zehnseiten Podcast
von zehnseiten GmbH
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Podcast-Beschreibung
Die Videolesungen von www.zehnSeiten.de als Audio-Podcast. Schriftsteller lesen zehn Seiten aus Ihren Büchern vor. Jede Woche gibt es eine neue Lesung. Vom unbekannten Debüt bis hin zum Bestseller können Sie sich einen Eindruck über aktuelle Neuerscheinungen aus dem deutschen Literaturmarkt machen.
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Monika Peetz liest aus Sieben Tage ohne | Die Fortsetzung des Bestsellers "Die Dienstagsfrauen" Die Dienstagsfrauen gehen fasten. Fünf ungleiche Freundinnen, ein gemeinsames Ziel: Entschleunigen, entschlacken, abspeck en, so lautet das Gebot der Stunde. Zu ihrem jährlichen Ausflug checken die Dienstagsfrauen im einsam gelegenen Burghotel Achenkirch zum Heilfasten ein. Sieben Tage ohne Ablenkung. Kein Telefon, kein Internet, keine Männer, keine familiären Anforderungen und beruflichen Verpflichtungen. Leider auch sieben Tage ohne Essen. Theoretisch jedenfalls. Quälender Heißhunger, starre Regeln und nachreisende Probleme führen zu immer neuen Heimlichkeiten und gefährden jeden Therapieerfolg. Statt Entspannung gibt es Missverständnisse, Streit und schlaflose Nächte. Die schwerste Prüfung jedoch steht Eva bevor. Hinter den dicken Burgmauern begibt sie sich auf die Suche nach ihrem unbekannten Vater. Sie entdeckt, dass man manche Familien geheimnisse besser ruhen ließe... © Verlag Kiepenheuer & Witsch | 29.5.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Mark Greif liest aus Bluescreen | Ein Schritt weiter, die Anthologie mit Texten aus dem New Yorker Magazin n+1, stieß 2008 auf überwältigende Resonanz: Die Zeit nannte den Band einen "Rosinenbomber voll origineller Gedanken", die NZZ bezeichnete ihn als "anregend, geistreich und erfrischend frech". Mark Greif, einer der Herausgeber von n+1, gilt als einer der talentiertesten amerikanischen Essayisten seiner Generation, er verbindet narratives Geschick mit zeitdiagnostischer Klarheit. Der Band versammelt seine Texte über die digitalen Medien, die unseren Alltag erobern: YouTube, Reality-TV, Internet-Pornographie. In einem der Essays schildert er, wie schwer es für einen mit Rock sozialisierten weißen Ostküstenakademiker ist, Rappen zu lernen. Immer wieder scheitert er daran, 17 Silben in zwei Takten Musik unterzubringen. © Suhrkamp Verlag | 8.5.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Lisa-Maria Seydlitz liest aus Sommertöchter | Eine Familiengeschichte voller Liebe Durch einen anonymen Brief erfährt Juno von ihrem Erbe: ein Fischerhaus in der Bretagne. Aber wider Erwarten ist sie nicht die Einzige, die sich für das Haus interessiert. Die französische Kellnerin Julie hat sich dort eingenistet, und auch Jan, ein Architekt aus Deutschland, ist oft zu Besuch. Acht Jahre nach dem Tod ihres Vaters eröffnet sich für Juno ein neuer Blick in die Vergangenheit. Die Reise in die Bretagne wird für sie zu einer Reise in ihre Familiengeschichte. In eine Kindheit, in der sie glücklich war und mit ihren Eltern ein scheinbar idyllisches Vorstadtleben geführt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem alles anders wurde. ?Sommertöchter? ist ein Roman gegen das Alleinsein. Lisa-Maria Seydlitz nimmt ihre Leser mit in einen Sommer, in dem man traurig sein darf und Trost erhält. Sie erzählt davon, wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren und ein neues Leben zu gewinnen. © DuMont Buchverlag | 3.5.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Moritz Rinke liest aus Also sprach Metzelder zu Mertesacker ... | Als die Bundeskanzlerin sich in Schweinsteiger verliebte Literatur und Fußball: Ist nicht beides zunächst Spiel? Und geht es nicht trotz des Spiels in der Fiktion und auf dem Rasen immer um alles, ums Letzte, ums Ganze? Moritz Rinke, einer der bekanntesten Dramatiker Deutschlands, Romancier und selbst Stürmer in der DFB-Autoren-Nationalmannschaft, hat seiner großen Leidenschaft nun endlich ein Buch gewidmet: Er imaginiert sich als Poolwächter der deutschen Nationalmannschaft ins Schlosshotel Grunewald oder mit Beckenbauer auf die Toilette; er schreibt für Angela Merkel Liebesbriefe an Bastian Schweinsteiger, für Jogi Löw Wutreden, über Kloses Torkrisen Dramolette und entführt den DFBPokalheimlich in die Berliner Nacht. Unglaublich witzig, scharfsinnig und charmant nimmt Rinke die Fußballerseele, den Sport in seinen Facetten und gesellschaftlichen Zusammenhängen und die Emotionen, die er freilegt, in den Blick. Diese Liebeserklärungen sind geistreiche Pässe in die Welt. Und begeistern nicht nur Fußballfans! © Verlag Kiepenheuer & Witsch | 30.4.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Christoph Süß liest aus Morgen letzter Tag! | Das einzig relevante Buch zum aktuell bevorstehenden Weltuntergang. Ist die Welt nach Ablauf der Haltbarkeit noch zu gebrauchen? Das fragt sich der Philosoph, Kabarettist und "quer"-Moderator Christoph Süß. In seiner Kritik der reinen Apokalypse nimmt er fröhlich und respektlos unsere Ängste und Endzeitgedanken auseinander: So schlimm wird es schon werden. Wir haben Angst! Vor der Finanzkrise und der Bankenkrise. Dem Euro. Griechenland. Überhaupt Europa. Vor dem Klimawandel. Vor Ökofaschismus. Vor Überschwemmung. Vor Wassermangel. Vor Überfluss. Vor Knappheit. Vor Terroristen. Fundamentalisten. Idealisten. Kommunisten. Kapitalisten. Dem Antichristen. Christen. Moslems. Hindus. Juden. Sekten. Insekten. Langeweile. Amerikanern. Chinesen. Indern. Pakistanis. Polen. Negern. Überhaupt Ausländern. Nachbarn. Männern mit Bart. Frauen mit Bart. Der Wissenschaft. Verblödung. Vor Gutmenschen. Bösen Menschen. Unmenschen. Übermenschen. Untermenschen. Überhaupt vor Menschen. Vor Bakterien und Viren. Vor der Zerstörung der Umwelt. Vor der Kernkraft. Davor, dass der Strom ausfällt. Die Liste unserer Ängste wird im Buch noch beängstigend viel länger sein. Doch Christoph Süß rät: Keine Panik. Weltuntergang ist nur eine Frage der Perspektive. Nach seiner satirischen Geistesgeschichte "Ich denke, also bin ich verwirrt" beschäftigt sich der Philosoph und Moderator hintersinnig und böse mit unserem täglichen Kampf gegen die Endzeit. Da hilft nur eins: Humor! © Knaus Verlag | 23.4.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Nancy Hünger liest aus Halt dich fern | So war es, so könnte es gewesen sein, nichts von alledem ist wahr: Nancy Hüngers Erzählung »Halt dich fern« ist eine Reise an das Ende aller Gewissheiten, eine schonungslose wie sensible Reflexion über die Vergeblichkeit des Liebens - und über die Notwendigkeit, sich im Schreiben zu behaupten. Schließlich gibt es eine Geschichte, es gibt immer eine Geschichte. Und das ist nicht nichts. © edition Azur | 16.4.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Saskia Fischer liest aus Ostergewitter | Ein Osterfest wie aus dem Bilderbuch: das Wetter prächtig und die ganze Familie versammelt um den Ostersonntagmittagstisch. Da kippt Aleit, blauverfärbt und speichelschäumend, auf die Schulter ihres Stiefvaters - ein epileptischer Anfall. Ohne Grunderkrankung, doch nicht ohne Grund. Die Ärzte zucken die Schultern, aber Aleit schaut genauer hin. Was sie sieht, ist der Genesung nicht zuträglich: Der eigene Mann versteckt sich hinter Jointschwaden, die Schwester hinter ihrer Unschuldsmiene; die Mutter vergräbt sich in den Erstlesebüchern aus der DDR-Schulzeit ihrer Kinder, und der Stiefvater verschwindet mit Aleits fünfjähriger Tochter in seinem verdunkelten Zimmer. Schon fährt der nächste Blitz Aleit ins Gehirn, und dergestalt erleuchtet, sieht sie die Chance gekommen, mit den Verleugnungsstrategien ihrer Familie endlich aufzuräumen ... Wütend, unversöhnlich, voller Sarkasmus: In ihrem Romandebüt Ostergewitter schleudert Saskia Fischer Blitze und setzt ein Familienidyll, das in Wahrheit die Hölle ist, in Flammen. © Suhrkamp Verlag | 10.4.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Mathias Gatza liest aus Der Augentäuscher | Abbild der Wirklichkeit oder schöner Schein? Es war nichts als eine dunkel angelaufene Metallplatte, in die die Zahl 1673 geritzt war. Aber der Fund war spektakulär. Die Reste eines Photos aus dem 17. Jahrhundert? Obwohl die Photographie erst im 19. erfunden wurde? Humbug, völlig unmöglich. Niemand glaubt dem verkrachten Wissenschaftler. Im Jahr 2002 jedoch, bei den Aufräumarbeiten nach dem Elbhochwasser in Dresden, stößt er auf einen Druckbogen im Bleisatz, dessen verklebte Seiten er löst und: das zweite Glied einer großartigen Beweiskette entdeckt. Schilderungen über einen gewissen Silvius Schwarz, hochbegabter Stillleben-Maler, Libertin und Atheist, der in Dresden aus einer Camera obscura ein künstliches Auge gebaut hat. Seine Geliebte, die wilde, schöne Sophie von Schlosser, berühmte Mathematikerin und Gambenvirtuosin, war ebenso Anlass für Neid und Missgunst wie Silvius' Erfindung: die Eins-zu-eins-Wiedergabe der Natur. Nur wenigen gewährt er einen Blick auf seine Kunst, und dann nur flüchtig,bei Kerzenschein Bald als Magier und Blasphemiker gejagt,wird Silvius auch noch verdächtigt, mit den geheimnisumwobenen Ritualmorden zu tun zu haben, die die höfische Welt erschüttern. © Graf Verlag | 5.4.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Marc Deckert liest aus Die Kometenjäger | Es muss dunkel sein, wenn wir die Sterne am Himmel erkennen wollen Wo ist der dunkelste Ort Deutschlands? Und ist es möglich, nur mit den Augen einen Kometen zu entdecken? Zwei junge Männer gehen gemeinsam auf die Suche: Der unentschlossene Philipp, der weder beruflich noch privat Fuß fasst und dessen Comicfigur Monsieur Lamarre mehr erlebt als er selbst. Und Tom, der sich mit Haut und Haar der Astronomie verschrieben hat, im tiefsten Innern aber ein Abenteurer und Romantiker ist. Gemeinsam bereisen sie ihre eigene Landkarte der Dunkelheit - ihr Weg führt sie von Süddeutschland nach Kalifornien, wo sie auf die alten Helden der Astronomie treffen, die stundenlang ausharren für den perfekten Anblick eines Sternhaufens. Philipp macht die Erfahrung, dass sich manche Frauen von den Wundern des Nachthimmels partout nicht beeindrucken lassen. Und Tom muss sich fragen, ob sein Lebensentwurf noch in die Gegenwart passt. Denn die Zeit der großen Kometenjäger scheint abzulaufen... © btb Verlag | 5.4.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Elias Wagner liest aus Vom Liebesleben der Mondvögel | Ein zauberhaftes Debüt, das in die Welt der Gletscherbären, der Tabakschwärmer und Komma-Dickkopffalter entführt. Max ist fünfzehn, wohnt mit seinem Vater am Starnberger See und interessiert sich weit mehr für Falter und Käfer als für Mädchen. Zu Beginn der Sommerferien wächst ihm sein Leben über den Kopf, was nicht nur daran liegt, dass sich sein Vater immer seltsamer aufführt und sein bester Freund Hilfe bei der Eroberung eines Mädchens braucht. Seit seine Mutter verschwunden ist, ist bei Max nichts mehr so wie früher. Der Fünfzehnjährige vertieft sich nur noch in sein Buch Wunderbare Insekten oder zieht sich zur "Insel der Seligen" auf dem See zurück. Doch zu Beginn der Sommerferien zwingen ihn drängende Probleme, dem Leben wieder ins Auge zu blicken. Sein bester Freund will die Gunst der Klassenschönheit gewinnen und macht Max zum Erfüllungsgehilfen eines wahnwitzigen Plans. Vor allem sein Vater bereitet Max Sorgen. Der Architekt übermalt seit kurzem in manischen Schüben die Gemälde seiner Frau. Es hilft alles nichts: Um wieder Frieden zu finden, muss Max an ein sorgsam gehütetes Tabu seiner Familie rühren. © Hoffmann und Campe Verlag | 2.4.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Michal Hvorecky liest aus Tod auf der Donau | Leinen los! Eine groteske Irrfahrt nach Osteuropa Achtzig Senioren auf einem Kreuzfahrtschiff zu bändigen, ist keine leichte Aufgabe. Vor allem dann nicht, wenn man nebenbei zwei Leichen entsorgen und seine Ex-Freundin verstecken muss. Michal Hvoreckys neuer Roman ist ein wilder Ritt über die Donau, von Regensburg bis ans Schwarze Meer. Eigentlich ist Martin Roy Übersetzer. Eigentlich. Denn dazu kommt er nicht als Reiseleiter einer Donau-Kreuzfahrt, in deren Verlauf so gut wie alles schiefgeht. Michal Hvorecky verknüpft in seinem grotesken Ship-Movie die Geschichte Mitteleuropas mit persönlichen Schicksalen (und seinen eigenen Erlebnissen als Reisebegleiter). Dabei zeichnet er das Bild einer Generation, die wie Nomaden durch die Länder zieht, auf der Suche nach dem besten Job, der Erfüllung im Leben und so etwas wie Heimat. "Tod auf der Donau" ist deshalb vieles auf einmal: Abenteuerroman, Liebesgeschichte und Satire auf die Auswüchse des Tourismus. Und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an die Donau. © Tropen bei Klett-Cotta | 2.4.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Robin Felder liest aus Paranoia | Held wider Willen Ein Menschenfreund ist Conrad Peng nicht gerade. Er verdient sein Geld, viel Geld als Consultant; Menschen sind ihm lästig, und er liebt es sie von A bis Z einzuordnen. Der einzige Mensch, der ihm wirklich etwas bedeutet, ist ein achtjähriger Junge, der wie er selbst in einem Waisenhaus aufwächst. Um Flynn kümmert er sich rührend, auch als er spürt, dass ihm seine Welt immer mehr entgleitet. Dann jedoch gerät der Junge in Gefahr, und es kommt zur Katastrophe. Packend, ungewöhnlich, unkorrekt - ein Roman über Angst, Liebe und den Versuch, Grenzen zu überwinden. © Aufbau Verlag | 26.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Franzobel liest aus Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind | Hildebrand Kilgus' Passion ist das Stöhnen, überall glaubt er es zu hören und zu spüren. Auf der Suche nach dem Geheimnis der tiefsten Gefühle wird er Puffvater, Hebamme, Sargträger und Sterbebegleiter, sogar Ehemann und Vater. Als Angestellter einer Agentur zur Manipulation des Wetters landet er in Rom, wo er in die Fänge der Mafia gerät. Und dann fangen auch noch die Vögel zu reden an! So stolpert "Hildy" durchs Leben, ein neuer Franz von Assisi und tölpelhafter Simplicissimus. Eine herzzerreißend komische, erfrischend obszöne Tour de Force durchs Land der Vögel und des Vögelns. © Zsolnay Verlag | 26.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Lucien Deprijck liest aus Die Inseln, auf denen ich strande | Stranden, aber wie? Das zeigt dieses einzigartige Buch in immer neuen Facetten. Auf einsamen und bewohnten, lebensfeindlichen und paradiesischen, tropischen und windumtosten Inseln erfüllen sich Schicksale, enden Träume, bieten sich neue Chancen. "Man strandet ja schließlich nicht jeden Tag, und wenn es schon mal passiert... und man das Glück hat, auf einer Insel angeschwemmt zu werden, dann soll es doch auch stilecht sein", beschwert sich einer von Lucien Deprijcks Schiffbrüchigen, dem es ganz und gar nicht passt, am Strand von Menschenmassen empfangen zu werden. Ein anderer strandet mit einer Frau, mit der er sich rein gar nichts zu sagen hat. Ein weiterer vermisst schmerzlich seine große Liebe. So stillt dieses einzigartige Gesamtkunstwerk aus 18 kurzen und längeren Inselepisoden und kongenialen Illustrationen die Sehnsucht nach dem Eintauchen in unbekannte Welten und erzählt zugleich von der Begegnung mit sich selbst, den Mitmenschen und den ganz großen Fragen. Und wer in klassischen Robinsonaden die weiblichen Helden vermisst: Hier wird er - wird sie - sie finden. Ob geheimnisvoll, dramatisch oder von absurder Komik: Lucien Deprijcks Variationen der existenziellen Erfahrung des Strandens sind höchst originell und zutiefst menschlich. © mareverlag | 22.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Michèle Minelli liest aus Die Ruhelosen | Eine opulente europäische Familiensaga Nur dank eines Zufalls stößt die Zürcher Ornithologin Aude auf eine Spur ihrer Familiengeschichte, die in eine andere, ferne Zeit führt. Während seit Jahrhunderten ihre Vorfahren der eigenen Herkunft stets den Rücken gekehrt haben, wendet sich Aude nun genau dieser Vergangenheit zu. All die unglaublichen Legenden über unstete Friseure, raffinierte Maskenbildner, begnadete Musiker, tüchtige Krämer und deren eigensinnige Frauen, in denen sich die Großmama beim Erzählen verstrickt hatte, fügen sich plötzlich zusammen. Vor Aude breitet sich ein verführerisches Geflecht aus drei Familien über acht Generationen und 150 Jahre aus. Michèle Minelli lockt uns mit unzähligen sinnlichen, skurrilen, tragischen und leidenschaftlichen Episoden in diese bis in die k. u. k. Zeit zurückreichende Familiensaga von europäischem Zuschnitt. © Aufbau Verlag | 22.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Bernd Schroeder liest aus Auf Amerika | Ein Junge wächst während der Nachkriegsjahre im oberbayerischen Hausen auf. Die Mutter aus gutem Berliner Hause, der Vater ein Taugenichts mit Nazivergangenheit, und nur langsam kommt der Junge dahinter, was sein Vater wirklich getan hat. Im Dorf hat er nur einen Vertrauten, den Knecht Veit. Keiner kennt ihn wirklich, aber er hat eine große Geschichte: Er war in Amerika. Bernd Schroeders Roman erzählt von der Beengtheit der ländlichen Idylle und dem Wunsch nach dem Aufbruch in eine neue Welt. Er schafft ein Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit, das einen ganz anderen Blick auf Schuld und Sühne wirft. © Carl Hanser Verlag | 19.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Eva Gesine Baur liest aus Emanuel Schikaneder. Der Mann für Mozart | Dass er das Libretto zu Mozarts letzter Oper, der Zauberflöte, schrieb, hat seinen Namen unvergesslich gemacht. Seinen Zeitgenossen aber war er aus ganz anderen Gründen ein Begriff: als waghalsiger Unternehmer, revolutionärer Theatermacher und frecher Kampfgeist, der sich mit Goethes Schwager Vulpius ebenso anlegte wie mit Kritikern und der Obrigkeit. Seine Karriere begann ganz unten. Schikaneder war ein Lakaiensohn. Doch er wurde zu einem Universaltalent: Bühnendichter und Theaterdirektor, Tänzer und Regisseur, gefeierter Darsteller des Hamlet und Sänger des ersten Papageno. Kein Theatermann seiner Zeit besaß mehr Instinkt für das Populäre, mehr Sinn für Bühnenmagie durch die neuesten Techniken und Erfindungen, mehr Mut für Experimente. Schikaneders Freilichtaufführungen mit Kutschen, Pferden und Feldlagern, seine Dramen mit brennenden Schlössern und fliegenden Walküren, seine Lustspiele voll Drastik und Erotik machten ihn berühmt. Stärker als die wenigen ganz großen Genies erhellt eine Gestalt wie Schikaneder die eigene Epoche, weil die Achterbahn seiner Existenz durch alle Wirklichkeiten führt, die erbärmlichen, die schrillen und die funkelnden. Zum Schikaneder-Jahr 2012 legt Eva Gesine Baur eine Biographie Emanuel Schikaneders vor, der am 21. September 1812 in bitterster Armut starb. © Verlag C.H.Beck | 19.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andrea Maria Schenkel liest aus Finsterau | Ein kleines Dorf mitten im Bayerischen Wald, 1944: Schwanger kehrt die junge Afra zurück in die Enge ihres Elternhauses, das sie Jahre zuvor verlassen hat, um ihr Glück woanders zu versuchen. Und dann eines Tages ist Afra tot, blutüberströmt liegt sie in der karg eingerichteten Wohnstube... Johann Zauners Leben ist nie leicht gewesen: Der Erste Weltkrieg, harte Arbeit als Tagelöhner, die Ehe mit Theres, die lange ohne Kinder blieb, dann Afras Geburt, von klein auf widerspenstig und störrisch. Nur der Glaube hat ihm Halt gegeben, auch als die Nazis an die Macht kamen, die er verachtete. Als Johann in der Kirche für seinen Glauben aufstand, wurde er abgeholt. Nach seiner Rückkehr aus dem Gefängnis ist er still geworden. Auch als Afra, die ungehorsame Tochter, schwanger zurückkehrt, schweigt er. Dann kommt Albert zur Welt, und in dem kleinen Dorf spricht man immer lauter über die Häusler und ihre liederliche Tochter. Einmal mehr hat Andrea Maria Schenkel einen historischen Mordfall in einen atemberaubend spannenden Krimi verwandelt. © Hoffmann & Campe Verlag | 15.