicht so weit gehen, und das Internet und Facebook im Speziellen mit der Wirklichkeit verwechseln. Man sollte die Wirklichkeit nicht zu ernst nehmen und Facebook schon gar nicht. Das Ganze ist ein Spiel. Der direkte Kontakt zum Leser auf seiner Fansite kann sehr positiv sein. Aber natürlich könne er nicht jedem persönlich antworten. [amazon ASIN=3446236368] | 20.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Wolfgang Herles über die neue Literatursendung des ZDF – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Wolfgang Herles ist Redaktionsleiter und Moderator der ZDF-Kultursendung »aspekte«. In Leipzig führt er auf dem »Blauen Sofa« zahlreiche Gespräche mit Autorinnen und Autoren. In unserem Podcast berichtet er, wie man sich auf so viele Interviews vorbereitet und verrät, wie man mit Autoren spricht, deren Bücher man zuvor nicht ausführlich lesen konnte. Demnächst übernimmt Wolfgang Herles eine neue Aufgabe. Nachdem »Die Vorleser« mangels Quote eingestellt wurden, konzipiert Herles eine neue Literatursendung fürs ZDF, die er selbst ab September moderieren wird. Im Gespräch mit literaturcafe.de gibt er exklusive Einblicke, was Literaturbegeisterte von dieser Sendung erwarten können. Literatursendungen müssen »erbarmungslos subjektiv« sein Literatursendungen müssen »erbarmungslos subjektiv« sein, so Herles. Man könne kein theoretisch ideales Format entwickeln. Man müsse von den Charakteren ausgehen. In diesem Fall also von Herles. Er könne nicht Marcel Reich-Ranicki oder Elke Heidenreich imitieren. Entscheidend sei, was den Moderator selbst interessiere. Gespräche mit Autoren müssen authentisch sein. Man dürfe alles, nur nicht langweilen. Allerdings: Gute Unterhaltung dürfe auch anstrengend sein und fordern. Schließlich habe man auch am Sport sein Vergnügen, obwohl man dabei schwitze. Auf die Frage, ob man statt Herles - Jahrgang 1940 - für eine neue frische Literatursendung nicht auch mal jüngere Moderatoren ranlassen sollte, meint der ZDF-Mann, dass dies im Gegensatz zu anderen Formaten bei Literatursendungen eher unerheblich sei. Er sei zwar »ein alter Sack«, doch Marcel Reich-Ranicki haben man schließlich auch nie sein Alter vorgeworfen. Aber warum sind Literatursendungen im Fernsehen immer so »buchkonzentriert«? Wolfgang Herles sieht keine Chancen, eine Literatursendung zu einer Art »Creative-Writing-Kanal« zu machen. Ein solches Format wäre höchstens in einem digitalen Seitenkanal denkbar. »Von mir erwartet man eine Million Zuschauer« »Von mir erwartet man eine Million Zuschauer«, so Herles. Ein ambitioniertes Ziel, denn die neue Sendung bleibt weiterhin auf dem gleichen Sendeplatz: Freitagabend um 23 Uhr. Vielleicht könne sie jedoch ein Paar Minuten länger sein, als die bislang üblichen 30 Minuten, hofft Herles. Der Titel der Sendung sei noch nicht spruchreif. Zwar habe Herles schon eine Idee, doch noch müsse der Name juristisch geprüft werden. Im September 2011 geht es los, dann werden wir sehen, ob Wolfgang Herles genug Schwung und Engagement rüberbringt, um die Zuschauer zum Abschalten des Fernsehers und Aufklappen der Bücher zu bewegen. | 19.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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150 Tage später: Ina Fuchshuber über neobooks.com – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Vor genau 150 Tagen war im literaturcafe.de ein Gespräch mit Ina Fuchshuber von neobooks.com zu hören. Auf der Frankfurter Buchmesse 2010 wurde das Autoren- und eBook-Portal des Droemer Knaur Verlags zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Neobooks soll zum einen unbekannten Autoren die Möglichkeit geben, ihre Texte online der Leserschaft und anderen Schreibern zu präsentieren. Gleichzeitig ist es ein Akquisekanal des Verlags, um vielleicht neue Talente zu entdecken, um sie ins reguläre