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Ulla Lenze liest aus Der kleine Rest des Todes | Seit ihr Vater bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückt ist, ist auch Ariane irgendwie nicht mehr da. Und die rauschende Stille der indischen Palaniberge, in denen sie Monate in einem Zen-Kloster verbracht hat, scheint Lichtjahre entfernt. Spätestens als sie eines Morgens unter dem Fenster ihres Liebhabers erwacht, weiß sie, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Doch wie ließe sich vernünftig und gradlinig leben, wenn doch der Tod sich nicht ins Leben einfügen will, wenn doch immer ein Rest bleibt: die Erinnerung an ein letztes Winken am Bahnsteig, die befremdliche Präsenz in den gespeicherten Nachrichten des Anrufbeantworters und die quälende Frage, ob der eigene Vater bei vollem Bewusstsein verbrannt ist. Während sich Mutter und Schwester um die bürokratische Abwicklung des Todesfalls kümmern, ist Ariane auf der Suche nach Halt. Doch der Ex-Freund ist frisch verliebt, der standesgemäße Liebhaber aus akademischen Kreisen nicht bereit, sich durch große Emotionen die Laune verderben zu lassen, und ihre ehemals beste Freundin verschwindet immer wieder so schnell, wie sie aufgetaucht ist. Schließlich muss Ariane erkennen, dass nur sie selbst es ist, die sich helfen kann, und begibt sich auf eine Reise mitten ins Zentrum ihrer Ängste. Mit ihren poetischen, gestochen scharfen Bildern rückt Ulla Lenze so nah an die Grenzerfahrung des Abschieds und des Selbstverlusts heran, dass diese physisch präsent und greifbar wird. Atemlos folgt man der Ich-Erzählerin, wünscht ihre Rettung herbei und weiß doch, dass sie gerade jetzt so nah an den Dingen ist, wie man nur in tiefster Trauer, in der tiefsten Krise sein kann. © Frankfurter Verlagsanstalt | 15.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Traudl Bünger liest aus Lieblingskinder | Noch mal schnell die Welt retten. Rosalie ist Mitte dreißig, Staatsanwältin und hat die Welt, das Leben und ihre Neurosen im Griff - denkt sie. Als ihr Vater plötzlich verschwindet, führt ihre Suche sie an jenen Ort, der für sie gefährlicher ist als jeder andere: ihre Kindheit. Als Rosalie fünf war, war alles ganz einfach: Die Welt war böse und ihr Vater angetreten, sie zu retten, Rosalie als Assistentin immer an seiner Seite. Dreißig Jahre später ist die Welt nicht besser geworden, aber Rosalie weiß, dass sie nicht mit Privatermittlungen gegen Nachbarn, Lokalpolitiker und die US-Regierung gerettet werden kann. Aber als Rosalie nach dem Verschwinden ihres Vaters wieder in ihrem Elternhaus steht, umgeben von Aktenordnern mit vermeintlich stichhaltigen Beweisführungen, muss sie sich fragen, ob ihr Vater dieses eine Mal nicht eine wirklich heiße Spur verfolgt - und wie aus dem nervigen Nachbarsjungen von damals ein so attraktiver und zupackender Mann werden konnte... In Traudl Büngers temporeichem, vielschichtigem und pointiertem Debüt geht es um unsere Sehnsucht, die Welt zu verstehen und zu verändern. Es geht um einen Vater, der seine Familie an dieser Sehnsucht zerbrechen lässt. Es geht um eine Tochter, die um seine Liebe kämpft und zu spät erkennt, dass Väter keine Helden sind. Es geht um eine Staats anwältin, die Dienstvorschriften vergisst, um vielleicht sogar die Welt, zumindest aber die Glühbirne zu retten. © Verlag Kiepenheuer & Witsch | 12.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Anna Katharina Hahn liest aus Am Schwarzen Berg | Emil Bub, ein Lehrer kurz vor der Pensionierung, beobachtet von seinem Balkon aus, wie Peter, der Sohn seiner Nachbarn, in sein Elternhaus zurückkehrt. Peter ist krank und verwahrlost, seine Freundin Mia ist mit den gemeinsamen Kindern verschwunden. Der Verlust hat ihn völlig aus der Bahn geworfen. Seit den siebziger Jahren leben Emil und seine Frau Veronika, eine Bibliothekarin, am "Schwarzen Berg". Die kinderlosen Bubs bekommen plötzlich einen Wahlverwandten, als Peter mit seinen Eltern Hajo und Carla ins Nebenhaus einzieht. Hajo Rau verschreibt sich ganz der Arbeit in seiner Arztpraxis, seine Frau unterstützt ihn. So wird besonders Emil zur prägenden Gestalt für den sensiblen Nachbarsjungen. Er zieht Peter tief hinein in seinen Kosmos aus Dichtung und Leistungsverweigerung. Der Sommer in den einsamen Häusern am Rande des Stuttgarter Kessels vergeht mit den hilflosen Versuchen der beiden älteren Paare, den Verzweifelten wieder aufzurichten. Auf der Suche nach Mia und den Kindern durchstreift Emil mit Peter die überhitzte Großstadt, und Hajo entwirft eine Therapie. Aber was hilft das jetzt noch? Anna Katharina Hahn erzählt auf unnachahmliche Weise von verzweifelter Liebe in all ihren Spielarten und davon, daß im entscheidenden Augenblick selbst die nächsten Menschen einander ein Rätsel bleiben. © Suhrkamp Verlag | 12.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Jaroslav Rudis liest aus Die Stille in Prag | Ein Techno des Herzens - cool und elegant Jeder Aufbruch hat einmal ein Ende. Die Revolution, die Anfang der 90er Jahre das Leben in Prag zu einer einzigen großen Party machte, ist längst vorbei. Jetzt ist Spätsommer, das Licht ist bereits schwach und träge geworden. Doch bevor sich der Sommer endgültig dem Ende zuneigt, wird für fünf Menschen nichts mehr so sein, wie es vorher war... Fünf Menschen zwischen Straßenbahnlärm und dem Techno des Herzens, zwischen Lichteffekten und Rockmusik - und ein Konzert der Stille, das alles verändert. Petr, von seiner großen Liebe verlassen, arbeitet nach einem abgebrochenen Studium als Aushilfe bei der Straßenbahn. Auf einer seiner Fahrten trifft er die junge Punkerin Vanda, die sich fest vorgenommen hat, mit 18 das Koksen sein zu lassen. Ein Monat ist es bis dahin noch. Der angesehene Anwalt Wayne hat es dagegen geschafft, sein Leben auf Erfolgskurs zu bringen. Doch dann meint er, in den Nachrichten seinen im Irak stationierten Bruder blutüberströmt auf einer Trage zu erkennen und wird völlig aus der Bahn geworfen. Er weiß noch nicht, dass Hana, die im Flieger nach Prag sitzt, nicht bereit ist, ihn aufzufangen. Und dann ist da noch der alte Vladimír, der seine Frau verloren hat und sie nicht gehen lassen kann. Den Auslöser für das ganze Übel auf der Welt sieht er im Lärm. Den Rest seines Lebens verschreibt er dem Kampf für die Stille... Jaroslav Rudis erzählt mit Eleganz und Coolness - mal still und leise, dann wieder laut und knallend. Er erzählt von Menschen, die von Hoffnung, Liebe und Einsamkeit getrieben werden - und manchmal auch dem Leben selbst. © Luchterhand Literaturverlag | 8.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Judka Strittmatter liest aus Die Schwestern | Kindheitsmuster Obwohl die Beziehung zwischen den Schwestern Martha und Johanne Andruschat kompliziert ist, wollen sie ein paar Tage an der Ostsee verbringen. Dort aber haben sie auch eine lieblose Kindheit verlebt, die sie als Rivalinnen zurückließ und deren Deutung sie immer wieder entzweit: Während Johanne sich den Eltern gegenüber versöhnlich zeigt, hallen in Martha die Demütigungen von einst noch nach. Ein angesehener Akademiker-Haushalt waren die Andruschats, auf den der Ruhm Onkel Kurts abstrahlte, eines berühmten Schauspielers. Doch auch der hat die Spirale des Hasses und der Sprachlosigkeit nur vorangetrieben. Am Ziel ihrer Reise - dem früheren Devisenhotel "Sandbank" - werden die Schwestern mit einem Verrat konfrontiert, der über Nacht zum Zerwürfnis führt. Mit Zorn und Wut, Melancholie und Verlorenheit schaut Judka Strittmatter auf eine schmerzhafte Kindheit zurück. Ihr Debüt ist ein intensiver, sprachgewaltiger Roman über die Schicksalsreise zweier Schwestern, die Fesseln einer Familie und die befreiende Wirkung des Erinnerns. © Aufbau Verlag | 8.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Nina Bußmann liest aus Große Ferien | Bereits seit Monaten unterrichtet Schramm nicht mehr; etwas soll vorgefallen sein zwischen ihm und einem Schüler. Die Kollegen haben es schon immer gewußt, hinter seinem Rücken zerrissen sie sich über ihn, der immer korrekt war, die Mäuler. Und in der Tat, Schramm war porös geworden über die Zeit mit dem Jungen, der ihm in seiner Radikalität gegen sich selbst so ähnlich schien, und plötzlich hörte Schramm ein "wir" und war wie verzaubert, vollkommen ungeschützt in einem Moment, und dann -. Zeit hat er jetzt genug, sollte man meinen, aber die Sache ist längst nicht ausgestanden. Und so wendet Schramm sich widerwillig an den einzigen Menschen, den er noch hat, seinen Bruder. Vielleicht kann dieser ihm helfen herauszufinden, wie eins zum andern kam, wer hier wen in der Hand hatte, wie die Dinge sich so gegen Schramm verschwören konnten. Mit unheimlicher Präzision zieht Nina Bußmann uns hinein in ein Indizienspiel von parabolischer Gestalt. Während wir noch Opfer von Tätern zu unterscheiden suchen, drängt es uns unaufhaltsam hin zu jenem Moment, in dem ein Mann alles auf eine Karte setzt. © Suhrkamp Verlag | 5.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Matthias Senkel liest aus Frühe Vögel | Die Überwindung der Schwerkraft durchs Erzählen. Schon als Kind will Theodor Leudoldt hoch hinaus, am liebsten ganz bis zu den Sternen. Ein ambitioniertes Projekt in Zeiten des späten Kaiserreichs, doch Visionen kennen keine Grenzen. Und seine Frau und seine Tochter Ursula stehen ihm nicht nach. Ihre Fliehkraftversuche mit Tieren im Keller der Leudoldt?schen Villa lassen auf nichts anderes schließen: Ihr Ziel ist das All. Doch erst nach Kriegsende rückt die Erfüllung des Familientraums durch die Mitarbeit am US-Raumfahrtprogramm in der Raketenstadt Twickenham ein gehöriges Stück näher. Auch wenn Frauen für das Astronautentraining nicht zugelassen sind, das Schicksal der frühen Vögel erfüllt sich dennoch - im Space Race mit den Sowjets. Nahezu schwerelos und freihändig die Weltgeschichte bereisend erzählt "Frühe Vögel" von einer denkwürdigen Erfinder-Dynastie und erfindet sich im Erzählen selbst immer wieder neu. "Ein Roman? Nein, ein fliegender Teppich oder besser: ein Raumschiff inklusive Zeitmaschine, das den Leser in Welten und Epochen entführt, die man so noch nicht erlebt hat." © Aufbau Verlag | 5.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Christopher Kloeble liest aus Meistens alles sehr schnell | Albert, Fred und fünf Finger Leben Albert ist neunzehn, wuchs im Heim auf und kennt seine Mutter nicht. Sein Leben lang musste Albert ein Vater für seinen Vater Fred sein: Fred ist ein Kind im Rentenalter, ein schlaksiger Zweimeterriese, der nichts als Lexika liest, grüne Autos zählt und im Dorf als Held eines dramatischen Busunglücks gilt. Als sich herausstellt, dass Fred nur noch fünf Monate zu leben hat, machen sie sich auf die Suche nach Alberts Mutter. Ihre Reise wird zu einer Odyssee, die immer tiefer in die Vergangenheit führt. Albert muss herausfinden, dass die Menschen, die ihm am nächsten stehen, am meisten zu verbergen haben, und dass die Vergangenheit in der Erinnerung immer wahr ist. Es entspinnt sich eine Lebens- und Liebesgeschichte, die in einer Augustnacht 1912 im oberbayerischen Segendorf beginnt und sich durch ein ganzes Jahrhundert zieht. Ein beeindruckender, überraschender Roman um ein wundersames Dorf und zwei liebenswerte Helden. Um ihre Geschichte kennenzulernen, bleibt nicht mehr viel Zeit. Es geht ja meistens alles sehr schnell. © DTV | 1.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Philipp Schönthaler liest aus Nach oben ist das Leben offen | "Nach oben ist das Leben offen" erzählt von Gipfelstürmen und Abstürzen, vom Streben nach oben und von der Suche in der Tiefe. Eine Bergsteigertruppe, ein redseliger Tiefseetaucher, Besucher einer Shopping Mall oder Zugreisende - Schönthaler zeigt mit unverhohlenem Blick den heutigen Mensch in seiner Lebenswelt, der er zugleich ausgesetzt und entfremdet ist. Er erzeugt hyperrealistische Portraits, in denen er seine Protagonisten bis in den letzten Winkel durchleuchtet. In seiner präzisen und dichten Art zu erzählen, mit formaler Kühnheit und originellen Perspektiven durchleuchtet Schönthaler die moderne Gesellschaft. Anspielungsreich und scharf sezierend findet er in seinem ungewöhnlichen Prosadebut einen unerhört reifen, eigenen Ton, der in Atem hält, verführt - und listig mit Brüchen und Irritationen den Leser herausfordert. © Matthes & Seitz Berlin | 1.3.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Christoph Schmitz liest aus Das Wiesenhaus | Im Körper von Johannes Schneider regiert der Krebs. Auch wenn seine Familie sich rührend kümmert, es besteht wenig Hoffnung. Er fürchtet sich vor dem, was kommt, und davor, daß nichts bleibt von ihm und seinem Leben. Im Schreiben geht er gegen die Angst und das Vergessen an und träumt sich zurück in seine Kindheit im Rheinischen, an einen geradezu mythischen Ort - ins Wiesenhaus. Hier blüht das Leben wie die Landschaft. Doch bringt der Blick zurück auch Verdrängtes ans Licht, unerwartet bekommt das Familienidyll erste Risse. Langsam, aber sicher schreibt Schneider sich voran, hin zur Wahrheit darüber, was damals wirklich geschah und wie er zu dem wurde, der er heute ist. Mit großer Empathie erzählt Christoph Schmitz von einem Mann, der sich erinnert, um eine Zukunft zu haben. © Suhrkamp Verlag | 27.2.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Benjamin Lebert liest aus Im Winter dein Herz | "Dann dachte er an den Sommer, der schlief, wie die Menschen in ihren Betten schliefen..." Wenn der erste Schnee fällt, ziehen sich die Menschen zurück in ihre Häuser und halten Winterschlaf wie die Tiere. Robert, Annina und Kudowski, drei in dem kleinen Ort Waldesruh Gestrandete, bleiben wach und machen sich auf den Weg. In einem schwarzen Suzuki Samurai fahren sie durch ein weißes, vom Winter erfasstes Land. Es ist das Land, das man kennt, und doch ist es anders. Das Schweigen der Häuser, die verschlossenen Fensterläden erzählen von tiefen Träumen, und kaum ein Mensch zeigt sich auf den Straßen. Die drei Reisenden kennen sich nicht gut. Der Zufall hat sie zusammengeführt ? jeder mit seiner Geschichte und seinen Geheimnissen-, und ihre Fahrt durch den Schnee in Richtung Süden wird zu einer Reise dorthin, wo nicht nur der Winter zu Ende geht. Benjamin Lebert hat einen poetischen Roman über Freundschaft und die Wege, der Kälte zu trotzen, geschrieben. © Hoffmann und Campe Verlag | 27.2.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Else Buschheuer liest aus Verrückt bleiben! | Eine Anleitung zum Verrücktbleiben - ohne verrückt zu werden. Als Wetterfee oder Skandalautorin stand sie im Scheinwerferlicht, als Tempelbewohnerin und Sterbebegleiterin suchte sie die Abgeschiedenheit. Stets folgte sie ihren eigenen Regeln. In diesem mutigen, radikalen Buch zieht Else Buschheuer Bilanz und erzählt, wie der Drahtseilakt des Daseins zu bewältigen ist: Indem man niemandem als sich selbst glaubt, im rechten Moment nein sagt, die Hosen runterlässt und wieder hochzieht. "Verrückt bleiben!" ist ein Angebot, ein Mutmacher, ein Wachküsser. "Verrückt bleiben!" ist ein sehr persönliches Buch, das den Leser an Else Buschheuers Schicksal teilhaben lässt. Naseweis und weise erklärt sie uns, wie der Drahtseilakt Leben zu bewältigen sei: Indem man selber denkt, sich von seinen Besitztümern befreit, hinfällt, wieder aufsteht, niemandem als sich selbst glaubt, im rechten Moment nein sagt, die Hosen runterlässt und wieder hochzieht. Ihr Buch ist ein Pamphlet wider die Lebensplanung, eine Ode an die Unzulänglichkeit, eine Ermunterung zum echten Leben. "Ich werde jeden Tag mit feurigem Atem begrüßen." "Furchtlos sein! Nicht warten, was die anderen sagen!" © Aufbau Verlag | 23.2.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Lang liest aus Jim | Frank Opitz und Tobias Mundt sind alte Freunde und Rivalen. Seit er über fünfzig ist, dreht Mundt, ein erfolgreicher ehemaliger Fernsehmoderator, erst richtig auf, Opitz dagegen hadert als zorniger Intellektueller mit dem Kulturbetrieb und leidet seit einer Tumorerkrankung unter Schmerzen in der rechten Hand, die ihm monströs und unbrauchbar erscheint. Seine Frau Anna ist unbekümmert und schön, wird von Mundt umworben, scheint ihre Liebe aber vor allem Jim, einem Orang Utan-Jungtier zu schenken, das in ihrem weitläufigen Garten lebt. Jim ist sehr geschickt mit seinen Händen und Füßen und entpuppt sich als hochtalentiert: Er malt Bilder von höchster künstlerischer Qualität. Als Anna ein Gartenbett kauft, in dem der angeschlagene Frank gar nicht wird schlafen können, spitzt sich alles zu... Klug und raffiniert, komisch und luzide erzählt Thomas Lang in "Jim" von Liebe und Hass, Kunst und Krankheit, Kühnheit und Rivalität. © Verlag C.H.Beck | 19.2.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Bernhard Kegel liest aus Ein tiefer Fall | Als der Kieler Biologieprofessor Hermann Pauli spät am Abend den Campus verlassen will, locken ihn eigentümliche Geräusche in den obersten Stock des Biologiezentrums, ins Reich des gefeierten Evolutionswissenschaftlers Frank Moebus. Dort erwartet ihn ein grausiges Szenario: Zwischen zappelnden Fischen, Kröten und zahllosen Glasscherben liegt ein Mann, dessen Kopf in einem zerbrochenen Aquarium steckt, eine Scherbe hat sich tief in seine Kehle gebohrt. Wenig später findet die von Pauli gerufene Polizei einen zweiten Toten unter dem offenen Fenster - auch er ein Mitglied der Arbeitsgruppe von Frank Moebus. Kriminalhauptkommissarin Anne Detlefsen steht vor einem Rätsel. Geht es um die kostbaren Urzellen, auf die Moebus in der Tiefsee gestoßen ist? Eine neue Art von Leben - Größeres kann man in der Biologie kaum entdecken. Bewegung kommt in den Fall, als eine Gruppe prominenter Forscher aus aller Welt Moebus in einem offenen Brief vorwirft, ihren Labors trotz mehrfacher Bitten keine Zellen zu überlassen; ein Verstoß gegen gute wissenschaftliche Praxis. In Hermann Pauli keimt ein unheimlicher Verdacht auf... © mareverlag | 15.2.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Frank Goosen liest aus Sommerfest | "Woanders weiß er selber, wer er ist, hier wissen es die anderen. Das ist Heimat." "Storys, ehrlich, wo du hinguckst. Die liegen praktisch auf der Straße, die musst du nur aufheben!" Frank Goosens neuer Roman zelebriert ein Heimatwochenende voller skurriler Figuren - mit Fußball und Musik, mit großen Entscheidungen und viel Gefühl. Onkel Hermann, der seit dem Tod von Stefans Eltern in Bochum die Stellung hielt, ist gestorben, und Stefan muss zurück in die Heimat, um das kleine Bergarbeiterreihenhaus seiner Familie zu verkaufen. Zwei Tage, den Termin mit dem Makler hinter sich bringen, sich mit ein, zwei Leuten treffen, die es verdienen, und schnell wieder zurück nach München, ins wahre Leben. Rein, raus, keine Gefangenen. Das war der Plan. Doch schneller als man es für möglich hält, wird man in der Enge der Heimat zu Erinnerungen und Entscheidungen verurteilt.Just an diesem Wochenende wird die Sperrung der A40 im Ruhrgebiet zum kulturellen Happening, dessen Sog Stefan sich nicht entziehen kann. Und alle sind sie da, alle, mit denen er aufgewachsen ist: Toto, der Ver sager, Diggo, sein brutales Herrchen, Frank, der Statthalter, Karin, die Verwirrmaschine, Omma Luise, die Frau, die alles mitgemacht hat. Und Charlie. Sandkastenfreundin, nicht-leibliche Schwester, Jugendliebe. Keine Frau kennt Stefan so gut - und wegen keiner Frau ist er so viele Jahre einem Ort ferngeblieben... Ein rasanter Roadtrip durch den "Pott" von heute; ein urkomischer Roman voller Wehmut und Tiefgang. Cool und sentimental, derb-witzig und warmherzig. Frank Goosen ist ein Meister der Zwischentöne und versteht es wie kein anderer, auf unbeschwerte Weise die großen Lebensthemen zu verhandeln. © Verlag Kiepenheuer & Witsch | 12.2.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Lukas Meschik liest aus Luzidin oder Die Stille | Mitten durch die Gestirne rast dieses Buch auf uns zu. Es handelt vom leuchtenden Kosmos und von einem abgehalfterten Gott, von Träumen und Alpträumen, und einer seltsamen Droge namens Luzidin. Im ersten großen Roman des jungen Wiener Schriftstellers Lukas Meschik wird erzählt, was das Zeug hält, konzentriert und wild zugleich. Justus Geheimnis, Angestellter einer Firma, die technische Geräte erzeugt, und zuständig für die eben aus der Schweiz importierte Kreismaschine, wird von einem seltsamen Dröhnen verfolgt. Ladislaus Kampf, Toilettentester und Waschraumexperte, entflieht dem trostlosen Alltag, indem er die Einführung in die Feindeswissenschaft voranbringt. Wien höchstpersönlich gewinnt einen Boxkampf gegen Berlin und wird als nächstes gegen Gott in den Ring steigen. Und dann ist da noch eine Gruppe literarisch Unentwegter, die den Versuch unternimmt, diesen ganzen Wahnsinn zu dokumentieren, ein alles verschlingendes Überbuch zu schreiben, ein wucherndes poetisches Ding. "Luzidin oder Die Stille" ist eine lebenspralle Fabel, ein Versuch über das Universum und dabei ein weiter literarischer Kosmos für sich. © Jung und Jung Verlag | 9.2.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Olga Grjasnowa liest aus Der Russe ist einer, der Birken liebt | Mascha ist jung und eigenwillig, sie ist Aserbaidschanerin, Jüdin, und wenn nötig auch Türkin und Französin. Als Immigrantin musste sie in Deutschland früh die Erfahrung der Sprachlosigkeit machen. Nun spricht sie fünf Sprachen fließend und ein paar weitere so "wie die Ballermann-Touristen Deutsch". Sie plant gerade ihre Karriere bei der UNO, als ihr Freund Elias schwer krank wird. Verzweifelt flieht sie nach Israel und wird schließlich von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Mit perfekter Ausgewogenheit von Tragik und Komik und mit einem bemerkenswerten Sinn für das Wesentliche erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat hat. © Carl Hanser Verlag | 5.2.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Annika Reich liest aus 34 Meter über dem Meer | Ella und Horowitz könnten nicht unterschiedlicher sein: Ella, jung und verträumt, beginnt gerade ihren ersten Job bei einem Radiosender und hat sich zum ersten Mal verliebt - in Paul. Horowitz, alt und schrullig, ist gescheiterter Meeresforscher. Doch eines verbindet die beiden: Sie wünschen sich ein anderes Leben. Über eine merkwürdige Annonce treffen sie aufeinander: "6-Zimmer-Wohnung in Berlin-Charlottenburg zu tauschen gegen 2/3-Zimmer." Ella geht sofort auf das Angebot ein, und zögerlich beginnt sie, Paul in ihre Nähe zu lassen. Annika Reich erzählt mit Witz und Melancholie, mit Intelligenz und Intensität von der Unmöglichkeit, ein authentisches Leben zu führen. © Carl Hanser Verlag | 29.1.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Benjamin Stein liest aus Replay | Als Ed Rosen in der Morgendämmerung erwacht und mit den Zehen wackelt, steht eines fest: der Huf, der am Fußende aus seinem Bett ragt, ist auf keinen Fall seiner. Aber da. Wie soll er sich das erklären? Rosen, ein Software-Experte, war Mitentwickler und erster Träger des UniCom, eines Kommunikationsmittels, das als Implantat weit mehr kann als ein Smartphone - es protokolliert die Sinneswahrnehmungen seines Besitzers und macht das, was wir Realität nennen, in "Replays" unendlich wiederhol- und veränderbar: vor allem eine erotische Verlockung. Und es macht den Träger total kontrollierbar. Rosens Chef Matana und seine Firma treten einen weltweiten Siegeszug mit diesem Gerät an und nur ein paar ewiggestrige Störenfriede mahnen. Bis sich unerwartet Widerstand gegen das digitale Arkadien regt, der vielleicht auch den Huf erklärt? In Benjamin Steins neuem, glänzend geschriebenen und spannenden Roman geht es um Körper und Kontrolle, Erotik, Macht und Geheimnis und die Tyrannei totaler Transparenz. © Verlag C.H.Beck | 22.1.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Florian Felix Weyh liest aus Toggle | Droht uns der digitale GAU? Wer die Daten hat, hat die Macht - ein packender Thriller, der die Möglichkeiten digitalen Datenmissbrauchs zu Ende denkt. Der international agierende Computerkonzern Toggle scannt in abgelegenen Lagerhallen Deutschlands Bücher ein. Nicht nur die bizarren Sicherheitsmaßnahmen und das hemdsärmelige Vorgehen des Konzerns befremden - vielen wird dessen weltweite Informationsmacht ohnehin suspekt: Als Inhaber der wichtigsten Suchmaschine im Netz kann die Firma faktisch bestimmen, was bei Computerrecherchen gefunden wird und was nicht. Jetzt auch noch die Sache mit den Büchern! In Deutschland regt sich Widerstand. Deshalb ordnet die amerikanische Zentrale als PR-Maßnahme eine Tagung mit "kritischen Stimmen" renommierter Wissenschaftler auf Schloss Mellau an, einem 5-Sterne-Luxusresort nahe Garmisch-Partenkirchen. Die dauert allerdings nicht lange. Denn bald wird eine Teilnehmerin tot aufgefunden. Umstände ungeklärt. Der neue Deutschlandchef von Toggle versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Seine Recherche führt ihn immer tiefer in die Strukturen seines eigenen Konzerns, in dem Idealisten, gewinnsüchtige Geschäftsmänner und von Regierungen bezahlte Undercoveragenten um Einf luss auf die beiden anarchisch-unberechenbaren Gründer und Mehrheitseigentümer ringen. Mehr noch, er erkennt, dass sowohl ein schwerreicher russischer Oligarch als auch ein unbekannter Dritter an die Dienste von Toggle und die ungeheuren Datenberge von deren Konkurrenzfirma Myface herankommen wollen, um die digitalen Schatten aller Nutzer weltweit für ihre Zwecke zu missbrauchen. © Galiani Verlag Berlin | 15.1.12 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Pletzinger liest aus Gentlemen, wir leben am Abgrund | Ganz dicht dran - ein Schriftsteller in der faszinierenden Welt der Basketballprofis. Thomas Pletzinger kehrt zurück in eine Welt, in der er einst zu Hause war: Kabine, Halle, Mannschaftsbus - die Welt des Basketballs. Als Juniorenspieler stand er vor einer Profikarriere, jetzt hat er als teilnehmender Beobachter eine Saison mit dem Profiteam von Alba Berlin verbracht. Ihn interessieren die Menschen und ihre Geschichten: Spieler, Trainer, Manager und Fans. Wie stellt man ein Team zusammen? Wie holt man den Meistertitel? Wie hält man dem immensen Druck stand? Thomas Pletzinger erzählt von der Magie des Spiels, von seiner Ästhetik und Kultur, von Glück und Euphorie des Erfolgs, aber auch von enttäuschenden Niederlagen, vom Schmerz im Training und der Monotonie der Reisen - und immer wieder von sich und seiner Begeisterung für diesen Sport. Bemerkenswert ist, wie nah er den Akteuren kommt, welche Dramen sich hinter den Kulissen abspielen, welche Szenen er einfängt. Mit einer literarischen Sprache geht er dem Reiz und Schrecken des Profisports nach. Ein Buch für alle, die den Profisport jenseits der täglichen Sportberichterstattung erleben wollen. © Verlag Kiepenheuer & Witsch | 20.12.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Maik Brüggemeyer liest aus Das Da-Da-Da-Sein | "Wenn Liebe die Antwort ist, habe ich die Frage vielleicht falsch verstanden." Lässt sich das eigene Leben ändern, ohne die Welt zu verändern? Das Da-Da-Da-Sein erzählt vom späten Erwachsenwerden in Zeiten des Jugendwahns, von Schizophrenie im Spätkapitalismus, von flexiblen Menschen und angststarren Herzen. Das Porträt einer Generation, der es schwerfällt, ihren Platz im Leben zu finden. "Ein schönes, melancholisches Debüt - süffig statt süffisant, unprätentiös statt unernst, zeitgemäß statt hip. Prosa für Thirtysomethings, deren emotionaler IQ über thirtysomething liegt." Frank Schulz © Aufbau Verlag | 19.12.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Odile Kennel liest aus Was Ida sagt | Drei Frauen, zwei Länder - die Geschichte einer Familie. Ende der Achtzigerjahre lebt Louise in Berlin, aufgewachsen ist sie in der Normandie. Als sie unerwartet auf Ida trifft, eine ihr unbekannte Großcousine, erfährt sie, was ihr bislang verschwiegen wurde: Während die Deutschen Frankreich besetzten, verliebte sich ihre Mutter Paulette in Franz, einen Wehrmachtssoldaten - ein Skandal in Frankreich und für die Familie. Ida verschaffte Paulette ein Alibi für die heimlichen Treffen. Doch Idas Lebensgeschichte birgt noch weit mehr Geheimnisse. Ein Roman über eine außergewöhnliche Familie in der französischen Provinz, der in den Dreißigerjahren beginnt und eng mit den historischen Ereignissen verbunden ist. © DTV | 4.12.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Antonia Baum liest aus Vollkommen leblos, bestenfalls tot | Wie findet man im Labyrinth der Möglichkeiten den Weg ins eigene Leben? Antonia Baums junge Heldin erzählt in furiosem Stakkato von der Enge der Freiheit und der Bedrohlichkeit des Glücks. Eine junge Frau bricht auf, aus der Provinz in die Stadt, die Hoffnung auf Veränderung ist groß. Aber schnell stellt sie fest, dass sie nicht frei ist: nicht frei vom Unglück ihrer Eltern, nicht frei von der Angst, die sie in Ketten legt, nicht einmal frei in der Liebe, die sich als Farce entpuppt. Wer nur die Geborgenheit eines Gefängnisses kennt, dem erscheint jede Bewegung als Gefahr. Antonia Baums Heldin gibt jener Generation eine Stimme, die in den unendlichen Möglichkeiten des Glücks und der Selbstverwirklichung verloren ist. Ein erstaunliches Debüt, eine tragikomische Suada und ein ebenso emotionaler wie kühl sezierender Blick auf eine kaputte Gesellschaft. © Hoffmann und Campe Verlag | 27.11.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Sabina Lorenz liest aus Aufhellungen | Sara trifft Toni nach Jahren wieder - beim Begräbnis der Frau, die sie beide als verwaiste Jugendliche aufgenommen hat. Die alte Vertrautheit und die alten Schwierigkeiten, die unbewältigten Ereignisse leben wieder auf. Und dann laufen ihnen noch zwei Achtjährige zu, der jähzornige Oliver und das Mädchen, das seinen Namen vergessen hat. Als sollten Sara und Toni sich in den Kindern spiegeln, beginnt das Spiel von neuem. Aber das alte Spiel ist noch nicht zu Ende gespielt. Aus Berlin kommt Elvira dazu. Als Mittlerin? Sara hat einst Toni mit dem Holzscheit geschlagen, und mit ihm ihre erste sexuelle Begegnung gehabt. Auch Elvira ist in alten Verletzungen gefangen. Das kleine Mädchen Namenlos erlebt etwas Zerstörerisches mit einem weißen Zauberer beim Winterfestival. Und der dicke Oliver, ohnmächtig seiner Wut ausgeliefert, versucht vor allem davonzulaufen. Sie streiten, gehen auseinander, nähern sich wieder an, gehen auseinander... Doch eine Wende kündigt sich an: Elviras Liebe für den kleinen Oliver hilft ihm über den Berg. Sara und Namenlos, nur Mißverständnissen erliegend, lernen sich durch das Spiel mit Gebärden verstehen. Und sind es am Ende die Kinder, die Elvira und Sara ihre Liebe zueinander entdecken lassen? Erzähler- und Zeitenwechsel, Lakonik, poetische Sprachpfade, Humor und großartige Dialoge machen den ereignisreichen, spannenden Stoff zu einem literarischen Vergnügen. © P.Kirchheim Verlag | 14.11.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Daniel Glattauer liest aus Mama, jetzt nicht! | In seinen "Kolumnen aus dem Alltag", die über viele Jahre in der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" erschienen sind, würdigt Glattauer bislang in ihrer Bedeutung unterschätzte feierliche Anlässe ("Weltverdauungstag"), beschreibt die Tücken des öffentlichen Privatlebens im Zeitalter der Handys, hängt traumatischen Erinnerungen an die Schulzeit nach ("Langsam ans Abgeben denken!") und stellt sich den ganz großen Daseinsfragen ("Es ist, wie es ist"). Seine Themen findet Glattauer in der unmittelbaren Umgebung. Messerscharfe Beobachtungsgabe und feine Ironie machen den Autor aus Österreich zum Meister der kleinen Form. © Deuticke Verlag | 7.11.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Elfriede Hammerl liest aus Kleingeldaffäre | Eine Frau hat einen Liebhaber. Der ist verheiratet und wird das auch bleiben - das wissen sie beide. Anstatt Geschenke zu kaufen, gibt G., so heißt der Geliebte, seiner Freundin Geld, damit sie sich selbst etwas Schönes kaufen kann. Das Geld ist das seiner Frau, die deutlich mehr davon hat als er. Wann immer sich die Geliebte ihre Situation bewusst macht, schwankt sie zwischen Wut und Verzweiflung. Alle Trennungsversuche scheitern - die Faszination von G. ist zu groß. Eine Liebe ohne Zukunft und eine Frau, die sich darüber keine Illusionen macht. Ein Buch von schonungsloser Ehrlichkeit, wie man es selten liest. © Deuticke Verlag | 31.10.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Evelyn Schlag liest aus Die große Freiheit des Ferenc Puskas | Oktober 1956: Nahe der Grenze fallen Schüsse, Blut fließt. Schnell ist der Traum von der großen Freiheit in Ungarn vorbei. István Földesch flüchtet mit seiner Frau Etelka und dem Sohn László über die grüne Grenze. In einer Molkerei findet die Familie rasch Arbeit. Viele Jahre später begegnen sich der Rechtsanwalt Valentin Görtz aus Österreich und der Ungar László Földesch an einer Tankstelle. Obwohl sie sich nie zuvor gesehen haben, sind ihre Biographien eng miteinander verknüpft. Görtz findet heraus, dass sein Vater einst der Anwalt des Molkereidirektors war, und auch bei seiner Lebensgefährtin Katharina setzt László Erinnerungen in Gang. © Zsolnay Verlag | 24.10.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Glavinic liest aus Unterwegs im Namen des Herrn | Die Pilgerfahrt auf den Balkan soll eigentlich zur Erleuchtung führen. Doch die bleibt aus. Thomas Glavinic und der Fotograf Ingo stehen kurz vor dem Nervenzusammenbruch: Die vierzehnstündige Busfahrt nach Bosnien mit den kauzigen Mitreisenden war schlimm genug. Im Pilgerort Medjugorje landen die beiden in einer perfekten Abfertigungsmaschinerie für gläubige Touristen. Zermürbt von den endlosen Gebeten der Religionsanhänger, versuchen sie zu fliehen, doch schon bald wünschen sie sich, sie wären bei den Predigern geblieben. Mit seinem neuen, brillanten Buch beweist Glavinic: Er ist böse - vor allem sich selbst gegenüber. © Carl Hanser Verlag | 10.10.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Claudia Schreiber liest aus Süß wie Schattenmorellen | In Annies Familie waren die Dinge schon immer etwas anders als bei den anderen. Doch als würde es nicht reichen, dass sie ohne Vater aufwächst und ihr Großvater mit seiner jungen Geliebten kurzerhand in den Urlaub verschwindet, macht sich zugleich auch noch ihre gestresste Mutter aus dem Staub und lässt die 14-Jährige allein auf der Schattenmorellenplantage der Familie zurück. Gewohnt anzupacken, nimmt Annie die Arbeit unerschrocken in Angriff, und als eines Tages die hochschwangere Paula auftaucht und vor ihren Augen einen Jungen gebärt, rettet Annie dem neugeborenen Kind sogar das Leben. Aber auch den Erwachsenen um sie herum greift sie immer wieder mutig unter die Arme, denn die haben ihr Leben keineswegs besser im Griff als die Jugendlichen. © Kein & Aber Verlag | 10.10.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Friedrich Achleitner liest aus iwahaubbd | Mitte der 1950er Jahre schrieb Gerhard Rühm "wir haben den dialekt für die moderne dichtung entdeckt", und meinte damit außer sich selbst noch H. C. Artmann und Friedrich Achleitner. Friedrich Achleitners Dialektgedichte unterscheiden sich wesentlich von denen seiner Freunde. Mitten unter den verschiedenen Wiener Großstadtdialekten "hörte ich meinen Innviertler Dialekt mit anderen Ohren". In den Bauernhöfen an der bayrischen Grenze gab es so gut wie keinen Wortschatz außerhalb der Arbeitswelt, schreibt er im Nachwort. Achleitners seit damals entstandene und hier gesammelte scharfzüngige Gstanzln, Schnaderhüpfln, Litaneien und Gedichte erscheinen erstmals in einem Band. © Zsolnay Verlag | 4.10.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andrea Hanna Hünniger liest aus Das Paradies | Die Stimme einer neuen Generation - die letzten Kinder von Marx und Milka. "Das Paradies" ist die Geschichte einer Kindheit im Ostdeutschland der 90er-Jahre. Das Portrait einer Generation, die die DDR nur aus der Erinnerung der Eltern kennt. Andrea Hanna Hünniger erzählt von einem Land, das die Deutsche Einheit wie ein Kahlschlag, ein Raubzug, eine Brandrodung trifft. Die 90er-Jahre in Ostdeutschland: neue Supermärkte, rote Mountainbikes, schweigende Eltern. Wie nebenbei ist für die damals fünfjährige Autorin die Mauer gefallen. Der Vater bekommt eine Hirnhautentzündung, die Mutter eine Umschulung. "DDR? Was ist das?" fragt die Autorin ihre Eltern, die stumm werden wie die Fische im Aquarium. Was sollen die großen Supermärkte, wenn die Eltern einem nie Süßigkeiten kaufen? Was immer der Sozialismus war, da schwingt etwas von Zahnarzt mit. Während die Eltern sich hinter den Plattenbaumauern verschanzen, erziehen die Kinder sich selbst zwischen der Kleingartensiedlung, die alle das "Paradies" nennen und den Probierständen im Supermarkt, wo es den Helmut-Kohl-Gedenkkuchen gibt, den man mit der Verpackung essen kann. Andrea Hanna Hünniger erzählt brillant von ihrer Generation - die zwischen den Idealen der Eltern und Verheißungen eines neuen Landes steht. © Tropen bei Klett-Cotta | 25.9.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Kolja Mensing liest aus Die Legenden der Väter | Drei Generationen. Eine Lebensgeschichte. 1946 wird im Nordwesten Deutschlands ein Kind geboren. Der Vater ist Pole, Soldat der Besatzungstruppen, die Mutter eine Deutsche. Die Liebe scheitert. Das Kind wächst heran, ohne den Vater, der in seine Heimat zurückgekehrt ist, je kennenzulernen. Viele Jahre später macht sich Kolja Mensing, der Enkel jenes polnischen Soldaten, auf die Suche nach einem Phantom. Der Journalist Kolja Mensing erzählt diese Suche suggestiv und anschaulich wie einen Roman. Von der vorsichtigen Annäherung dreier Generationen, die durch die historischen Verwerfungen des 20. Jahrhundert von einander getrennt wurden, aber auch davon, wie Erinnerungen in Familien weitergegeben und dabei wie von selbst zu Literatur werden. © Aufbau Verlag | 25.9.