Verlagsprogramm zu übernehmen. Heute sprechen wir erneut mit Ina Fuchshuber, um zu erfahren, wie die Resonanz auf Neobooks ist und was seit dem Start gut und weniger gut gelaufen ist. Blickt man aktuell auf die Website neobooks.com, stellt man fest, dass die Veröffentlichung als eBook - obwohl von Anfang an geplant - noch stärker in den Vordergrund getreten ist. So präsentierte Neobooks Anfang Februar die ersten vier Portal-Autoren, die aufgrund der Bewertungen der Online-Leser einen Autorenvertrag »gewonnen« hatten. Auffällig ist, dass drei der Autorinnen und Autoren es nicht in ein gedrucktes Buch geschafft haben, sondern »nur« in ein eBook. Der vierte Titel erscheint als Knaur-Taschenbuch. Warum das so ist und warum das eBook für bestimmte Themen und Manuskripte sogar das bessere Medium sein kann, das erläutert Ina Fuchshuber im Interview. Außerdem berichtet Ina Fuchshuber von den geplanten Erweiterungen. So wird Neobooks dahingehend ausgebaut werden, dass Autoren die Möglichkeit haben, ihre eBooks künftig auch kostenpflichtig anzubieten und zu verkaufen. Und es ist vorstellbar, dass die Plattform demnächst auch von anderen Verlagen genutzt werden könnte - möglicherweise von weiteren Verlagen des Holtzbrinck-Konzerns, zu dem auch Droemer Knaur gehört. Geändert wurde auf jeden Fall kurz nach dem Start das Bewertungssystem der Plattform. Insbesondere sogenannte Gefälligkeitsbewertungen sollen mit dem neuen und aktuellen System unterbunden werden. Am Schluss des Gesprächs steht die Frage, welche Rolle die Neobooks-Fanseite auf Facebook spielt, und ob nicht die Gefahr besteht, dass die Diskussion dorthin abwandern oder eine eigene Plattform obsolet machen könnte. | 18.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Wirklich alles zum Eurovision Song Contest – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 | Clemens Dreyer und Claas Triebel haben wirklich alles zum Eurovision Song Contest aufgeschrieben, und Urban Lübbecke hat daraus ein wunderschönes Büchlein gestaltet, das bei Kunstmann erschienen ist: »Ein bisschen Wahnsinn«. Hat Lena Chancen, den europäischen Gesangswettbewerb ein zweites Mal zu gewinnen? Sie singt im stehen. Das ist gut, denn bisher haben Sänger im Stehen öfters gewonnen als Sitzende (Nicole!). Ihr Titel »Taken by a stranger« ist allerdings etwas zu lang, denn Titel mit nur einem Wort haben statistisch bessere Chancen. Es ist ein amüsantes, interessantes und kurioses Sammelsurium an Daten und Fakten zum ESC, das die Autoren zusammengetragen und das auch die Frage visualisiert, welche Länder welchem Land die meisten Punkte zuschieben. Clemens Dreyer und Claas Triebel waren zu Gast im Digitalen Wohnzimmer der Leipziger Buchmesse und haben über die Entstehung des Buches berichtet. Wie haben sie all die Daten und Fakten zusammengetragen? Mussten Sie dazu wirklich alle Wettbewerbe seit 1956 ansehen? Und natürlich hat Wolfgang Tischer die beiden nach ihrer Prognose gefragt, wie Lena wohl abschneiden wird. Dass Lena nicht zum ersten Mal teilnimmt, ist übrigens nichts besonderes. Udo Jürgens versuchte es insgesamt dreimal, bevor er den Titel gewinnen konnte. Allerdings tritt Lena als erste Titelverteidigerin in der Geschichte unmittelbar beim darauffolgenden Wettbewerb wieder an. Ein Doppelgewinn an sich ist hingegen schon mal dagewesen. Ihn schaffte Johnny Logan 1980 und 1987. Welche ungewöhnlichen Handschuhträger gab es in der Geschichte des Wettbewerbs? Wer sang alles Barfuß und welch unterschiedliche Trickkleider wurden von wem eingesetzt? Keine Frage: Dieses feine Büchlein enthält wirklich alles zum Eurovison Song Contest. [amazon Keyword=dreyer+triebel+wahnsinn] | 17.