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Sebastian Polmans liest aus Junge | Hoch oben auf dem Feuerwachturm eines Militärstützpunktes steht ein Junge und beobachtet, wie die Sonne lichte Tupfer auf die Landschaft wirft; im Hintergrund das leichte Sirren eines alten Kofferradios. Die Ruhe aber ist nur von kurzer Dauer, denn etwas im Jungen gerät aus den Fugen. In seinen Ohren saust es, sein Herz rast. Die Dinge zeigen sich überkonturiert. Unten im Ort, der wie ein Niemandsland zwischen den Grenzen liegt, herrscht triste Normalität. Die Menschen gehen in die Kirche und prozessieren stolz beim Schützenfest. Von den Dingen, die um sie herum passieren, nehmen sie kaum Notiz. Den Jungen aber treiben Schwindelschübe hinein in einen Zitterzustand. Er sieht Kinder, bewaffnet mit Gewehren, Totempfähle, Asylanten, die wartend in ihren Baracken kauern. Er begreift, daß er anders ist, und schöpft daraus neuen Mut. Fortan begegnet er der Welt mit einem verängstigten Staunen, in der Hoffnung, daß sie mehr bereithält, als der schnelle Blick erhaschen kann. Die Enge des Dorfes schnürt ihm zunehmend die Luft ab. In einer Nacht, in der die Bilder rauschen, plant er sein Fortgehen. © Suhrkamp Verlag | 20.9.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Meinecke liest aus Lookalikes | Die poshe Düsseldorfer Königsallee ist ihr bevorzugtes Revier, dort flanieren sie auf und ab: Josephine Baker, Serge Gainsbourg, Marlon Brando, Elvis Presley, Justin Timberlake, Shakira (und wie sie alle heißen). Sie alle sind Lookalikes, haben sich bei einschlägigen Agenturen registrieren lassen und sind damit beschäftigt, ihre Ähnlichkeit mit den berühmten Namensträgern produktiv zu machen. Sie lesen Bücher (auch über ihre Idole), sehen sich Spielfilme an (wie gingen die Regisseure der Nouvelle Vague mit den Körpern der Frauen um?), haben Affären miteinander (zum Beispiel Josephine Baker und Justin Timberlake) und kommunizieren vorzugsweise elektronisch mit Hilfe sozialer Netzwerke (deren Jargon sich diesem Roman einschreibt). Dabei dreht sich alles um die Frage, inwiefern Männer und Frauen doch immer nur Gattungswesen sind? Thomas Meinecke, mit allen postmodernen theoretischen Wassern gewaschener Literatur-Discjockey und Zitatraubritter, bekommt in seinem neuen Roman die Rechnung präsentiert: Der Text verschlingt seinen Autor und spuckt ihn als Romanfigur wieder aus - und mitten hinein ins verspielte und gleichzeitig todernst gemeinte Treiben der Lookalikes und ihrer Role Models. © Suhrkamp Verlag | 20.9.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Sherko Fatah liest aus Ein weißes Land | Von Bagdad nach Berlin: Die Reise eines jungen Arabers durch eine Welt, die ihre Unschuld verliert. Bagdad in den 1930er Jahren. Der junge Araber Anwar versteht nichts von den politischen Wirren seiner Zeit. Er träumt von schönen Häusern, von fernen Reisen und vielleicht ein bisschen von der Schwester seines jüdischen Freundes. Er träumt davon, ein "Jemand" zu werden. Doch dann gerät er mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs unter den Einfluss der "Schwarzhemden", der faschistischen Jugendorganisation im Irak. Ein bitter wahres Märchen nimmt seinen Lauf, ein Abenteuerroman mitten durch die Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der junge Araber Anwar wächst im Bagdad der 30er Jahre zwischen allen Stühlen auf. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, aber die Tagelöhner mit ihrer schweren Arbeit sind ihm fremd - genauso fremd wie die verlockenden Paläste der Reichen. Er träumt davon, sein Glück zu machen, und die Cafés mit den unverschleierten Frauen und dem Zigarettenrauch ziehen ihn unwiderstehlich an. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, scheint Anwars Traum von den "schönen Häusern" und von Reisen in ferne Länder in Erfüllung zu gehen. Im Gefolge des Großmuftis von Jerusalem, eines Bundesgenossen der Nationalsozialisten in Deutschland, flieht er 1941 nach Berlin. Doch es ist ein geisterhaftes Exil, das ihn erwartet, und statt sein Glück zu finden, verliert er sich im Labyrinth der Geschichte und im Räderwerk des Krieges. Anwars Weg führt in die muslimischen Verbände der Waffen-SS, führt nach Weißrussland und endet bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes. Anwar wird überleben, wird in die Heimat zurückkehren, aber seine Träume sind alle grausam zerstört. © Luchterhand Literaturverlag | 11.9.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Judith Schalansky liest aus Der Hals der Giraffe | Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Daß ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern - in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über die übliche Haßliebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Nach dem gefeierten Atlas der abgelegenen Inseln schreibt Judith Schalansky einen Roman. Darin kämpft eine Biologielehrerin für die Einhaltung der Naturgesetze, verrenkt sich den Hals nach unerreichbaren Früchten und fällt am Ende vom Glauben an Gott Darwin ab. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten dieser Welt: die Schule. © Suhrkamp Verlag | 11.9.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Franz Schuh liest aus Der Krückenkaktus | Eine große Liebeserklärung an die Literatur ist das neue Buch des Essayisten und Schriftstellers Franz Schuh aus Österreich. Unabhängig von Moden und Genres stehen darin Erzählungen neben Essays und Gedichten, die der Frage des moralischen Urteilens und der Frage, was "gut" ist, nachgehen. In einem Essay über Thomas Mann und Robert Musil werden beispielsweise Größenverhältnisse thematisiert. Schuh hat den "Krückenkaktus" im Wiener Allgemeinen Krankenhaus gesehen. Er wurde ihm zum Symbol für die praktische Veranlagung von Menschen, fand aber ebenso Parallelen zu seiner eigenen Arbeit. Schuh, einer der luzidesten Denker der Gegenwart, erzählt von großen Geistern, kleinen Beobachtungen und ewigen Themen. © Zsolnay Verlag | 2.9.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Ursula März liest aus Fast schon kriminell | Oft ist es nur ein kleiner Moment, der den Alltag plötzlich aus dem Gleis springen lässt. Wie bei dem Sparkassenangestellten, der eines Freitagnachmittags einfach so mit 3,2 Millionen Mark davongeht. Ursula März erzählt Geschichten von großen und kleinen Verbrechen, von kaltblütigen Betrügern und ungeschickten Mördern. Es sind ungeheuerliche Geschichten über menschliche Ausnahmesituationen, inspiriert vom wahren Leben und zugleich von großer literarischer Kraft. Einmal mehr offenbart die Autorin, wie schmal der Grat zwischen Normalität und Brutalität ist - und wie stark ein Verbrechen von absurden Zufällen abhängen kann. © Carl Hanser Verlag | 2.9.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Annett Gröschner liest aus Walpurgistag | Ein rasanter Großstadtroman - verfasst von einer leidenschaftlichen Erzählerin. Es ist der 30. April in Berlin, die Stadt bereitet sich auf die alljährlichen Krawalle in der Walpurgisnacht vor. Für Annja Kobe ist damit der Zeitpunkt gekommen, von der Polizei unbemerkt mit ihrem Vater umzuziehen, der seit zehn Jahren und fünf Monaten tiefgefroren in einer Kühltruhe liegt. Sie bittet Alex um Hilfe, einen Stadtstreicher, der Berlins Schlupflöcher so gut kennt wie kein anderer. Auf ihrer Tagesreise durch die Stadt kreuzen sie die Wege von Menschen, die wegen neuer Besitzverhältnisse die Wohnung wechseln müssen, Gas ablesen oder Taxi fahren, zur Schule gehen oder sie schwänzen, sich auf der Flucht vor der großstädtischen Einsamkeit in Blind Dates stürzen oder glauben, die Welt durch Aktionstheater verbessern zu können. All diese Lebensgeschichten verweben sich zu einem dichten Netz, das sich über die Stadt legt, sodass Berlin selbst zu einem der Protagonisten wird, seine Gegenwart wie Vergangenheit. "Walpurgistag", der lang erwartete zweite Roman von Annett Gröschner, ist ein lebenskluges Buch, raffiniert strukturiert, temporeich, mit Lakonie und Witz erzählt. © DVA | 2.9.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Mirco Buchwitz liest aus Nachtleben | Das Leben des Türstehers Richard: Mit acht Jahren kommt er ins Heim, der Kontakt zur Familie bricht ab. Jahre später meldet sich die Schwester: "Willst du Mutter noch mal sehen?" Gemeinsam fahren sie an deren Sterbebett, und Richard berichtet, wie es ihm all die Jahre ergangen ist. Er erzählt von der Erzieherin Merle und seiner geliebten Pia, vom besten Freund, von Prügeleien, vor allem aber vom Versuch, eine Familie zu finden. Der Leser wird Mitwisser seiner Lebenslügen und Komplize des Versteckspiels - und begleitet Richard auf der Suche nach dem Ursprung seiner Einsamkeit. Was es heißt, allein aufzuwachsen, hat zuletzt Wolfgang Herrndorf in "Tschick" ähnlich rührend und überzeugend erzählt. © Aufbau Verlag | 28.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Veronika Peters liest aus Das Meer in Gold und Grau | Eine junge Frau auf der Reise. Eine alte Frau, die nicht mehr viel Zeit hat. Eine Begegnung, die ungeahnte Türen öffnet. Katia Werner steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag, als sie von einem auf den anderen Tag ihren Job samt Wohnung verliert. In dem Bedürfnis, alles hinter sich zu lassen, macht sie sich kurzerhand auf den Weg zu ihrer alten Tante - einer Halbschwester ihres Vaters, die sie bisher noch nicht kennt. Tante Ruth betreibt das malerisch abgelegene "Strandhotel Palau" an der Ostsee, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Seine reichlich betagten Bewohner und vor allem die ebenso ruppige wie auf ihre ganz eigene Weise beeindruckende Tante sorgen dafür, dass aus dem spontanen Wochenendbesuch viele Monate werden. Nach chaotischen Beziehungen und zahllosen Fluchten lässt Katia sich zum ersten Mal auf das Wagnis des Bleibens ein - und ahnt doch nicht, dass sie damit die größte Herausforderung ihres Lebens annimmt. © Goldmann Verlag | 28.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Jochen Schimmang liest aus Neue Mitte | Winter 2029/30. Deutschland hat nach neun Jahren Juntaherrschaft vier Jahre Übergangsregierung unter englischer Führung hinter sich. Das ehemalige Regierungsgelände in Berlin ist Niemandsland. Doch hat sich dort inzwischen ein bunter Haufen von Menschen angesiedelt, die ihr Utopia leben: intelligent, gebildet, die meisten vernetzt durch den Widerstand während der Juntazeit: ein Gärtner, ein Geigenbauer, ein anarchistischer Lektürezirkel, das Restaurant "Le plaisir du texte". Nun soll dort aucheine Bi bliothek eingerichtet werden - für deren Aufbau ist Ulrich Anders nach Berlin gekommen, der Erzähler des Romans. Doch der Zustand glückseliger Freiheit ist bald bedroht: Aus den verlassenen U-Bahn-Schächten heraus unternimmt die Junta einen neuen Putschversuch. Eine Drahtzieherin scheint die schöne Witwe des Juristen der Junta zu sein, dessen Bibliothek Ulrich gekauft hatte. Und an was für einem geheimnisvollen Programm arbeitet Ulrichs Freundin, die Softwareentwicklerin Eleanor Rigby? Jochen Schimmang gibt dem Möglichkeitssinn Zunder und entwirft ein Deutschland der Zukunft, in schönster postmoderner Tradition: pure Lust am Text! Aber Neue Mitte ist auch ein spannender Politthriller, der das eigene Genre aufs Korn nimmt und ganz nebenbei Roland Barthes' Frage "Wie zusammen leben?" zu beantworten sucht. © Edition Nautilus | 28.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Angelika Klüssendorf liest aus Das Mädchen | Die berührende Geschichte einer Selbstbehauptung. Angelika Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: die tyrannische Mutter, die autoritären Lehrer, der bürokratische Staatsapparat. Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassenkameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus "Brehms Tierleben", die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Auch wenn sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt und schließlich ins Heim gesteckt wird, kann sie sich auch dort auf die neue Lage einstellen. Und das Kinderheim wird auf überraschende Weise zu einem Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann. Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, und trotzdem den Lebenswillen nicht verliert - kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter. Ein literarisches Meisterwerk! © Verlag Kiepenheuer & Witsch | 22.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Michael Kumpfmüller liest aus Die Herrlichkeit des Lebens | Die Liebe eines Lebens. Überlebensgroß ist der Mythos Franz Kafka, dessen Nachruhm als Schriftsteller scheinbar mit einem weithin unglücklichen Leben erkauft wurde. Doch nun wirft Michael Kumpfmüller ein helles, fast heiteres Licht auf den berühmten Dichter und zeichnet liebevoll und diskret einen Menschen, der in seinem letzten Jahr die große Liebe findet und sein Leben in die Hand nimmt, bevor es dafür zu spät ist. Im Sommer 1923 lernt der tuberkulosekranke Franz Kafka, als Dichter nur Eingeweihten bekannt, in einem Ostseebad die 25-jährige Köchin Dora Diamant kennen. Und innerhalb weniger Wochen tut er, was er nicht für möglich gehalten hat: Er entscheidet sich für das Zusammenleben mit einer Frau, teilt Tisch und Bett mit Dora. In Berlin wagt er mit ihr das gemeinsame Leben, mitten in der Hyperinflation der Weimarer Republik. Den täglich kletternden Preisen, den wechselnden Untermietquartieren, den argwöhnischen Eltern zum Trotz: Bis zu seinem Tod im Juni 1924 werden sich Franz Kafka und Dora Diamant, von wenigen Tagen abgesehen, nicht mehr trennen. Aus dieser wahren Geschichte macht Michael Kumpfmüller einen feinsinnigen, behutsamen und kenntnisreichen Liebesroman. Kafkas Tagebücher, seine Briefe und letzten Texte kennt er genau und webt sie zart in die Erzählung ein. Aber ebenso sehr widmet er sich Doras Sicht, dem Blick der verliebten jungen Frau auf ihren rätselhaften, sterbenden Mann. Und so gelingt Kumpfmüller eine tief anrührende Parabel über das Leben und die Liebe, das Schreiben und den Tod. © Verlag Kiepenheuer & Witsch | 22.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Friedrich von Borries liest aus 1WTC | Vier junge Menschen kämpfen in New York gegen die Allgegenwart der Überwachung, gegen den Anfang vom Ende unserer Freiheit. Immer tiefer verirren sie sich in einem Spiegelkabinett aus Virtualität, Fiktion und Realität. Am Ende stehen drei Tote - und eine Entscheidung. New York. Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hat die Stadt zur Normalität zurückgefunden, ein neues World Trade Center entsteht - das 1WTC. Tom, ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Militärgeheimdiensts, entwirft das Fundament des Gebäudes. Seine Freundin Jennifer, eine Galeristin, lernt in der Bibliothek den deutschen Künstler Mikael Mikael kennen, der sie für sein Filmprojekt engagiert: Zusammen mit der geheimnisvollen Hackerin Asanta dokumentieren sie die allgegenwärtige Überwachung in der Stadt. Als Tom einen mysteriösen Auftrag von seinen ehemaligen Vorgesetzten erhält, beginnt die Grenze zwischen Simulation und Wirklichkeit zu verschwimmen. Am Ende stehen drei Tote - und eine Entscheidung. © Suhrkamp Verlag | 22.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Feridun Zaimoglu liest aus Ruß | Liebe, Trauer und Vergeltung im Ruhrpott - eine deutsche Saga. Ein Kiosk in Duisburg ist der Ausgangspunkt einer rasanten Geschichte, die ihren Held durch den Ruhrpott, nach Warschau und bis auf die Großglocknerstraße führt - und an die Grenzen seiner Liebes- und Leidensfähigkeit. Mit "Liebesbrand" und "Hinterland" hat Feridun Zaimoglu erfolgreich die Romantik in die deutsche Gegenwartsliteratur zurückgeholt, und nun wendet er sich einer Region zu, die deutscher kaum sein könnte: dem Ruhrpott, Industriebrache im Wandel zur Dienstleistungsregion. Die Gegend ist im Umbruch, und gebrochen ist auch der Held dieser Geschichte. Rentz war Arzt, doch als seine Frau von einem Einbrecher ermordet wurde, zerbrach seine Welt und brach sein Wille. Seit mehreren Jahren hilft er bei seinem Schwiegervater aus, der einen Kiosk mitten in Duisburg führt, kümmert sich um die Alltagssorgen der Trinker und Hänger, trauert um seine Frau und sinnt auf Vergeltung. Sein Leben kommt wieder in Fahrt, als er den Auftrag erhält, einen verstörten jungen Mann aus Warschau zurückzuholen. Wieder in Duisburg verliebt er sich in die Kellnerin Marja, doch dann holt ihn die Vergangenheit ein: Er erfährt von der Haftentlassung des Täters und heftet sich an seine Fersen. Zaimoglu zeigt das Drama eines Menschen, den kaum noch etwas im Leben hält, vor dem Hintergrund einer Welt, die durch eine lange Tradition geprägt ist und sich gerade neu erfindet. Große deutsche Literatur! © Verlag Kiepenheuer und Witsch | 15.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Jakob Hein liest aus Wurst und Wahn. Ein Geständnis | Jakob Heins bitter-böse Farce auf Trend-Neurotiker, Pseudo-Vegetarier und eine Welt voller Vorurteile. Irgendwo in einem In-Viertel einer größeren deutschen Stadt, irgendwann demnächst. Bei einer Weihnachtsfeier bestellt ein junger Mann arglos eine Gänsekeule - und erntet von seinen Kollegen fassungslose Blicke und entsetzte Kommentare. Denn alle sind inzwischen Vegetarier der reinen Lehre. Eine peinliche Situation, aus der nur eines hilft: die Verkündung des Vorsatzes, ab Neujahr "natürlich" vollständig auf Fleisch zu verzichten. Doch der Entzug ist schwerer als gedacht: Ein Leben ohne tote Tiere auf dem Teller ist äußerst hart. Der Mittagsteller, einst Höhepunkt des Arbeitstags, erinnert verdächtig an Liebe ohne Sex. Innerhalb kürzester Zeit schleppt sich der junge Mann energielos durch sein Leben. Schlimme Visionen plagen ihn: Bereits der Anblick von Hunden löst unbändige Gier nach hot dog bei ihm aus. Auch geht seine erotische Ausstrahlung gegen null, seitdem er wie alle Vegetarier graugesichtig, unterernährt und in schlabbrigen Leinenhosen durch die Welt läuft. Als dann noch seine Manneskraft komplett dahin ist, läuft ihm auch seine Frau davon. Als wäre er in einem Tunnel gefangen, gibt es für ihn nichts mehr als die Gier nach Fleisch. Bis endlich ein Lichtlein daherkommt - in Gestalt des Bloggers bruehwuerfel69. Dieser nämlich befreit den jungen Mann von seinem schlechten Gewissen beim Fleischverzehr, ja mehr noch: Er wirbt ihn an für den Geheimbund der Karnivoren, die sich die Rettung der Menschheit vor dem um sich greifenden Vegetariertum auf die Fahnen geschrieben haben. Als trojanisches Pferd soll unser Held nun die Vegetarier aufmischen und möglichst viele zum Rückfall in die alte Welt der Fleischesser bewegen. Jakob Hein provoziert in seiner grandiosen Farce die Anhänger beider Fraktionen, in dem er sie mit ihren Vorurteilen konfrontiert. © Galiani Verlag Berlin | 15.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Sabine Gruber liest aus Stillbach oder Die Sehnsucht | Als ihre beste Freundin Ines in Rom plötzlich stirbt, reist Clara Burger aus Stillbach in Südtirol an, um Ines' Haushalt aufzulösen. Dabei entdeckt sie ein Romanmanuskript, das im Rom des Jahres 1978 spielt, dem Jahr der Entführung und Tötung Aldo Moros. Darin beschreibt Ines offenbar ihre eigene Ferienarbeit vor mehr als dreißig Jahren als Zimmermädchen im Hotel Manente, schreibt von Liebe, Verrat und Subversion, erzählt aber die Geschichte ihrer Chefin Emma Manente, die seit 1938 in Rom lebt und zum Leidwesen ihrer Südtiroler Familie einen Italiener geheiratet hat. War sie tatsächlich Johann aus Stillbach versprochen gewesen, der 1944 bei einem Partisanenanschlag in Rom getötet worden war? Und ist der Historiker Paul, den Clara in Rom kennenlernt, der Geliebte von Ines aus jenem Jahr? Wie wirken die Spannungen um Südtirol und seine Zugehörigkeit seit der NS-Zeit und dem Faschismus bis heute nach?? In diesem großen, wunderschön geschriebenen Roman erzählt Sabine Gruber spannend und präzise von der Verflechtung persönlicher und historischer Ereignisse, von Stillbach und von Rom, von Verrat und Verbrechen, von Sehnsucht, Wahrheit und neuer Liebe. © Verlag C.H.Beck | 7.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Julya Rabinowich liest aus Spaltkopf | Mischka wurde in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, in einer russisch-jüdischen Großfamilie geboren. Als sie sieben Jahre alt ist, erzählen ihr ihre Eltern, dass sie Urlaub in Litauen machen. Doch das Flugzeug landet in Wien. Mischka muss sich, gespalten zwischen den Mythen ihrer Kindheit und den Verheißungen des Westens, im Exil einen eigenen Weg suchen. Rabinowich überzeugt nicht nur durch ihren Sinn für Komik, sondern auch mit ihrem eigenständigen Stil: Nüchtern und überzeichnend zugleich beschreibt sie das Vakuum zwischen den Kulturen, in das einen die Emigration zu treiben vermag. © Deuticke Verlag | 7.8.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Jan Costin Wagner liest aus Das Licht in einem dunklen Haus | Ein Mörder, der weint. Kimmo Joentaa auf der Suche - nach einer unbekannten Toten, einer namenlosen Geliebten und einem Mörder, der sympathischer ist als seine Opfer. Der Mord an einer ohnehin todgeweihten Frau stellt die Polizei im finnischen Turku gleich vor mehrere Rätsel: Wer dringt in ein Krankenhaus ein, um eine Komapatientin zu töten? Und was ist das für ein Mörder, der auf dem Bettlaken des Opfers eine einzige Spur hinterlässt - eine Substanz, die die Kriminaltechnik nach kurzem Zweifel als Tränenflüssigkeit identifiziert. Eigentlich müsste Kimmo Joentaas ganze Aufmerksamkeit dem Versuch gelten, die ungewöhnliche Tat aufzuklären - aber der junge Ermittler hat gerade eine andere, für ihn viel existentiellere Sorge: Larissa, die Frau, die unvermutet wieder Licht in sein von Trauer verschattetes Leben brachte, ist spurlos verschwunden. Während der rätselhaft souveräne Täter in verschiedenen Städten weitere Opfer findet, führt Kimmo Joentaa die beharrliche Suche schließlich in ein kleines Dorf in der tiefsten finnischen Provinz - und mitten hinein in die Dunkelheit eines lange vergangenen Sommers. © Verlag Galiani Berlin | 31.7.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Friedrich Kröhnke liest aus Nach Asmara! | Ans Ende der Welt reisen, um einen neuen Anfang zu machen? Nach Asmara fliegt Friedrich Kröhnkes unheroischer Held namens Frick. Auch wenn er in der seltsam europäischen Moderne von Eritreas Hauptstadt Erlebnisse sanfter Erleuchtung hat, so bleibt er am Ende doch der nervöse Melancholiker, der er immer war. Das Leben und die Lust schillern in Friedrich Kröhnkes neuem Roman "Nach Asmara!", der Geschichte eines Mannes, der das Glück unter den goldenen Pagoden Rangoons sucht, unter dem Chimborazo und am Fischmarkt von Mutrah. Quer durch die Welt führt dieses Buch, und auch knapp am Tod vorbei. Eine Operation hat Frick nur mit Not überlebt. Sich selbst und einem Leidensgenossen namens Burmeister verspricht er, noch tiefer ins Leben einzutauchen. Mit zarter Lakonie entwirft "Nach Asmara!" das Porträt eines unbürgerlichen Reisenden, den es von Berlin über Bali, Indien und Japan von Ort zu Ort treibt, eines Oblomow mit Koffer. Wenn diese paradoxe Figur in der Weltliteratur bisher noch nicht erfunden war, hier ist sie! © Jung und Jung Verlag | 31.7.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Hans Pleschinski liest aus Nie war es herrlicher zu leben | Herzog Emanuel von Croÿ (1718-1784) stammte aus einer altadligen Familie französisch-deutschen Ursprungs, war Landbesitzer, ranghoher Militär, Beobachter und Chronist seiner Zeit und interessierte sich insbesondere für Literatur, Architektur sowie das Theater. Er war nicht nur ein produktiver Autor von Essays und Pamphleten, sondern auch ein besessener Tagebuchschreiber, von dem tausende Seiten seines Journals seit 1740 überliefert sind. Hans Pleschinski hat das Journal zum ersten Mal in einer Auswahl für das deutsche Publikum übersetzt und herausgegeben: Eine farbige und anschauliche, streckenweise einzigartige Fundgrube, was das politische und gesellschaftliche, private und höfische Leben im 18. Jahrhundert in Frankreich und in Deutschland bis zur Französischen Revolution anbelangt. Begegnungen mit Voltaire und Benjamin Franklin, den Brüdern Montgolfier, Porträts von Madame de Pompadour bis zu Marie Antoinette, die Hinrichtung eines Attentäters und das Sterben Ludwigs XV. - ein unschätzbares und präzises Dokument einer untergegangenen Welt. © Verlag C.H.Beck | 24.7.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Ruth Johanna Benrath liest aus Wimpern aus Gras | Anna ist tot. Und Rena will wissen, warum. Seit Anna mit 19 Jahren Hals über Kopf in die USA ausgewandert ist, um Reiko zu heiraten, hat Rena ihre Schulfreundin nicht mehr gesehen, Briefe und Postkarten kommen immer seltener, Annas Mann hat Rena nie kennengelernt. Als eines Tages ein Paket mit Annas Tagebuch und der Todesanzeige bei ihr abgegeben wird und Reiko immer hartnäckiger den Kontakt mit ihr sucht, lassen Rena die Erinnerungen an die Freundin nicht mehr los. Und bald gibt es kein Zurückweichen mehr vor jenen Fragen, die Rena so lange von sich geschoben hat: Woher kam die Entfremdung zwischen ihnen nach langer, ungetrübter Freundschaft? Und was bedeutet Annas letzter rätselhafter, fast feindseliger Brief? In packenden, schnell wechselnden Szenen erzählt Ruth Johanna Benrath vom Wunsch nach Nähe und Liebe und der fatalen Wirkung von Abhängigkeit und Unterwerfung: die Geschichte einer jungen Frau, der jene Menschen immer fremder werden, denen sie sich am nächsten fühlt. © Suhrkamp Verlag | 11.7.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Stefan Moster liest aus Lieben sich zwei | Wie füllt man sein Leben, wenn die geplante Erfüllung ausbleibt? Ines und Daniel sind Mitte dreißig und leben seit anderthalb Jahren in Hamburg. Nicht irgendwo in Hamburg, sondern in einer der begehrten Immobilien der HafenCity - mit Blick zwar nicht aufs Meer, wovon Ines geträumt hat, doch immerhin auf den Fluss, der bald in die Nordsee mündet. Daniel ist Städteplaner bei einer Unternehmensberatung, Ines führt ihre eigene Weinhandlung in Uhlenhorst. Die Enge ihrer Pfälzer Herkunft haben sie hinter sich gelassen; die Großstadt fühlt sich noch nicht nach Zuhause an, liegt aber als Verheißung vor der Tür. Ines und Daniel lieben sich. Sie wünschen sich ein Kind. Als ihr Wunsch nicht so schnell in Erfüllung geht wie erhofft, zeigen sich, zunächst fast unmerklich, feine Risse in der Beziehung - und das Paar gerät in einen Strudel, dem sich keiner der beiden mehr entziehen kann. In atemlosen Erzählrhythmus und mit analytischer Brillanz kratzt der Autor an der glatten Oberfläche einer Ehe. Stück für Stück, schonungslos und behutsam zugleich, legt er die Psychologie hinter dem rücksichtsvollen Umgang zwischen den Liebenden frei. Stefan Mosters Roman ist auch das scharfsinnige Porträt einer rasant wachsenden Metropole, in der Erfolg und Schiffbruch, Tradition und Überdruss nahe beieinanderliegen. © mareverlag | 3.7.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Husch Josten liest aus In Sachen Joseph | Die Geschichte eines unverwüstlichen Zusammenhalts. Wer ist Joseph wirklich? Zweimal träumt die Bibliothekarin Helen seinen Tod so real, dass sie es schließlich für eine Weissagung hält. Der Exzentriker ist seit den Tagen im Sandkasten ihr Freund, jetzt fühlt sie sich wie seine Nachlassverwalterin zu Lebzeiten. Während sie in Abwesenheit ihrer Mutter den alten Vater betreut, versucht sie, vorsorglich Josephs Leben zu ordnen. Aber will ein Zyniker überhaupt mit sich und der Welt ins Reine kommen, Wahrheiten finden oder ist eher sie selbst auf der Suche? Helen trifft Martha, Josephs Mutter, und seinen unehelichen Sohn Paco, einen Fernsehkoch. Sie zieht Bilanz, setzt Schlusspunkte. Nimmt sie auch Abschied von ihrem Freund? © Berlin University Press | 26.6.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Maxi Obexer liest aus Wenn gefährliche Hunde lachen | Ich sehe Europa, ich kann es sogar riechen! - Eine Vision, für die viele bereit sind, alles zu geben. Europa zum Greifen nahe. Helen, eine junge Frau aus Nigeria, macht sich auf den Weg in ein besseres Leben, das sie nur in Europa zu finden glaubt. Die Reise wird zum Albtraum: Von Schleppern getäuscht, irrt sie mit ihrem Begleiter Benjamin durch die Sahara. Er rettet ihr das Leben und führt sie durch das Totenfeld nach Tanger, treibt sie jedoch, wie schon andere zuvor, in die Prostitution, die ihr das Geld für die versprochene Überfahrt verschaffen soll. Demütigung, Resignation, Überlebenskampf, und Europa in Sicht - es lässt sich kaum denken, was Helen erlebt, und sie wird es ihrer Familie in den Briefen, die sie aus Tanger und Europa schickt, nicht zumuten. Ihre Berichte färben die grausame Realität um und werden so für Helen selbst überlebenswichtig. Briefe wechseln sich ab mit Dialogen, Rückblenden mit Zukunftsvisionen. Zentral ist die erschreckende Gegenwart, die in unverwechselbarem Ton und treffender Sprache unter die Haut geht. © Folio Verlag | 7.6.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Tina Uebel liest aus Last Exit Volksdorf | In ihrem vierten Roman zeichnet Tina Uebel das Bild eines scheinbar gediegenen Mikrokosmos und seiner Bewohner, der Fluchtrituale und Schutzmechanismen, die zuschnappen, wenn sich das Leben dort als weitaus unheiler entpuppt, als das Selbstverständnis der Menschen und ihre soziale Großwetterlage vermuten lassen. Aus wechselnden Perspektiven, aus der Sicht von Jugendlichen und ihren Eltern und Großeltern, Lehrern und Schülern, Mächtigen und Ohnmächtigen, setzen sich in diesem spannenden und meisterhaft komponierten Roman Stück für Stück die ebenso berührenden wie empörenden Geschichten von Schicksalen und Skandalen zusammen. Komisch, grotesk, mit Sarkasmus und Mitgefühl und in immer wieder neuen Tonlagen erzählt Tina Uebel von der oft vergeblichen Suche nach dem Glück oder wenigstens einem Ausweg. © Verlag C.H.Beck | 29.5.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Lucy Worsley liest aus Courtiers | From Lucy Worsley, Chief Curator of the Historic Royal Palaces, a hugely engaging book about the men and women who lived and worked at Kensington Palace. Ambitious and talented people flocked to court in search of power and prestige, but Kensington Palace was also a gilded cage. While its inhabitants were cocooned in comfort and splendour, successful courtiers had level heads and cold hearts; their secrets were never safe. Among them, a Vice Chamberlain with many vices, a Maid of Honour with a secret marriage, a pushy painter, an alcoholic equerry, a Wild Boy, a penniless poet, a dwarf comedian, two mysterious turbaned Turks and any number of discarded royal mistresses. An eye-opening portrait of an enthralling group of royal servants, Courtiers also throws new light on the dramatic lives of George II and Queen Caroline: a lover murdered, babies snatched, horrific illnesses and tearful deathbed reconciliations. © Faber and Faber | 22.5.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Alex Preston liest aus This Bleeding City | The shattering novel of one man swept away in the turmoil of emotional, financial and moral boom and bust. Charlie Wales is a young man who wants everything. Fresh from University, he's seduced by the excitement of a new life in London and all that it promises. There's Vero, the beautiful French girl who might finally fall for him. There's the lure of art, but also the promise of fast money in the City. And his friends, who are spiralling into a world of non-stop parties and unchecked greed. But as the choices begin to tear him apart, there's also the danger that all the things he desires are on the brink of crashing around him... This debut novel, written by a 30-year-old trader, does not merely pick over the carcass of the financial markets in the wake of the recent crash. It is also a heartbreaking love story, a withering study of the years of excess, and a timely reminder of how good people end up doing terrible things. © Faber and Faber | 16.5.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Laura Dockrill liest aus Echoes | A collection of terrifyingly wicked fairytales and poems from The Times' Talent to Watch, Laura Dockrill. Immerse yourself in the magical world of Laura Dockrill; a land where all is not as it seems. Between the covers of this book lie worlds you'll never want to leave, stories familiar and yet strange, and characters old, made new... Dip inside to discover today's Princess and the Pea, the modern Hansel and Gretel, twenty-first century ghouls, monsters and more. Darkly humorous and bone-shatteringly terrifying - this collection of tales will reel you in and won't let you escape its spell... © HarperCollins Publishers | 10.5.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Marjana Gaponenko liest aus Annuschka Blume | Dieses Buch steckt voller Wunder! Ein Roman, der vor Seele, vor Liebe, Pathos, Witz und Farben nur so trieft. Annuschka lebt als Lehrerin in der ukrainischen Provinz, Piotr ist Journalist und Weltenbummler und immer weit, weit weg, um zu beweisen, dass es keinen Unterschied gibt zwischen Steppe und Bergen. Wie es ja auch keinen Unterschied gibt zwischen Mensch und Tier, Mann und Frau, Glück und Unglück, hier und dort. Kommt nur darauf an, wie weit man sich von den nüchternen Tatsachen entfernt. Und das tun die beiden mit Begeisterung und Leidenschaft, indem sie sich Briefe schreiben. Schreiben? Sie zünden sie wie Raketen, schießen sich und die Welt ins All, und von dort aus schauen die Dinge tatsächlich etwas anders aus, als wenn man auf dem Boden bleibt. Und so schweben sie und schwärmen sie und berauschen sich und erzählen einander Geschichten, die so witzig sind und zugleich so traurig, denn - wo ist da der Unterschied? Das ist wahrlich kein Buch für Musterschüler und Bürokraten. Hände weg! © Residenz Verlag | 2.5.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Max Scharnigg liest aus Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe | Was ist zu tun, wenn vor der eigenen Wohnungstür ein fremdes Paar Herrenschuhe steht? Wenn man von drinnen seine Freundin und eine unbekannte Männerstimme hört? Der Journalist Nikol Nanz macht das, was er am besten kann: Er übt sich im Rückzug und richtet sich erst mal häuslich unter der Treppe ein. In seinem Versteck unter der Treppe hofft Nikol ungestört an einem Text über die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand schreiben zu können. Aber die Arbeit gerät bald ins Stocken. Das liegt nicht nur an den ungelösten Rätseln um seine Freundin, mit der ihn bis dahin eine herrlich abgeschiedene Liebe verband. Es liegt auch am alten Schmuskatz, dem ehemaligen Gletscherfotografen und Bergkristallverkäufer, der ihn in seinem Versteck aufstöbert und zum Essen einlädt. Gemeinsam versuchen sie, die Trampelpfade einer Liebe nachzugehen und Nikol zurück in den zweiten Stock zu bringen... Max Scharnigg lockt den Leser in eine verzauberte Wunderkammer und führt ihn auf verschlungenen Wegen die Eiger-Nordwand und schließlich auch das Treppenhaus hinauf. © Hoffmann und Campe Verlag | 17.4.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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John Harding liest aus Florence and Giles | A sinister Gothic tale in the tradition of The Woman in Black and The Fall of the House of Usher. 1891. In a remote and crumbling New England mansion, 12-year-old orphan Florence is neglected by her guardian uncle and banned from reading. Left to her own devices she devours books in secret and talks to herself - and narrates this, her story - in a unique language of her own invention. By night, she sleepwalks the corridors like one of the old house's many ghosts and is troubled by a recurrent dream in which a mysterious woman appears to threaten her younger brother Giles. Sometimes Florence doesn't sleepwalk at all, but simply pretends to so she can roam at will and search the house for clues to her own baffling past. After the sudden violent death of the children's first governess, a second teacher, Miss Taylor, arrives, and immediately strange phenomena begin to occur. Florence becomes convinced that the new governess is a vengeful and malevolent spirit who means to do Giles harm. Against this powerful supernatural enemy, and without any adult to whom she can turn for help, Florence must use all her intelligence and ingenuity to both protect her little brother and preserve her private world. Inspired by and in the tradition of Henry James's The Turn of the Screw, Florence and Giles is a gripping gothic page-turner told in a startlingly different and wonderfully captivating narrative voice. © Blue Door | 10.4.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Philipp Blom liest aus Böse Philosophen | Paris, wenige Jahre vor Ausbruch der Revolution: Im Salon des Barons d'Holbach treffen sich regelmäßig die besten Köpfe Europas. Denis Diderot, David Hume, Laurence Sterne, Jean-Jacques Rousseau und viele andere Denker des 18. Jahrhunderts streiten um eine zeitgemäße Philosophie, die die Religion hinter sich lässt und allein auf die Kraft des Verstandes setzt, aber auch den Leidenschaften angemessenen Platz einräumt. Philipp Blom erzählt ein Kapitel europäischer Geschichte und bringt die radikale Variante der Aufklärung wieder in Erinnerung, die eine Idee von einer wirklich menschlichen Gesellschaft hatte. Ein historisches Meisterstück und philosophisches Plädoyer zugleich. © Hanser Verlag | 3.4.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Clemens J. Setz liest aus Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes | Eines Tages ist es da. Steht am Ende einer Sackgasse mitten in der Stadt. Es ist ein großes Kind. Den Blick hält es demütig zu Boden gesenkt, seine Haut ist rissig. Tagsüber versammeln sich die Bewohner der Stadt um dieses Kind, veranstalten Kundgebungen und Konzerte. Nachts schlagen sie auf es ein, mit Fäusten, Stöcken und Ketten - auf die Skulptur aus weichem, niemals trocknendem Lehm, auf das Mahlstädter Kind. Der Künstler hat es ihnen zur Vollendung überlassen, hat ihnen die Aufgabe übertragen, es "in die allgemein als vollkommen empfundene Form eines Kindes zu bringen". Zuerst treibt die Kunstbegeisterung die Bewohner der Stadt, dann kommen sie als Pilger ihrer Wut, verlieren prügelnd die Kontrolle über sich und beinahe auch ihren Verstand. Nach den beiden von der Kritik bejubelten und mit Preisen ausgezeichneten Romanen Söhne und Planeten und Die Frequenzen legt der österreichische Autor Clemens J. Setz nun einen Band mit Erzählungen vor. Es sind Geschichten gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror, voller gewalttätiger Momente und zärtlicher Gesten. Wie in den Romanen präsentiert sich Setz auch in der kurzen Form als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer, geradezu liebevoller Porträtist ihrer Eigenarten. © Suhrkamp Verlag | 27.