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Premiere für den Buchmesse-Podcast Leipzig und ein Interview mit Jürgen Todenhöfer | Morgen beginnt die Leipziger Buchmesse. Zum ersten Mal produzieren wir dort unseren preisgekrönten Buchmesse-Podcast. Auf Einladung der Messe sind wir zu Gast im so genannten Digitalen Wohnzimmer, wo wir viele der Interviews führen werden. Sie finden uns in Halle 5 B407. In der heutigen Podcast-Sonderfolge stellt Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de einige der geplanten Interview-Gäste vor, darunter Arno Geiger, Anke Richter, Thomas Glavinic, Alex Capus und Wolfgang Herles vom ZDF. Der Buchmesse-Podcast Leipzig 2011 wird unterstützt durch den Sponsor BoD. Medienpartner ist boersenblatt.net, das Online-Magazin für den Deutschen Buchhandel. Zur Einstimmung auf die ausführlichen Interviews direkt aus Leipzig hören Sie in dieser Podcast-Folge ein Gespräch, das wir unlängst mit Jürgen Todenhöfer geführt haben (ab Minute 10:58). Im Interview erläutert er, warum sein aktuelles Buch »Teile dein Glück« nicht nur das Leben jedes einzelnen verändern kann, sondern auch ein Leitfaden für die deutsche Außenpolitik sein sollte. Todenhöfer - Jahrgang 1940 - war nach seiner Ausbildung zum Jurist kurzzeitig als Richter tätig, bevor er in die Politik wechselte und 18 Jahre lang Bundestagsabgeordneter der CDU war. Er galt als ziemlich rechts und kämpfte für die deutsche Wiedervereinigung, als selbst Helmut Kohl in den 1980er-Jahren nicht mehr an sie glaubte. Außerdem reiste er auf eigene Faust ins besetzte Afghanistan, als dort die Russen einmarschiert waren. 1990 verließ er die Politik und wechselte als Spitzenmanager in den Konzern seines Schulfreundes. Der Konzern hieß Burda, sein Schulfreund Hubert. Erneut reiste er in dieser Zeit nach Afghanistan, wo nun die Amerikaner einmarschiert waren. Todenhöfer war unter Lebensgefahr inkognito unterwegs, gab sich als Arzt aus, wohnte bei Einheimischen und traf sich mit Al-Qaida-Kämpfern. Aus diesen Reisen entstanden seine beiden Bestseller »Wer weint schon um Abdul und Tanaya?« und »Warum tötest du, Zaid?«, in denen er westlichen Lesern die afghanische Sichtweise auf den Krieg näher brachte. 2009 schied er aus dem Vorstand des Burda-Konzerns aus. Todenhöfer verschenkte einen Großteil seines Vermögens und gründete verschiedene Hilfsstiftungen. Seine Lebensphilosophie und -erfahrungen hat er zunächst - verpackt in Aphorismen aus eigener und fremder Feder - für seine Kinder niedergeschrieben. Sein Verlag C. Bertelsmann überredete ihn, die Sammlung mit eigenen persönlichen Berichten anzureichern und so entstand »Teile dein Glück -: ...und du veränderst die Welt! - Fundstücke einer abenteuerlichen Reise«, das Todenhöfer als sein bislang bestes bezeichnet. Das Werk schaffte es im Februar 2011 bis auf Rang 4 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung und Inspiration beim Hören des Interviews mit einer interessanten Persönlichkeit. Sie können es im Podcast ab Minute 10:58 hören. Spannende und interessante Interviews direkt von der Leipziger Buchmesse Direkt aus Leipzig wird es in den kommenden Tagen und Wochen weitere spannende und interessante Interviews geben. Wie es sich bereits beim letzten Podcast von der Frankfurter Buchmesse bewährt hat, werden wir nicht alle Interviews in vier Tagen veröffentlichen, sondern gestaffelt auch noch nach der Messe online stellen. So können Sie sich auf weitere Folgen bis in den April hinein freuen. Abonnieren Sie unseren Podcast am besten über Apple iTunes oder per RSS-Feed. Freuen würden wir uns auch über Ihren Besuch im Digitalen Wohnzimmer der Leipziger Buchmesse (Halle 5 Stand B407), wo Sie uns bei der Produktion über die Schulter schauen können. Weitere Infos zu unserer Messepräsenz auf der Leipziger Buchmesse und zu unseren Gesprächsgästen finden Sie auch im Beitrag »Digitales Wohnzimmer: Das literaturcafe.de auf der Leipziger Buchmesse 2011«. [amazon Keyword=todenhoefer+teile+dein+glueck] al-Qaida | 15.