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Linda Stift liest aus Kein einziger Tag | Paul ist alles andere als erfreut, als sein anhänglicher Zwillingsbruder Paco, ein mittelmäßiger Serien-Schauspieler, zu Dreharbeiten in der Stadt auftaucht. Paco hatte ihre Trennung - sie waren als siamesische Zwillinge auf die Welt gekommen - nie akzeptiert; Paul musste mehrfach den Wohnort wechseln, um die notwendige Distanz herzustellen. Nun bricht Paco gewaltsam wieder in Pauls Leben ein. Jenny, Pauls Freundin, ist begeistert von Paco und seinen Kochkünsten. Während Paul zunehmend panisch wird, schafft es Paco in eine Fernsehshow, bei der der Gewinner eine Gratis-Schönheitsoperation bekommt. Doch auch Paul hat seine dunkle Seite... Der Roman der Schriftstellerin aus Österreich handelt von dem obsessiven Wunsch nach Nähe und liest sich packend wie ein Thriller. © Deuticke Verlag | 27.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Karl Olsberg liest aus Glanz | Verloren in der virtuellen Welt. Als der 14-jährige Eric nach einer Überdosis der Droge "Glanz" vor dem Laptop ins Koma fällt, ist seine Mutter Anna verzweifelt. Da die Ärzte keinen Rat wissen, nimmt sie schließlich die Hilfe einer mysteriösen Frau an. Das Unvorstellbare geschieht: Anna kann in die Traumwelt im Kopf ihres Sohnes vordringen, der in einem phantastischen Computerspiel gefangen zu sein scheint. Doch während sie versucht, ihn zurück ans Licht der Wirklichkeit zu führen, verdichten sich die Hinweise, dass Eric das Opfer eines üblen Spiels ist... © Aufbau Verlag | 27.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Matthias Frings liest aus Ein makelloser Abstieg | Der Fernsehmoderator Simon Minkoff kann nicht mehr auf die Straße gehen, ohne sofort von Fotohandys ins Visier genommen zu werden. Doch es ist nicht nur die fehlende Privatheit, die ihn an seinem Beruf stört. Im Lauf der Jahre sind ihm Quotendruck, Sparzwang und die Gästeauswahl nach Marketinggesichtspunkten immer suspekter geworden. Als er die Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises moderiert, kommt es zum Eklat. Minkoff schmeißt hin. Von heut auf morgen und ohne jede Erklärung. Sofort ist ihm die Presse auf den Fersen, und Minkoff flieht mit seiner Frau Vivian. Doch auch sein Privatleben ist zerrüttet: Nach und nach begreift Simon, dass Vivian schwer alkoholkrank ist. Er zieht aus und beginnt ein völlig neues Leben jenseits der Öffentlichkeit. Doch ganz so privat ist er nicht: Der junge Journalist im Haus gegenüber begreift nach einiger Zeit, welch lukrative Geschichte sich ihm hier bietet. Minkoffs Geheimnisse werden ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Oder trügt der Schein? Steckt vielleicht eine ganz andere Geschichte hinter der Geschichte? © Aufbau Verlag | 27.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Uwe Timm liest aus Freitisch | Sind wir die geworden, die wir sein wollten? "Damit hatte er nicht rechnen können, ausgerechnet hier, am Mare Balticum, von seinem Vorleben eingeholt zu werden." Uwe Timm erzählt vom späten Wiedersehen zweier Männer, die in den frühen Sechzigern, noch vor dem großen Aufbruch, als Studenten in München ihren Weg suchten. Am Freitisch saßen sie mittags beieinander, in der Kantine einer spendablen Versicherung, und ihre Gespräche kreisten um Gott und die Welt und einen gemeinsamen Bezugspunkt: Arno Schmidt. Als sie sich in Anklam wiedertreffen, prallen zwei Lebensentwürfe aufeinander. Der Erzähler hat hier als Lehrer gearbeitet, Deutsch und Geschichte, und führt seit seiner Pensionierung ein Antiquariat. Der andere, Euler, damals Mathematiker mit literarischen Ambitionen, kommt als Investor und sondiert das Terrain, um eine Mülldeponie zu bauen. Beide helfen sich und der Erinnerung auf die Sprünge, geben Anekdoten zum Besten, zitieren ihre Lektüren und landen immer wieder bei dem Dritten im Bunde: Falkner, der damals schrieb, ohne jemals einen Text vorzuzeigen, und mittlerweile ein bekannter Schriftsteller ist. Und bei jener merkwürdigen Reise, die sie in die Heide, zu Arno Schmidts Grundstück führte. Wie man wurde, was man ist, und was man vielleicht hätte werden können - davon handelt Uwe Timms geistreiche, gewitzte, glänzend geschriebene Novelle, die voller Anspielungen steckt und der existenziellen Frage nachgeht: Was lässt sich umsetzen von den Wünschen und Hoffnungen, mit denen man angetreten ist? © Verlag Kiepenheuer & Witsch | 20.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Julya Rabinowich liest aus Herznovelle | Eine Frau wird von ihrem Mann ins Krankenhaus gebracht, zu einer Herzoperation. Die beiden wirken wie Schlafwandler, keiner scheint den anderen wahrzunehmen. Nach einer erfolgreichen Operation kehrt sie schon nach wenigen Wochen nach Hause zurück. Doch schon bald plagen sie Träume, in denen sie mehr lebt als in ihrem realen Leben. Sie findet in den Alltag vor ihrer Operation nicht mehr zurück. Im Krankenhaus begibt sie sich auf die Suche nach dem Herzspezialisten, ihrem Lebensretter, der ihr Herz berührt hat. In der deutschsprachigen Literatur der Gegenwart ist Julya Rabinowich eine neue Stimme, die aufhorchen lässt. "Herznovelle" ist ein Text über die große Sehnsucht nach einem Leben vor dem Tod. © Deuticke Verlag | 20.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Marc Buhl liest aus Das Paradies des August Engelhardt | Der Hippie aus dem Kaiserreich. Marc Buhl erzählt lakonisch und mit großem Gespür für die unfreiwillige Komik aller Menschheitsbeglücker die Geschichte eines frühen Aussteigers, der auf einer deutschen Kolonialinsel in der Südsee einen Sonnenorden gründet. Nein, so einen kann man nicht töten, sagen die Eingeborenen, als sie den seltsamen Bleichling die Palmenstämme herunterrutschen sehen. Der nackte Mann nährt seinen zerschundenen Körper ausschließlich von Kokosnüssen und hat sich am Strand eine schiefe Hütte aus Büchern gebaut. Niemand kann den ausgemergelten Glückssucher vertreiben, nicht der Pfarrer der kleinen Kolonie auf Deutsch-Neuguinea, nicht der Monsunregen, nicht die Myriaden Moskitos und nicht die Pfeile der Insulaner - denn August Engelhardt aus dem kalt-nebligen Nürnberg hat in der Südsee den Sinn des Lebens gefunden und seinen heiligen Gral und Jungbrunnen: die Kokosnuss. Marc Buhl erzählt die Geschichte des deutschen Sektengründers Engelhardt mit aller notwendigen erzählerischen Freiheit, um dem Wahn, der Größe, der begeisternden Verstiegenheit des aus der Zeit Gefallenen nachzuspüren. Er erkennt in dem wilhelminischen Frühhippie einen typisch deutschen Romantiker und macht zugleich erkennbar, warum die Zivilisationsmüdigkeit nicht erst seit der Flower-Power-Ära zum festen und immerzu faszinierenden Bestandteil der Geschichte des Westens gehört. © Eichborn Verlag | 20.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Sabine Scholl liest aus Tödliche Tulpen | Selim Ersoy, Historiker und Spezialist für Beziehungen zwischen Osmanen und Habsburgern, findet in seiner Wohnung in Wien die Leiche einer jungen Frau. Elisabeth Holzbauer, Model und Performancekünstlerin, wurde mit dem Tuch eines türkischen Designers erwürgt. Eine Tulpe ist in ihre Haut eingeritzt. Auf einem Foto ist sie nackt, nur mit einem Kopftuch bekleidet, mit dem Designer Aslan, Selim Ersoys Bruder, abgebildet. War das ihr Todesurteil? Ist das Model einem Islamisten zum Opfer gefallen? Welche Rolle spielen ihr Bruder Richard und der Teppichhändler Hans Maier, der ihr Liebhaber war? Gina Sonnenfels, Ermittlerin aus Berlin und Kennerin der Modeszene, ermittelt im türkischen Wien. © Deuticke Verlag | 20.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Sven Regener liest aus Meine Jahre mit Hamburg-Heiner | Sven Regener unterwegs. Sven Regener, Musiker und Literat (oder umgekehrt), Sänger von Element of Crime und Verfasser der Herr - Lehmann - Trilogie , hat über einen Zeitraum von fünf Jahren für die verschiedensten Internet-Plattformen die dialogreichsten und witzigsten Logbücher verfasst, die je bei Fahrten durch die stürmischen Meere und stehenden Gewässer des Lebens entstanden sind. Denn was einmal in die Regener'sche Durchdenkmaschine hineingeraten ist, kommt nicht ungeschoren wieder heraus, und so sind wir dabei, wenn Regener auf der Suche nach einer "Arno-Schmidt-Gesellschaft" über die Frankfurter Buchmesse stolpert, auf Element of Crime-Tournee in einen Paranoia-Rausch gerät, in Nashville, Tennessee, das Batman Building von der falschen Seite fotografiert, Österreich und Deutschland miteinander versöhnt oder Busfahrer Udos Meinung über den Hersteller der Wuppertaler Schwebebahn unter die Leute bringt ("Murks Aus Nürnberg"). Und dann ist da auch noch Hamburg-Heiner, Freund, Feind, Kritiker und Einpeitscher zugleich, der fast täglich anruft, um Regener gedanklich auf Kurs zu halten, etwa mit einem Streit über die korrekte Notation von "O Tannenbaum" oder einer Diskussion über die Bedeutung österreichischer Herrschaft über Hamburg-Altona in den Jahren 1864-1866. Liest man die Logbücher alle auf einen Schlag, dann bemerkt man plötzlich, dass da etwas ganz Eigenes entstanden ist, ein Hybrid zwischen Tagebuch und Roman, ein Seemannsgarn in der Tradition der großen Fabulierer und Schwadronierer, der Quatschköppe und Knalltüten, oder wie Hamburg-Heiner es sagen würde: "Wenn schon Jahrhundert, dann ja wohl das 18.!" © Verlag Galiani Berlin | 12.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Tino Hanekamp liest aus So was von da | Der musikalischste und schnellste Bildungsroman aller Zeiten. Hamburg, St. Pauli, 31.12. Auf dem Kiez beginnt die irrste Nacht des Jahres. Nur Oskar Wrobel würde lieber liegen bleiben. Geht aber nicht. Weil ihm gleich sein Leben um die Ohren fliegt. Doch es kommt noch schlimmer... Oskar Wrobel betreibt einen Musikclub in einem alten Krankenhaus am Ende der Reeperbahn. Seine Freunde sind seltsam, aber großartig. Die Mädchen mögen ihn. Sein Leben ist ein Fest. Doch jetzt sieht es aus, als ob es zu Ende wäre. Denn während in den Straßen von St. Pauli die Böller explodieren, laufen die Vorbereitungen für die große Abrissparty. Oskar hat Schulden und keine Ahnung, was aus ihm werden soll. Zum Glück bleibt ihm kaum Zeit, darüber nachzudenken, denn ein verzweifelter Ex-Zuhälter stürmt seine Wohnung, sein bester Freund zerbricht am Ruhm, die lebenslustige Nina malt alles schwarz an, im Club geht's drunter und drüber, und dann sind da noch der tote Elvis, die Innensenatorin und - Mathilda, Mathilda, Mathilda. Während der Held der Geschichte versucht, auf den Beinen zu bleiben, stellt er sich folgende Fragen: Was soll das? Warum? Und wie wird man ein guter Mensch? So was von da ist der musikalischste, romantischste und schnellste Bildungsroman aller Zeiten: Der Sog wird von Seite zu Seite stärker und schießt den Leser mit der Geschwindigkeit einer Silvesterrakete in den Himmel. © Verlag Kiepenheuer & Witsch | 12.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Najem Wali liest aus Engel des Südens | Nach dreiundzwanzig Jahren Exil kehrt Harun in seine Heimatstadt Amaria im Irak zurück. Zwischen den Ruinen, die der Krieg hinterlassen hat, stößt er auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit auf eine Inschrift, die er als Kind hinterlassen hat: "Der Engel des Südens". So nannte er das Idol seiner Jugend, eine Jüdin, die für ihn das goldene Zeitalter verkörpert, als die Ethnien und Religionen noch friedlich zusammenlebten. In dieser und unzähligen anderen Geschichten bringt Najem Walis historisch profunder und märchenhafter Roman die dramatische Vergangenheit aus Krieg, Diktatur, aber auch Sehnsucht und Hoffnung einer einst multikulturellen Stadt ans Licht. © Hanser Verlag | 12.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andrej Hermlin liest aus My Way | Der jüngste Sohn des Schriftstellers Stephan Hermlin ist anders als andere DDR-Kinder seiner Generation. In Begleitung seines Vaters darf er reisen und sieht die Welt, trifft namhafte Dichter wie Pablo Neruda, Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch oder Heinrich Böll. In der Schule wird er deshalb oft angefeindet. Ein Fluchtpunkt ist für ihn die Musik. Als er seine Begeisterung für die Melodien Benny Goodmans und Glenn Millers entdeckt und beschließt, Musiker zu werden, ist ein ungewöhnliches Leben vorprogrammiert. Heute ist er "der deutsche Botschafter des amerikanischen Swing" (Die Welt). © Aufbau Verlag | 12.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Wolf Wondratschek liest aus Das Geschenk | Chuck, der Held aus Wolf Wondratscheks berühmtem Gedichtband "Chuck's Zimmer", ist erwachsen geworden. Er hat sich selbst ein Geschenk gemacht und einen Sohn gezeugt, der jetzt 14 ist und die gleichen Symptome zeigt, die Chuck zum Rebellen werden ließen: Er möchte mit der Elternwelt nichts zu tun haben. Er mault und muffelt und hört nicht zu, wenn der Vater mit großem Pathos seine Wahrheiten verkündet. Wiederholt sich das Problem der 68er-Generation? Wolf Wondratschek versucht, durch die komische und traurige Erzählung der Geschichte des Vaters etwas über den Sohn herauszufinden. Der Sohn bleibt natürlich ein "Geschenk", auch wenn er den Vater an die Grenzen der Verzweiflung treibt. © Hanser Verlag | 6.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Glavinic liest aus Lisa | Lisa, eine Schwerkriminelle, begeht auf der ganzen Welt rätselhafte Verbrechen. Die Zeichen mehren sich, dass ein Mann ihr nächstes Opfer wird: Sie ist bereits in seine Wohnung eingebrochen. Doch sie bleibt unsichtbar, außer ihrer DNA gibt es keine einzige Spur. Verschanzt in einem verlassenen Landhaus, mit reichlich Whiskey und Koks, spricht der Mann jeden Abend per Internet-Radio zu einem virtuellen Publikum. Komisch bis zum bitteren Ende erzählt Thomas Glavinic aus Österreich vom unsichtbaren Grauen der virtuellen Welt. "Lisa" ist ein Meisterwerk zwischen Humor und Horror, ein Psychogramm des Grauens. Denn Lisa ist überall. © Hanser Verlag | 6.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Michael Stavaric liest aus Brenntage | "Das Ausbleiben der Zukunft ist nichts für schwache Nerven." So viel steht für den namenlosen Ich-Erzähler fest, der nach dem Tod der Mutter bei seinem Onkel in einer von Bergen und Schluchten umgebenen Siedlung lebt. Und die Zukunft macht sich rar, denn wegen der Abgeschiedenheit der Siedlung kapseln sich deren Einwohner zusehends ab. So entsteht ein Mikrokosmos mit ganz eigenen Sitten und Gebräuchen, wie etwa den "Brenntagen" bzw. diversen "Waldriten". Die Grenzen zwischen Surrealität und Realität verschwimmen - Menschen verschwinden, durch die Wälder ziehen Soldaten, Hunderudel und mitunter sogar Geister, die auf längst geführte Kriege verweisen, überall Echos, deren eigentlicher Sinn verborgen bleibt. Da ist es nur gut, dass es den Onkel gibt, eine schier unerschöpfliche Quelle eigensinniger und abgründiger Weisheit. Und als die Siedlung durch ein großes Feuer in Schutt und Asche gelegt wird, übernimmt dieser das Kommando und veranlasst einen Umzug der Bewohner in eine der nahe gelegenen Minen... In schillernd-poetischer Sprache erzählt Michael Stavaric in seinem neuen Roman auf waghalsige und zugleich berührende Weise vom Erwachsenwerden in einer sich beständig wandelnden Gegenwart. © Verlag C.H.Beck | 6.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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David Vann liest aus Im Schatten des Vaters | Eine abgelegene Insel im südlichen Alaska, die nur per Boot oder Wasserflugzeug zu erreichen ist, mit nichts in Sicht außer wilden Wäldern und schroffen Bergen. Hier hat Jim eine Holzhütte gekauft, um dort ein Jahr mit seinem dreizehnjährigen Sohn Roy, den er kaum kennt, alleine zu leben. Aber Jim ist jämmerlich unvorbereitet auf das Leben in der Wildnis: auf Bären, peitschenden Regen und Schnee und vor allem auf die Einsamkeit. Nachts muß der zunehmend verschreckte Roy das verzweifelte Schluchzen seines Vaters mitanhören. Roy will nichts als fort von der Insel, aber er fürchtet sich vor dem, was passiert, wenn er geht. Und so bleibt er, bis das Schicksal des Vaters und sein eigenes mit einem erschütternden Ereignis besiegelt ist. © Suhrkamp Verlag | 6.3.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Rabea Edel liest aus Ein dunkler Moment | Von der geheimen Faszination des Bösen. Auf unheimliche Weise ist die Amerikanerin Amanda in zwei elf Jahre auseinander liegende Morde verwickelt. Angelehnt an zwei reale Fälle geht Rabea Edel dieser Verbindung nach und löst Schritt für Schritt das Geflecht von scheinbaren Zufällen und verborgenen Zusammenhängen. In bestechend klaren Bildern erzählt sie die spannende Geschichte eines Mordes und seiner späten Konsequenzen und wirft dabei ein Licht auf die Momente, in denen das Dunkle, Unfassbare aus einem Menschen hervorbricht - und sei es nur für einen kurzen, verhängnisvollen Augenblick. Es ist der 5. April 1998: In einer amerikanischen Kleinstadt tötet ein Jugendlicher seine Eltern mit einem Baseballschläger und ruft danach die Polizei. Seine Schwester Amanda verbringt die Nacht in den Feldern vor der Stadt. Erst als alles vorbei ist, kommt sie nach Hause zurück. Es ist der 5. April 2009: In einem Vorort von Rom wird eine junge Frau ermordet. Die Mörderin tauscht mit ihrem Opfer, dem sie zum Verwechseln ähnlich sieht, die Kleider und begibt sich auf eine mehrere Tage dauernde Odyssee durch die Stadt. Durch Zufall kreuzt sich ihr Weg mit dem des Pathologen Andrea Landolfi, der mit der Obduktion der ermordeten Römerin beauftragt worden ist. Während sich die junge Frau einige Tage später der Polizei stellt, so wie Jahre zuvor schon ihr Bruder, findet Landolfi Hinweise auf die Kindheit der Mörderin und auf die Ereignisse in der Nacht des 5. April 1998... Doch wer ist Amanda wirklich, und wer die Tote? Rabea Edel erzählt in ihrem neuen Roman von der Unwägbarkeit des Zufalls und von der verstörenden Faszination des Bösen. Elegant verknüpft sie die Geschichten verschiedener Menschen miteinander, die alle ein einziger verhängnisvoller Augenblick eint. © Luchterhand Literaturverlag | 28.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Klaus Modick liest aus Sunset | Feuchtwanger, Brecht und das kalifornische Exil - der Roman einer ungewöhnlichen Freundschaft. Weltberühmt und wohlhabend, aber argwöhnisch beschattet von den Chargen der McCarthy-Ära, lebt Lion Feuchtwanger 1956 noch immer im kalifornischen Exil - der letzte der großen deutschen Emigranten. Als ihn an einem Augustmorgen die Nachricht vom plötzlichen Tod Bertolt Brechts erreicht, ist er tief erschüttert. Er hatte Brechts Genie entdeckt, hatte ihn gefördert, war ihm eng verbunden gewesen. In stummer Zwiesprache mit dem toten Freund ruft Feuchtwanger die Stationen dieser Freundschaft wach, ihren Beginn im München der Räterepublik, die literarischen Triumphe der Zwanzigerjahre, die Flucht und das Leben im Exil. Aus seinen Erinnerungen kristallisieren sich zugleich die Antriebsfedern des eigenen literarischen Schaffens heraus: die Trauer um die als Säugling verstorbene Tochter, seine Schuldgefühle und sein Ehrgeiz, die Traumata seiner Kindheit - und schließlich die Liebe und die Vergänglichkeit. Am Ende des Tages, als die Sonne im Stillen Ozean versinkt, ist der alte Feuchtwanger sich seiner Stärken und Schwächen hell bewusst und hat eine Bilanz des eigenen Lebens gezogen. © Eichborn Verlag | 27.