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Roger Willemsen im Gespräch: Vom Reisen zu den Enden der Welt – Buchmesse-Podcast 2010 | Eine erschreckende Mitteilung, die uns der S. Fischer Verlag Anfang September machte: Es gibt keine Interview-Termine mit Roger Willemsen auf der Buchmesse mehr. Sein Buch »Die Enden der Welt« war sofort auf der Bestsellerliste eingestiegen und die Gesprächsanfragen zahlreich wie nie. Entsetzen in der literaturcafe.de-Redaktion, schließlich ist das Gespräch mit Roger Willemsen seit fünf Jahren ein fester Bestandteil unseres Buchmesse-Podcast, auf das Hörerinnen und Hörer warten. Doch rasch war eine bessere Lösung gefunden: literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer traf sich mit Roger Willemsen stattdessen vor seiner Lesung im Karlsruher Tollhaus. So entstand ein entspanntes, hörenswertes und fast halbstündiges Gespräch übers Reisen, das Schreiben, Bühnenauftritte und die erschreckende Seite der USA, die Barack Obama zum Vorschein bringe. Ein ausverkaufter Abend mit Roger Willemsen Voll ist der Terminkalender von Roger Willemsen nicht nur im Herbst 2010. Fast täglich ist er auf der Bühne einer anderen Stadt oder in diversen Fernsehsendungen zu sehen. Willemsen stellt sein neues Buch »Die Enden der Welt vor« oder tritt nach wie vor zusammen mit Dieter Hildebrand auf. Roger Willemsen sieht alles andere als gestresst oder gehetzt aus, als er gut eine Stunde vor seinem Auftritt im Karlsruher Tollhaus eintrifft. Es ist Ende September, eine Woche vor der Frankfurter Buchmesse. Das Foyer des Tollhauses ist noch leer. Der Star des Abends begrüßt freundlich den Interviewer, als sei Willemsen nur wegen des Gesprächs ins Badische gereist. Mit der gleichen einnehmenden Freundlichkeit wendet er sich der Frau an der Bar zu, bestellt ein paar Wurstbrötchen und verschwindet erst mal zum Soundcheck.Kurzfristig musste das Tollhaus die Veranstaltung vom kleinen in den großen Saal verlegen, da bereits der Vorverkauf enorm gut lief. An diesem Abend wird der Saal ausverkauft sein. Dann, in der Ruhe des Backstage-Bereichs, ist ausführlich Zeit für das Gespräch. Natürlich geht es zunächst um das aktuelle Buch. Es sind Berichte - »literarische Reisebilder«, wie sie der Autor selbst nennt - von 22 Reisen, die Willemsen in den letzten 30 Jahren unternommen hat in Gegenden, die tatsächlich geografische Enden darstellen wie Nordpool oder Feuerland, aber auch an Orte, die menschliche und existenzielle Enden markieren. Roger Willemsen hat die Berichte auf Basis seiner Aufzeichnungen geschrieben, nahezu ständig protokolliere er auf seinen Orten, Landschaften, Menschen und Situationen. Wie erlebte er diese Zeitreise zurück in die eigene Vergangenheit? Das Thema führt fast automatisch zur Lesereise. Was macht eine gute Lesung aus? Wie sieht sich Roger Willemsen als Bühnendarsteller selbst? Wie hält er sich bei so vielen Terminen fit? Im Vorsatz des Buches markieren 22 Kreuze die bereisten Orte und Enden der Welt. Keine der Markierungen befindet sich auf dem nördlichen Teil des amerikanischen Kontinents. Zufall? Keine Reise in die USA So steht am Ende des sechsten Gesprächs mit Roger Willemsen erneut das Thema USA und das dortige politische Klima. Seit seinem Interview-Buch mit ehemaligen Guantanamo-Häftlingen bitten wir Roger Willemsen um seine persönliche Einschätzung. Nach seinem Afghanistan-Buch hat man ihm nahegelegt, besser nicht mehr in die USA zu reisen. Mit den Gegnern Obamas stehe ein Amerika auf, das ihm in der Seele widerwärtig sei, so Willemsen im Gespräch. Obama habe diese Front sichtbar gemacht, ein Amerika, von dem wir lange Zeit nichts wussten. Obama könne Guantanamo nicht schließen, er könne weder aus Afghanistan raus noch wesentliche Sachen in der Gesundheitsreform durchsetzen, weil die Widerstände so groß seien. Das Gespräch mit Willemsen fand vor der Kongresswahl statt, die das Gewicht zu Ungunsten Obamas weiter verschoben hat. [amazon Keyword=roger+willemsen+enden+welt] | 8.11.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Kalender-Interview: Buchhändlerinnen als Erotik-Models – Buchmesse-Podcast 2010 | Auf der Frankfurter Buchmesse wurde er offiziell vorgestellt, und ab sofort ist er in den Buchhandlungen zu haben: »Seitenblicke - Der verführerische Kalender des Buchhandels«. Ein erotischer Fotokalender, bei dem als Models ausschließlich Buchhändlerinnen zu sehen sind. Projektleiterin Simone Pfeifer ist sichtlich stolz und erfreut und genießt den Presserummel am Stand des Heye Verlags. Mehr oder weniger im Alleingang hatte sie das Projekt realisiert. Eigentlich hätten sich die Schulen des Deutschen Buchhandels … pardon: der Mediencampus Frankfurt mit diesem Projekt schmücken können und hätte so einen häufig vergessenen und leider nicht sonderlich angesehenes Beruf einmal über ein erotisch-trojanisches Pferd ins wohlwollende Interesse der Öffentlichkeit schieben können. Doch die Leitung der Bildungseinrichtung zeigte sich prüde und pflegte lieber das Image eines feministisch geprägten Berufsstandes, von alten Jungfern mit Brillen, die hinter dem Verkaufstresen gegen die Degradierung der Frau zum Sexobjekt wettern. Die Erotik des nicht Gezeigten Da der Buchhandel seine Produkte immer möglichst eindeutig im Laden platzieren muss, findet sich der »Seitenblicke«-Kalender meist in der hinteren Ecke, wo sich ansonsten in Schwarzweiß-Optik Silikonbrüste und Waschbrettbäuche präsentieren. Doch mit dieser Brachialerotik hat der Buchhandelskalender nichts am Hut. Er definiert Erotik im nicht Gezeigten. J. Konrad Schmidt hat als Fotograf wunderbare Schwarz-Weiß-Gemälde kreiert, einen Kunstkalender mit Lichtzeichnungen. Die Qualität und Komposition der Bilder erstaunt umso mehr, wenn man weiß, dass die Fotos nicht im Studio mit einem gewaltigen Mitarbeiterstab, sondern an gewöhnlichen und unpräparierten Orten wie Hotelzimmer, Strand oder Stadtgarten entstanden sind. Es war diese vertrauliche Atmosphäre am »Set«, die letztendlich auch den Models gefallen hat, die alle keine Profis sind. Die meisten davon hatten sich über das literaturcafe.de beworfen. Vier der Buchhändlerinnen waren bei der Präsentation in Frankfurt anwesend. Nachdem sich jede und jeder nun überzeugen kann, dass an diesen Bildern nichts Schlimmes, Verruchtes, Unmoralisches oder gar Frauenfeindliches zu finden ist, sind dem Projekt mehr Unterstützerinnen und Unterstützer aus den Verlagen zu wünschen, die passende Texte zuliefern. Für die erste Ausgabe musste man auf allgemeinfreie Zitate zurückgreifen, die glücklicherweise optisch kaum auffallen. Denn hier hat man sich mit der Auswahl keinen großen Gefallen getan und Sprüche von Casanova wie »Eine Frau ist wie ein Buch, das immer, mag es gut oder schlecht sein, zunächst durch das Titelbild gefallen muss.« oder Heines »Bei Weibern weiß man niemals, wo der Engel aufhört und der Teufel anfängt.« degradieren die Motive und liegen eher auf dem Niveau der synthetischen Polymer-Unterstützung oder den Befürchtungen der Kritikerinnen. Natürlich wird es sich an den Verkaufszahlen entscheiden, ob es im nächsten Jahr ein Nachfolgeprojekt geben wird. Bewerbungen von jungen Buchhändlerinnen liegen bereits vor und zeigen, dass viele Spaß daran haben, mit den Klischees zu brechen. Vielleicht sollte man dann das Medium Buch, das Lesen und das literarische optisch deutlicher im Kalender wiederfinden, denn jetzt ist es allein der berufliche Hintergrund der Models, der diesen »unsichtbaren« Bezug herstellt. Im Podcast-Interview mit den Models, der Projektleiterin und dem Fotografen gibt Simone Pfeifer mit einem Augenzwinkern zu, dass »dieses Buchhändlerinnenthema jetzt ganz in den Hintergrund gerückt ist und es offensichtlich um die schönen, tollen Fotografien geht.« [amazon Keyword=verführerische+Kalender+Buchhandels] | 5.11.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Dominique Pleimling im Gespräch: Wie twittert ein Verlag und warum bloggt Eichborn? – Buchmesse-Podcast 2010 | Dominique Pleimling ist Pressereferent und Social-Media-Redakteur beim Eichborn Verlag. Neben seiner normalen Pressetätigkeit betreut er die Twitter- und Facebook-Accounts des Verlags. Wie sind die Social-Media-Aktivitäten im Hause Eichborn geregelt? Wer legt fest, was zu welchen Themen getwittert wird und wie ist der Informationsfluss aus den Abteilungen geregelt? Welche Tipps hat Dominique Pleimling, was einen Verlags-Twitter-Account oder eine Facebook-Seite interessant macht? Kann »ein Verlag« twittern oder steht und fällt der Bereich mit einzelnen engagierten Mitarbeitern? Ohne Frage ist derzeit Facebook ein Hype, dennoch hat Eichborn erst jetzt ein eigenes Blog - das Eichblog - gestartet. Was war der Grund dafür? Dominique Pleimling berichtet wie man via Twitter, Blog und Facebook direkt mit den Lesern ins Gespräch kommt. Bislang hat diese Vermittlerrolle hauptsächlich der Buchhandel übernommen. Wie beurteilt Pleimling die künftige Rolle der Buchhandlungen in diesem Bereich? Am Schluss des Gesprächs gibt Dominique Pleimling Tipps für Verlage, die noch nicht im Bereich der so genannten »Social-Media«-Websites und -Angeboten aktiv sind. Social-Media-Aktivitäten des Eichborn Verlags: Twitter-Account des Eichborn Verlags Facebook-Fanseite des Eichborn Verlags Eichblog - Das Weblog des Eichborn Verlags | 27.10.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Joachim Zelter über den Ministerpräsident: Ein Politiker muss den Schein inszenieren – Buchmesse-Podcast 2010 | Joachim Zelters wunderbaren Roman »Der Ministerpräsident« müssen wir an dieser Stelle nicht mehr loben. Denn wir haben das Buch, das auf der Longlist des Deutschen Buchpreises zu finden war, unlängst ausführlich vorgestellt. Auf der Buchmesse ergriff Wolfgang Tischer am Stand des Verlags Klöpfer & Meyer die Gelegenheit und unterhielt sich mit dem Autor über die Hintergründe zum Buch, das Schreiben und das Vorlesen. Ein Ministerpräsident, der nach einem Unfall Teile seines Gedächtnisses verloren hat? Klar, dass dieser Plot vom Fall Althaus inspiriert ist. Zelter wollte darauf basierend einen zeitlosen Roman schreiben. Dass sein fiktiver Ministerpräsident der des Landes Baden-Württemberg ist, lässt natürlich an die aktuellen Auseinandersetzungen rund um die geplante Tieferlegung des Stuttgarter Bahnhofs denken. Nützen oder schaden solche aktuellen Ereignisse einem Buch? Joachim Zelter gibt im Interview Einblicke in seine Art zu schreiben. Für ihn ist der Roman in erster Linie nicht von der Handlung getrieben, sondern von einer stimmigen Sprache. Ein Stil, der auch gesprochen und bei Lesungen funktionieren muss, denn die Live-Präsentation des Textes vor Publikum ist Joachim Zelter mindestens genauso wichtig, wie das Schreiben selbst. [amazon Keyword=joachim+zelter+ministerpraesident] | 20.10.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
| Insgesamt: 30 Folgen |
Kundenrezensionen
Macht mal weiter so
Im Großen und Ganzen gefällt mir euer Podcast gut. Die Themen und die Vorstellungen anderer Podcasts sind interessant und regen zur Suche nach weiteren Formaten an. Dass ihr selbst ein Hörbuch prodziert gefällt mir ebenfalls und dass ihr es am Ende der Sendung zur Verfügung stellt, hat viele Vorteile. Ich würde mir wünschen, dass die Moderationen von euch noch ein wenig flüssiger kommen und damit die Übergänge zwischen euren einzelnen Themen und Beiträgen besser klingen und gelingen. Ansonsten: macht mal weiter so, ich bleib´ im Abo!
Weiter so...
Die großen Worte lass ich mal in den Bücher stehen, ich vergebe kurz und knapp 4 Punkte ;-)