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Xaver Bayer liest aus Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen | Eine Reise von da nach dort, ins Ich und die Welt. Ein Abenteuer von lakonischer Schönheit. Schauen und Denken, das ist der Anfang aller Literatur. Warum also nicht noch einmal zurückkehren zu diesem Anfang? In aller Ursprünglichkeit noch einmal schauen, denken, sich erinnern? Am Flughafen von Brüssel beginnt Xaver Bayers Reise in den Kontinent namens Ich. Von anderen Weltgegenden ist bald die Rede, von einer seltsamen Nähe des Fremden und einer ungemütlichen Fremdheit des Nahen. "Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen" handelt von Physik und Metaphysik. Aus einem Fleck am Tresen des Flughafenrestaurants wachsen Assoziationen, aus chinesischen Feuerwerken oder dem Klang einer mechanischen Nachtigall des 19. Jahrhunderts. Weit verästelt ist der Strom des Bewusstseins, den Xaver Bayer scheinbar absichtslos in den Lauf seiner genauen Sprache bringt. Einen Punkt gibt es erst am Ende dieser magischen Prosa. Es zeigt sich, was der mit dem Hermann-Lenz-Preis ausgezeichnete österreichische Schriftsteller kann: Die Welt in einem Satz durchqueren. © Jung und Jung Verlag | 27.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Adriana Altaras liest aus Titos Brille | "Ich finde, Geheimnisse sind das Allerletzte!" Die Schauspielerin und Regisseurin Adriana Altaras führt ein ganz normales chaotisches und unorthodoxes Leben in Berlin. Mit zwei fußballbegeisterten Söhnen, einem westfälischen Ehemann, der ihre jüdischen Neurosen stoisch erträgt, und mit einem ewig nörgelnden, stets liebeskranken Freund, der alle paar Monate verkündet, endlich auswandern zu wollen. Alles bestens also... ...bis ihre Eltern sterben und sie eine Wohnung erbt, die seit 40 Jahren nicht mehr ausgemistet wurde. Fassungslos kämpft sich die Erzählerin durch kuriose Hinterlassenschaften, bewegende Briefe und uralte Fotos. Dabei kommen nicht nur turbulente Familiengeheimnisse ans Tageslicht. Auch die Toten reden von nun an mit und erzählen ihre eigenen Geschichten... Mit furiosem Witz und großer Wärme verwebt Adriana Altaras Gegenwart und Vergangenheit. In eindringlichen Episoden erzählt sie von ungleichen Schwestern, von einem Vater, der immer ein Held sein wollte, und von einer Mutter voller Energie und Einsamkeit. Vom Exil, von irrwitzigen jüdischen Festen, von einem geplatzten italienischen Esel und einer Stauballergie, die ihr das deutsche Fernsehen einbrockte - und von den vielen faszinierenden Mosaiksteinen, aus denen sich ein Leben zusammensetzt. Eine außergewöhnliche Familiengeschichte, die ihre Spuren quer durch Europa und das bewegte 20. Jahrhundert zieht - um wieder in der Gegenwart anzukommen und eine ebenso kluge wie hellsichtige Zeitdiagnose zu liefern. Unwiderstehlich witzig, anrührend und unvergesslich. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 27.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Eva Baronsky liest aus Magnolienschlaf | Ein kleines altes Haus am Rande der Großstadt und zwei Frauen, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Wilhelmine und Jelisaweta trennt so viel mehr als 68 Lebensjahre. Jelisaweta ist 23 und für ein paar Wochen aus Smolensk nach Deutschland gekommen, um Wilhelmine zu pflegen, die seit einem Unfall an ihr Bett gefesselt ist. Doch was als scheinbar ideales Arrangement beginnt, gerät bald außer Kontrolle und wird zu einem Kleinkrieg, in dessen Verlauf die beiden Frauen sich auf grausam-weibliche Weise attackieren. Am Ende wird jede auf die Frage zurückgeworfen, was man mit sich anfängt, nachdem man der Wahrheit ins Auge gesehen hat. Denn Schuld wartet nicht auf Kläger, Sühne braucht keinen Richter, und der Krieg ist nicht vorbei, nicht für die Greisin und nicht für das Mädchen. Der Krieg hat gerade erst angefangen. © Aufbau Verlag | 21.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Catalin Dorian Florescu liest aus Jacob beschließt zu lieben | In seinem neuen großen Roman erzählt Catalin Dorian Florescu die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin aus dem schwäbischen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat. Es ist eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann. Jacobs Geschichte ? zeitlich zwischen dem Ende der 20er- und Anfang der 50er-Jahre angesiedelt ? weitet sich zu einem Familienepos, in dem temporeich und in dichten, fantastischen Bildern das Schicksal der Obertins über 300 Jahre hinweg erzählt wird, beginnend mit dem 30jährigen Krieg in Lothringen. Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich Jacobs Vorfahren, wie viele Tausende Anderer aus Lothringen ein besseres Leben suchend, auf den gefährlichen Weg ins Banat gemacht, um ihr Glück zu finden und eigenes Land zu besitzen. Jacob wird mit dem Kampf um Macht und Besitz konfrontiert, wird vom eigenen Vater verraten und verliert seine erste Liebe. Doch immer wieder gibt es Menschen, die ihm helfen, die Wechselfälle der Geschichte - Diktaturen und Deportationen - mit ihren grotesken und katastrophalen Folgen zu überleben und einen neuen Aufbruch zu wagen. In diesem zärtlichen und spannenden Buch bekommen wir auch ein atemberaubendes Konzentrat europäischer Geschichte geboten. Das Bild einer Welt, die nicht zur Ruhe gekommen ist. © Verlag C.H.Beck | 21.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Tanja Dückers liest aus Hausers Zimmer | Berlin 1982: Das Ende des Kalten Kriegs und die Wiedervereinigung schier undenkbar, die geteilte Stadt im Niemandsland immer noch mit Einschusslöchern und Ruinen, Insel und Frontstadt, eingeschlossen und kalt, ihre Bewohner verkrochen in die Höhlen ihrer Hinterhofwinkel und Altbauwohnungen. Alltag in einer gegensätzlichen Weltordnung mit Poppern und Punks, Bürgerlichkeit und Anarchie. In Mietshaus, Schulhof und Straße prallen Lebenswelten aufeinander und werden ebenso wie die Ideale und Widersprüche der Achtundsechziger aus heutiger Sicht mit doppelbödigem Humor geschildert. Die Erzählerin Julika Zürn träumt sich hinaus in die weite Welt, nach Patagonien ? und mindestens ebenso sehnsüchtig in das Zimmer des Motorradrockers Peter Hauser von gegenüber. Tagsüber bahnt sich die Tochter eines Sammlers ihren Weg durch wuchernde Kunstwerke, markiert ihre Lieblingsorte und macht sich ihren Reim auf die Welt. Während ihrer schlaflosen Nächte zieht Hausers orange leuchtendes Fenster sie in Bann. © Schoeffling & Co. | 13.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Gernot Wolfram liest aus Das Wüstenhaus | Ein Tag im April und die Macht des Zufalls. Auf einer Ferieninsel in Tunesien wird im Frühjahr 2002 ein Anschlag auf eine alte Synagoge verübt, bei dem mehrere deutsche Touristen ums Leben kommen. Fünf Jahre später erreicht einen Journalisten in Berlin ein merkwürdiger Anruf. Die junge Frau am anderen Ende der Leitung behauptet, sie müsse ihn dringend sprechen, denn er habe den Tod ihrer Eltern verschuldet ... Mit der ihm eigenen »verblüffenden Leichtigkeit« der Sprache (Die Zeit) erzählt Gernot Wolfram in seinem zweiten Roman vom Zauber des Südens und dem mutigen Versuch eines jungen Mädchens, mit den Folgen eines schicksalhaften Zufalls fertig zu werden. Das Wüstenhaus ist die Geschichte einer Konfrontation zweier vollkommen unterschiedlicher Menschen auf der Suche nach sich selbst, inmitten einer ihnen fremd bleibenden Kultur. Terrorismus und die Frage nach Schuld - ein beunruhigender Roman von hoher Aktualität. © DVA | 13.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Natasa Dragnic liest aus Jeden Tag, jede Stunde | Die Geschichte zweier Liebender - feinsinnig, temperamentvoll, unvergesslich. Sechzehn Jahre haben Dora und Luka sich nicht mehr gesehen, obwohl sie einmal unzertrennlich waren: Wunderschöne Sommertage verbrachten sie als Kinder miteinander, am Felsenstrand des kleinen kroatischen Fischerdorfes, in dem sie aufwuchsen. Doch dann zogen Doras Eltern nach Frankreich, und Luka blieb allein zurück. Als Mittzwanziger treffen sie sich nun überraschend in Paris wieder, und es ist klar: Sie gehören einfach zusammen. Drei glückliche Monate folgen, aus denen ein gemeinsames Leben werden soll; nur kurz will Luka in die Heimat zurück, um ein paar Dinge in Ordnung zu bringen - und dann meldet er sich nicht mehr. Jeden Tag, jede Stunde ist eine jener außergewöhnlichen Liebesgeschichten, die zugleich zeitlos und modern sind: zeitlos in ihrem Glauben an die Vorbestimmtheit, mit der zwei Menschen ein Schicksal teilen, und modern in ihrem Wissen, dass das Leben sich als viel schwieriger erweist. Ein Liebesroman, wie er sein sollte: poetisch, von großer emotionaler Strahlkraft, mitreißend erzählt. © DVA | 7.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Alex Capus liest aus Leon und Louise | Zwei junge Leute verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und großer Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von diesem Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt. Die Geschichte einer große Liebe, gelebt gegen die ganze Welt. © Hanser Verlag | 7.2.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Florian Werner liest aus Dunkle Materie | "Zwischen Kot und Urin werden wir geboren" (Augustinus) - und damit beginnt unsere notgedrungen lebenslange Auseinandersetzung mit unseren Exkrementen. Sie prägen unser Verständnis von Kultur, Identität, Gesellschaft, Gesundheit, Schönheit, Anstand und Humor. In der Kunst, in den Naturwissenschaften, in der Ökonomie und in der Architektur spielen menschliche Ausscheidungen eine wesentliche Rolle. Aber auch in der Biographie jedes einzelnen: Anhand seiner Ausscheidungen erlernt der Mensch die Grammatik des Ekels, der Hygiene und des Wohlgeruchs. Nach dem Erfolgstitel "Die Kuh" verblüfft Florian Werner erneut mit einer so unterhaltsamen wie intelligent findigen Kulturgeschichte. © Nagel & Kimche Verlag | 30.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Franzobel liest aus Das Fest der Steine | Oswald Wuthenau ist ein Schelm und Hochstapler, ein moderner Mephisto, und doch ein verzweifelt Heimatloser. Wie eine Urgewalt bricht diese "Mischung aus Orson Welles, Helmut Qualtinger und Oliver Hardy" Mitte der fünfziger Jahre über Südamerika herein, macht Bekanntschaft mit geflohenen Nazis, gerät in eine ekstatische Orgie, heiratet, errichtet das erste Atomkraftwerk Argentiniens, bekommt in der DDR die Brecht-Medaille überreicht und stellt Wien auf den Kopf. Familienepos, Schelmenroman, ein Stück österreichische Weltliteratur: Franzobels famoses Panoptikum eines aus den Fugen geratenen Jahrhunderts. © Zsolnay Verlag | 24.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Esther Kinsky liest aus Banatsko | Banatsko ist die Feier einer Landschaft, des nördlichen Banat. Noch nie wurde dieses Niemandsland zwischen Ungarn, Serbien und Rumänien mit einem so liebenden Blick betrachtet, seine melancholische Poesie so zum Blühen gebracht wie in diesem neuen Roman von Esther Kinsky. Während der Leser sie in die halbverfallenen Straßenzüge Battonyas und die sie überwuchernde, sirrende und flirrende Natur begleitet, erzählt sie von einem alten Kino, den Kontakten zu den Dorfbewohnern, einer Liebschaft und der langsamen Eroberung des eigenen Zuhauses in dieser neuen Welt. Vom Rhythmus ihrer Sprache getragen wird der Alltag im ländlichen Banat zum Erlebnis, Kinsky macht ihn hörbar, riechbar. In aller Stille ereignet sich dabei Welt: Den Worten und Dingen wird eine Bedeutung verliehen, die aus der langsamen Annäherung an die fremde Sprache erwächst. Durch genaues Hinsehen wird Einzelheiten auf den Grund gegangen, mit einem Blick, der den Schmerz, der den Dingen innewohnt, mitfühlt, ihn aber nicht beklagt. © Matthes & Seitz Verlag | 16.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Karen Duve liest aus Anständig essen | Lebt es noch oder isst du es schon? Ein Selbstversuch. »Die dringendste Frage zu Beginn meiner Bio-Phase: ob ich weiterhin Cola-Light trinken kann. Davon gehe ich nämlich aus. Cola-Light besteht doch sowieso ausschließlich aus Chemie. Da dürfte sich die Bio-Frage eigentlich gar nicht erst stellen.« Karen Duve gehörte nicht eben zur Gesundheitsfraktion. Bratwürstchen und Gummibären wanderten genauso in ihren Einkaufswagen wie Schokolade und Curryketchup in 1-L-Plastikflaschen. Doch dann zog sie mit jemandem zusammen, der schnell den Spitznamen Jiminy Grille erhielt ? nach dem personifizierten Gewissen der Holzpuppe Pinocchio. Denn Jiminy schrie auf, wenn Karen Duve nach der »Grillhähnchenpfanne für 2,99« griff. Und Karen Duve musste einräumen, dass das Leben der »Grillhähnchenpfanne« vor ihrer Schockfrostung wohl eher unerfreulich gewesen war. So stellten sich vor der Tiefkühltruhe schnell grundlegende Fragen: Darf man Tiere eigentlich essen? Und wenn Tiere nicht, warum dann Pflanzen? Wo beginnt die menschliche Empathie, und warum? Was sind wir bereit aus Rücksicht auf die Mitlebewesen zu opfern? Oder können wir sogar einen persönlichen Gewinn daraus ziehen, unsere Gewohnheiten zu ändern? Irgendwann wollte Karen Duve es wirklich wissen: Jeweils zwei Monate lang testet sie seitdem Ernährungsweisen mit moralischem Anspruch: Biologisch-organisch, vegetarisch, vegan und am Ende sogar frutarisch, also nur das, was die Pflanze freiwillig spendet. Parallel dazu setzt sie sich mit der dahinterstehenden Weltsicht auseinander ? und liefert sich mit Jiminy Grille die unausweichlichen Verbalduelle. Erst kurz vor der Veröffentlichung dieses Buches wird sie eine Lebensentscheidung treffen ? die, wie sie sich weiter ernähren und weiter leben will. Schonungslos und mit der ihr eigenen knochentrockenen Komik setzt sie sich jenseits aller Ideologien mit der Frage auseinander: Wie viel gönne ich mir auf Kosten anderer? © Galiani Berlin | 10.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Wilhelm Schmid liest aus Die Liebe neu erfinden | Die Liebe ist schwierig geworden. Alles soll sie leisten: uns unendliche Glücksgefühle, unbändige Leidenschaft und ewige Lust bescheren ? allerdings ohne uns in unserer Freiheit einzuschränken. Kein Wunder also, daß sie diesem Erwartungsdruck kaum noch standhält: Die Liebe erstickt, wenn sie immer nur Liebe sein muß. Manche sprechen daher schon verzweifelt vom »Ende der Liebe«, viele arrangieren sich mit der alltäglichen Tristesse dessen, was doch einmal Liebe war, und wieder andere wollen eine neue »Nüchternheit«, aber die wird die Herzen nicht wärmen. Ja, die Liebe ist kompliziert geworden, aber ist das etwa ein Grund, von ihr zu lassen? Wohl eher nicht, denn die Liebe ist sinnstiftend wie kaum etwas sonst. Nach dem Ende der Liebe liegt daher ein Neuanfang nahe, eine Renaissance der Liebe unter veränderten Vorzeichen. Es ist Zeit, die Romantik zu retten, sie auf neue Weise lebbar zu machen, die Liebe also neu zu erfinden: als atmende Liebe, die zu einer pragmatischen Romantik in der Lage ist. Der Bestsellerautor Wilhelm Schmid (Glück, 2007) fragt in seinem neuen Buch danach, warum die Liebe in unserer Zeit so selten glückt, und zeigt Wege auf, wie sie dennoch gelingen kann. Seine »Kunst des Liebens« zielt durch alle Schwierigkeiten hindurch auf eine neue Leichtigkeit der Liebe und des Lebens. © Suhrkamp Verlag | 10.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Marica Bodrozic liest aus Das Gedächtnis der Libellen | Die Geschichte einer unmöglichen Liebe. Mit bewundernswerter Konsequenz erzählt Marica Bodro?ic von einer ebenso unbedingten wie widersprüchlichen Liebe. Und von einer Frau, die Abschied nehmen muss von ihren Illusionen über ihre Beziehung zu einem verheirateten Mann. Und die sich fragen muss, wer sie am Ende ohne ihre Liebe ist. Noch sind die Tage ungetrübt. Die junge Nadeshda fährt nach Amsterdam, um dort ihren Geliebten Ilja zu treffen. Sie hat Schuhe mit den höchsten Absätzen an und phantasiert sich Iljas Küssen entgegen. Doch was als lustvolle Reise beginnt, wirft Nadeshda völlig aus dem Gleichgewicht, bringt sie an ihre Grenzen und verändert ihre ganze Wahrnehmung von ihrer Liebe und sich selbst. Denn Nadeshda muss erkennen, dass sie in ihre Träume, Sehnsüchte und merkwürdig robusten Hoffnungen verstrickt ist, obwohl sie es besser hätte wissen können. Obwohl sie hätte sehen müssen, dass ihr Wunsch, den verheirateten Ilja ganz für sich zu gewinnen, nie in Erfüllung gehen wird. Denn Ilja hat sie nie hinters Licht geführt: Von der ersten Begegnung an sprach er davon, dass ihre Liebe keine Zukunft haben könne. Das hindert ihn aber keineswegs daran, Nadeshda dennoch weiterhin seine Liebe zu erklären. Marica Bodro?ic hat den Roman einer ebenso unbedingten wie ausweglosen Liebe geschrieben. Einen Roman, der zugleich die Geschichte eines beispiellosen Verlusts erzählt. Denn Nadeshda muss am Ende nicht nur Abschied nehmen von dem Mann, den sie, das hatte sie sich geschworen, nie aufgeben würde. Sie muss vor allen Dingen auch Abschied nehmen von sich als der Liebenden dieses Mannes. Es ist ein Abschied, der sie zurückführt auf sich selbst, auf ihre Vergangenheit und den Libellen sammelnden Vater. Und all diese Abschiede wiegen deshalb so schwer, weil Nadeshda nicht absehen kann, wer sie ohne ihre Liebe ist. © Luchterhand Literaturverlag | 9.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Michael Stavaric liest aus Europa. Eine Litanei | Ein schillerndes Panorama unseres Kontinents entfaltet Michael Stavaric in seinem Prosadebüt "Europa. Eine Litanei", voll Humor und beißender Ironie. In einem abenteuerlichen Ritt durch Provinzen und Paläste verflicht er Mythen und Redensarten, Gesetze und Geschlechter, Dogmen, Theorien und nationale Neurosen. Der "schönen Königstochter Europa" hält er so den Spiegel vor: ihren Traum vom ewigen Frieden und ihre mächtigste Utopie - Amerika. Der Sprachsog dieser "Litanei" zieht den Leser in Bann und wirbelt ihn durch die Geschichte und ihre Abgründe hinein in Geschichten, die man einander darüber erzählt. Gleich, wo man dieses Buch aufschlägt: "Europa" ist eine funkelnde Schatzkammer aus Realien und Anekdoten, ein großer Gesang auf unseren alten und in der Selbstvergewisserung sich beständig erneuernden Kontinent. © kookbooks | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Melinda Nadj Abonji liest aus Tauben fliegen auf | Eine ungarische Familie aus Serbien in der Schweiz. Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas. Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört. Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko, und Ildiko ist es, die das hier alles erzählt. So auch den Besuch im Dorf, der dann nicht der einzige bleibt, Hochzeiten und Tod rufen sie jedesmal wieder zurück ins Dorf, wo Mamika und all die anderen Verwandten leben, solange sie leben. Zuhause ist die Familie Kocsis also in der Schweiz, aber es ist ein schwieriges Zuhause, von Heimat gar nicht zu reden, obwohl sie doch die Cafeteria betreiben und obwohl die Kinder dort aufgewachsen sind. Die Eltern haben es immerhin geschafft, aber die Schweiz schafft manchmal die Töchter, Ildiko vor allem, sie sind zwar dort angekommen, aber nicht immer angenommen. Es genügt schon, den Streitigkeiten ihrer Angestellten aus den verschiedenen ehemals jugoslawischen Republiken zuzuhören, um sich nicht mehr zu wundern über ein seltsames Europa, das einander nicht wahrnehmen will. Bleiben da wirklich nur die Liebe und der Rückzug ins angeblich private Leben? © Jung und Jung Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Claudia Klischat liest aus Der eine schläft, der andere wacht | "Es gibt Bücher, bei denen man nach wenigen Seiten weiß: diese Geschichte war unabweislich, die wollte erzählt werden, um jeden Preis." Katja Lange-Müller Überall finden sich ihre Spuren, im ganzen Haus sind die Zettel mit ihren Gedichten und Aufzeichnungen verteilt, ihre Stimme ist noch zu hören, ihre Schritte sind gleichsam noch zu sehen ? nur sie selbst, Ina, ist nicht mehr da, einfach entschlafen ? Claudia Klischats neuer Roman erzählt von einer mitten im Lauf gebremsten Liebe zweier Frauen. Sie sind aufs Land gezogen, in ein Dorf, in dem sie eine Bar betreiben, und finden allmählich ihren Platz in der Dorfgemeinschaft. Aber dann wird Ina von einem Tag auf den anderen krank, kehrt nicht mehr aus der Klinik zurück, und ihre Freundin, die Ich-Erzählerin, muss allein zurechtkommen. Als sie sich schließlich um die prekär gewordene Lebenssituation kümmern will, geschieht etwas Merkwürdiges: Jeder, den sie im Dorf anspricht, versteinert, die Welt scheint zu erstarren. Mühsam muss sich die Erzählerin in der verlassenen Umgebung einrichten, Nahrung finden, überleben. Da, nach Monaten, entdeckt sie Reifenspuren, findet nach stundenlanger Suche einen LKW. Es beginnt ein Roadmovie der etwas anderen Art ? Poetisch, surreal, mitunter komisch, mit einem feinem Gespür für das Spektrum der Gefühle, erzählt Claudia Klischat in ihrem neuen Roman die Geschichte einer nicht zu Ende gelebten, nachgetragenen Liebe. Ein bewegendes literarisches Requiem. © C.H.Beck Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Harald Martenstein liest aus Gefühlte Nähe | Harald Martensteins neuer Roman besticht durch eine genaue Beobachtung des Paarungsverhaltens im ausgehenden 20. Jahrhundert. Er beschreibt 23 Männer in archetypischen Situationen, die eines gemeinsam haben: dieselbe Frau; eine Frau, die wir nur als N. kennenlernen. An ihrem Liebesleben und Lebenslauf reiht Harald Martenstein die unterschiedlichen Männer wie Verhältnisse auf ? ein Roman in 23 Liebesabenteuern. Die Geschichten und Situationen ergänzen sich, zeigen Verhaltensmuster, ergeben eine Sittengeschichte im Privaten ? aber sie sind vor allem eins: überraschend komisch und eigensinnig. »Gefühlte Nähe« ist die Vermessung der Tiefen und Untiefen des uns bekannten Beziehungskosmos. © C.Bertelsmann Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Finn-Ole Heinrich liest aus Gestern war auch schon ein Tag | Susan fehlt ein Bein. Tom ist die Treppe runtergefallen. Und Henning lügt so lange, bis er die Wahrheit sagt. Finn-Ole Heinrich erzählt von Menschen, die ins Schwanken gekommen sind, die das Leben mit aller Härte umgeworfen hat. Und die nun wieder aufstehen müssen. Finn-Ole Heinrich zählt zu den großen Talenten der deutschen Gegenwartsliteratur. Bereits seine ersten beiden Bücher, die taschen voll wasser (Erzählungen, 2005) und Räuberhände (Roman, 2007), wurden von Lesern und Presse gefeiert. Mit Gestern war auch schon ein Tag erreicht sein Schreiben jetzt eine neue Stufe. Diese Texte hinterlassen in ihrer Ehrlichkeit, sprachlichen Klarheit, ihrer Sensibilität und auch in ihrem Humor beim Leser eine Faszination, die lange trägt. © Mairisch Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Dirk Stermann liest aus Sechs Österreicher unter den ersten fünf | »Ich hatte keine Meinung zu den Österreichern. Aber womit ich nicht gerechnet hatte: Jeder Österreicher hatte eine Meinung zu den Deutschen.« War es wirklich klug, als Rheinländer in ein Land zu ziehen, das heute noch von Cordoba schwärmt? Dirk Stermanns Wiener Werdegegang ist ein wahrer Radetzkymarsch. Er begegnet Robert, dem Universalkommentator, der keinen deutschen Kaffee mag, und Hartmut, dem präpotenten Piefke, der so gerne ein Qualtinger wäre. Er schleppt betrunkene ORF-Reporterinnen durchs Nachtleben und taumelt durch Altbauten aus der k.u.k.-Zeit, in deren Treppenhäusern man selbst von toten Hunden noch gebissen wird. Braungefärbte Taxifahrer, sadistische Beamte und die ?Wilde Wanda? kreuzen seinen Weg. Dirk Stermann liefert ein skurriles Panoptikum von Österreich und seinen Einwohnern ? fulminant wie eine Mozartoper. © Ullstein Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Marcel Maas liest aus Play. Repeat. | Vier Freunde, denen es so scheint, als habe jemand die Höhen aus der Wirklichkeit genommen. Die Welt rieselt ihnen zwischen den Fingern hindurch, alles rauscht, nichts bleibt. Carlos, Marlene, Lilly und der Erzähler durchstreifen die Großstadt, sind eingelegt im Abwasser ihrer Jugend. Zuflucht gibt ihnen nur noch die Musik, die die einzelnen Momente zusammenhält. Ihre Realität verfließt, Fiktionen verwirklichen sich, und in der Nacht lösen Rave und Alkohol alles in eines auf. Das Verlorensein danach, das Tagkrank-Sein, die Trauerarbeit nach der Party. Unter dem Stroboskop der Nacht wagen die vier Freunde den Versuch, die Haut der frühen Jugend abzustreifen, sich zu befreien von mittleren Träumen und Gefühlen, von einer Sprache, die nicht die ihre ist. Sie wollen alles, und sie wollen es jetzt. Carlos bringt die Drogen, Lilly trauert, Marlene hat noch Hoffnungen und der Ich-Erzähler glaubt an ein großes Wir, das langsam auseinander bricht. Doch bleibt ihr Trip nicht ohne Konsequenzen. © Frankfurter Verlagsanstalt | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Reinhard Jirgl liest aus Die Stille | Einhundert Jahre aus der Geschichte zweier Familien und aus der Geschichte eines Landes: Reinhard Jirgls "Die Stille" ist das monumentale Epos vom langen 20. Jahrhundert in Deutschland. Am Anfang steht ein Fotoalbum, die ältesten Bilder sind über achtzig Jahre alt: einhundert Fotografien zweier Familien, die eine aus Ostpreußen stammend, die andere aus der Niederlausitz. Zwei Weltkriege, Inflation, Flucht und Vertreibung haben diese beiden Familien über fünf politische Systeme hinweg, von der Kaiserzeit bis heute, überlebt. Den einhundert Fotografien folgend, erzählt Jirgl Geschichten von Verletzungen, Liebe und Verrat. "Die Stille" bestätigt seinen außergewöhnlichen Rang. © Hanser Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Zoran Drvenkar liest aus Du | Nimm einen Mann, der durch ganz Deutschland reist und keine Gnade kennt. Wo er hinkommt, bleibt niemand am Leben. Nenn ihn Der Reisende, mach ihn zum Mythos und fürchte ihn. Nimm fünf Freundinnen, die erst dem Chaos die Tür öffnen und dann die Flucht ergreifen. Nenn sie Die süßen Schlampen und meide sie. Nimm einen Vater, der verfolgt wird von seiner Vergangenheit und über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen. Und jetzt stell dir vor, er will die fünf Freundinnen aufhalten. Um jeden Preis. Nenn ihn Der Logist und meide ihn. Sie alle bewegen sich aufeinander zu, sie sind voller Rache und haben keine Ahnung, dass du sie beobachtest. © Ullstein Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Jörg Harlan Rohleder liest aus Lokalhelden | »Heimat ist eben doch nur ein Haufen Vollidioten, die man Freunde nennt ?«. »Lokalhelden«, das sind Joints und Nirvana, das sind die Neunziger und die letzten Jahre der Unbekümmertheit. »Lokalhelden«, das sind Enni, Wolle und Schmall. Eigentlich hat ihr Leben noch nicht richtig angefangen. Doch für sie kann es gar nicht schnell genug nach unten gehen. »Meine Geschichte beginnt, wie so viele andere Geschichten, an einem Samstagabend. Ich bin nicht mehr ganz nüchtern, aber so kann ich wenigstens erzählen, ohne mich allzu sehr zu schämen. Neben mir stehen Enni, der wie immer an seiner Magnum zieht, und natürlich mein Freund Wolle. Mit dabei sind auch die ganzen anderen Spacken, der Schädler und der Schelm, der gerade aus dem Knast entlassen wurde. Wo die Million geblieben ist, die er mit der Dealerei verdient haben soll, und was mit Anna und Natja lief, davon wird hier auch die Rede sein. Und wer ich bin? Ich bin ein fabelhafter Lügner, Anstifter und Mitläufer, der Schmall, der kleinste gemeinsame Nenner all dieser mehr oder minder bemitleidenswerten Kameraden. Auch nur ein Kind der dämlichen neunziger Jahre.« © Piper Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Adam Soboczynski liest aus Glänzende Zeiten | Ob in Berlin oder Barcelona, in der Bar oder in der Bahn: Adam Soboczynski erzählt von Männern und Frauen, die sich dem Rausch, dem Rauchen und allem Raffinierten mehr und mehr entfremden. Sie alle leiden an der braven neuen Welt. Es sind die Gesunden, die Glatten, die Asketen, die den Terror der Tugend verbreiten. Gemüse ist ihr Fleisch. Ein überaus geistreiches und tragikomisches Buch, fast ein Roman, in dem ein Knutschfleck und Nietzsche zusammengeführt werden. Eine "Menschliche Komödie" unserer Zeit. © Aufbau Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Adolf Muschg liest aus Sax | Der neue große Roman von Adolf Muschg. Es ist nicht die Heizung, wenn es im Haus ?zum Eisernen Zeit? im schweizerischen Münsterburg in den Wänden klopft. Die drei jungen Rechtsanwälte, die als ?Trockenwohner? in die nicht geheuere Dachwohnung ziehen, scheinen die Wiedergänger eher anzuziehen, als sie zu vertreiben. Das beginnt mit dem Freiherrn von Sax und seiner tödlichen Schädelwunde ? sie ist bis heute an der erhaltenen Mumie zu besichtigen ?, aber mit ihm endet es nicht, ja nicht einmal mit dem ?Gespenst des Kommunismus? und den bösen Geistern des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Mitgift des Herrn von Sax spukt freilich durch alle Kapitel dieses Romans: die berühmteste Minnehandschrift des Mittelalters, die er als Kriegsbeute mitgehen ließ. Diese Handschrift lebt. Wer sie öffnet, wird mit Haut und Haar hineingezogen. Das gilt auch für dieses Buch. Mit Figuren wie von Fellini und einer labyrinthischen Architektur bereitet uns der Roman ein ungeheueres Leseerlebnis. Wer den Sehnsüchten, Liebesgeschichten, Plänen und Karrieren von Muschgs Figuren nachforscht und dabei die dünne Wand zwischen den Lebenden und Toten durchstößt, begegnet der Frage, die beide Seiten umtreibt: die nach dem gelebten und dem ungelebten Leben. Spannend, hoch erotisch und visionär: das Leseabenteuer einer Geisterbeschwörung. © C.H.Beck Verlag | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Peter Wawerzinek liest aus Rabenliebe | Ein Buch wie ein Erdbeben. Über fünfzig Jahre quälte sich Peter Wawerzinek mit der Frage, warum seine Mutter ihn als Waise in der DDR zurückgelassen hatte. Dann fand und besuchte er sie. Das Ergebnis ist ein literarischer Sprengsatz, wie ihn die deutsche Literatur noch nicht zu bieten hatte. Ihre Abwesenheit war das schwarze Loch, der alles verschlingende Negativpol in Peter Wawerzineks Leben. Wie hatte seine Mutter es ihm antun können, ihn als Kleinkind in der DDR zurückzulassen, als sie in den Westen floh? Der Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, blieb stumm bis weit ins vierte Jahr, mied Menschen, lauschte lieber den Vögeln, ahmte ihren Gesang nach, auf dem Rücken liegend, tschilpend und tschirpend. Die Köchin des Heims wollte ihn adoptieren, ihr Mann wollte das nicht. Eine Handwerkerfamilie nahm ihn auf, gab ihn aber wieder ans Heim zurück. Wo war Heimat? Wo seine Wurzeln? Wo gehörte er hin? Dass er auch eine Schwester hat, erfuhr er mit vierzehn. Im Heim hatte ihm niemand davon erzählt, auch später die ungeliebte Adoptionsmutter nicht. Als Grenz sol dat unternahm er einen Fluchtversuch Richtung Mutter in den Westen, kehrte aber, schon jenseits des Grenzzauns, auf halbem Weg wieder um. Wollte er sie, die ihn ausgestoßen und sich nie gemeldet hatte, wirk lich wiedersehen? Zeitlebens kämpfte Peter Wawerzinek mit seiner Mutterlosigkeit. Als er sie Jahre nach dem Mauerfall aufsuchte und mit ihr die acht Halbgeschwister, die alle in derselben Kleinstadt lebten, war das über die Jahrzehnte überlebens groß gewordene Mutterbild der Wirklichkeit nicht gewachsen. Es blieb bei der einzigen Begegnung. Aber sie löste ? nach jahrelanger Veröffentlichungspause ? einen Schreibschub bei Peter Wawerzinek aus, in dem er sich das Trauma aus dem Leib schrieb: Über Jahre hinweg arbeitete er wie besessen an Rabenliebe, übersetzte das lebenslange Gefühl von Verlassenheit, Verlorenheit und Muttersehnsucht in ein großes Stück Literatur, das in der deutschsprachigen Literatur seinesgleichen noch nicht hatte. © Galiani Berlin | 1.1.11 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Hettche liest aus Die Liebe der Väter | Die berührende Geschichte eines Vaters, der um seine Tochter kämpft. Peter hat eine Tochter, aber das Sorgerecht für sie hat er nicht. Annika war zwei, als er und ihre Mutter sich trennten. Seitdem gerät jede elterliche Absprache zum Machtkampf um die inzwischen dreizehnjährige Annika. Ein Silvesterurlaub auf Sylt wird für Vater und Tochter zur entscheidenden Probe auf ihre Liebe. Die Reise auf die Insel ist für den Verlagsvertreter Peter auch eine Rückkehr in Landschaften der Vergangenheit. Hier hat er die Sommer seiner Kindheit verbracht, als seine Mutter in einer Buchhandlung in Kampen arbeitete. Die Spaziergänge am Strand, die alte Kirche von Keitum, der Leuchtturm rufen Erinnerungen in ihm wach. Zum ersten Mal versucht er, seiner Tochter von sich zu erzählen. Er begegnet Susanne wieder, einer Freundin aus der Schulzeit, mittlerweile verheiratet und Mutter zweier Kinder. Und er muss erleben, dass er auf die Väter der scheinbar heilen Familien, die diese Ferien zusammen verbringen, wie ein Menetekel wirkt. Es ist die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte, in denen Tiere sprechen können und die Tore der Geisterwelt offen stehen. »Die Wilde Jagd« tobt um das Ferienhaus auf der Düne, ein Wintersturm. Und in der Silvesternacht, zusammen mit Freunden im »Sansibar«, steht plötzlich Peters gesamte Existenz auf dem Spiel. Atemlos folgt man seiner Stimme, die erzählt, was ihm geschieht ? gegenwärtig, distanzlos, unmittelbar. Dieser Roman über die Schwierigkeit, heute Vater zu sein, ist Thomas Hettches persönlichstes Buch. Meisterhaft gelingt es ihm, die Atmosphäre des winterlichen Sylt mit einem Familiendrama zu verbinden, in dem es um die eigene Vergangenheit geht, die persönliche Integrität und eine gemeinsame Zukunft. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Guy Helminger liest aus Neubrasilien | Von der Sehnsucht nach der Ferne. In Guy Helmingers neuem Roman fügen sich zwei Erzählstränge zu einer großen, universellen Erzählung über das, was Menschen antreibt bei ihrer Suche nach Gemeinschaft und dem guten Leben. Im Frühjahr 1828 macht sich eine Gruppe Luxemburger Landbewohner, darunter die selbstbewusste Bauerntochter Josette, auf den Weg in die Welt. Sie lassen Hab und Gut zurück und schließen sich einem Strom von Auswanderern an, die der wechselnden Herrscher und der schlechten Lebensbedingungen überdrüssig geworden sind. Ihr Ziel: Brasilien. Dort werden Menschen gebraucht, so heißt es, dort könne man neu beginnen. 170 Jahre später, kurz vor der Wende zum 21. Jahrhundert, kommt das Mädchen Tiha mit ihrer Mutter und anderen montenegrinischen Flüchtlingen nach Luxemburg -- auch sie haben ihre Heimat aufgegeben und sind einem vagen Versprechen gefolgt. Für keinen von ihnen wird es eingelöst -- und doch gibt es für Tiha, die in der Fremde zu einem Teenager reift, und für Josette, die zwar nicht nach Brasilien kommt, aber ihren eigenen Weg findet, kein Zurück mehr in ihr altes Leben.. © Eichborn Verlag | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Michael Kleeberg liest aus Das amerikanische Hospital | Liebe in Zeiten der neuen Kriege. Paris, im Winter 1991. Hélène steht in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals, als vor ihr ein Mann zusammenbricht. Sein Blick brennt sich in ihre Augen. Das ist die erste Begegnung zwischen der dreißigjährigen Pariserin und David Cote, einem amerikanischen Soldaten. Die beiden vom Schicksal Gebeutelten freunden sich an und stützen einander auf ihrer schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über sich selbst. Michael Kleeberg versteht es auf eindringliche Weise, Zeitgeschichtliches und Privates, die seelischen Qualen des Krieges und die körperlichen des unerfüllten Kinderwunschs mit der dichten Atmosphäre von Paris zu verweben. Ein meisterhaft komponierter Roman voll erschütternder und unvergesslicher Szenen. © DVA | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Markus Feldenkirchen liest aus Was zusammengehört | Der Brief legt in Sekunden frei, was Benjamin jahrelang zu verdrängen versucht hat. Beim bloßen Anblick des Absenders kehrt er ins Jahr 1989 zurück, als die Mauer fiel und er bei einem Schüleraustausch in Irland sein Herz an die geheimnisvolle Victoria verlor. Genau so, mit derselben Adresse und ohne Namen, waren damals ihre heiß ersehnten Liebesbriefe eingetroffen. Inzwischen lebt Benjamin ein anderes Leben. Der Banker verdient hervorragend, hat eine Freundin, eine Geliebte und eine teure Wohnung, für deren Einrichtung er aber keine Zeit findet. Nun plötzlich, mit dem Brief in der Hand, kommt ihm nicht nur sein Zuhause leer vor. Benjami steckt den Brief ungeöffnet in die Tasche und bricht zu einer Geschäftsreise nach Irland auf ? lange kann er sich seiner Kraft jedoch nicht entziehen. Gekonnt und feinsinnig erzählt Markus Feldenkirchen eine mitreißende Liebesgeschichte und davon, wie Mauern einbrechen. © Kein & Aber Verlag | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Norbert Gstrein liest aus Die ganze Wahrheit | Heinrich Glück, Verleger in Wien, lernt die junge, exzentrische Dagmar kennen und lässt sich scheiden, um seine letzten Jahre mit ihr zu verbringen. Immer ausschließlicher ergreift sie Besitz von seiner Existenz. Als er stirbt, soll er endgültig ihr Eigentum werden: Sie schreibt ein Buch über seinen Tod. Kann eine Frau behaupten, die ganze Wahrheit über ihren Mann zu wissen? Der langjährige Verlagslektor jedenfalls weigert sich, Dagmars Buch zu publizieren. In einem ironischen, brillanten Vexierspiel zeichnet der aus Österreich stammende Norbert Gstrein das Porträt einer Frau, die nur an eine Wahrheit glauben will: ihre eigene. © Carl Hanser Verlag | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Lehr liest aus September. Fata Morgana | Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. Thomas Lehr, in Deutschland einer der "klügsten und brillantesten Schriftsteller" (FAZ), begibt sich in seinem grandiosen, vielschichtigen Werk auf eine literarische Grenzwanderung zwischen zwei Kulturen. In einer verdichteten, lyrischen Sprache erzählt "September" vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen. © Carl Hanser Verlag | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Lisa-Marie Dickreiter liest aus Vom Atmen unter Wasser | Mit großem psychologischem Einfühlungsvermögen entwirft Lisa-Marie Dickreiter das intime Porträt einer Familie, die am Verlust der Tochter zu zerbrechen droht. Die Bergmanns waren eine ganz normale Familie. Bis Sarah, die sechzehnjährige Tochter, eines Abends auf dem Nachhauseweg ermordet wird. Jetzt, ein Jahr später, ist der Gerichtsprozess vorbei, der Täter verurteilt. Doch was geschieht mit denen, die zurückbleiben, die mit ihrem Leben nicht einfach weitermachen können? Vom Atmen unter Wasser erzählt vom Versuch einer Familie, mit ihrer Trauer umzugehen. Als die Mutter am ersten Jahrestag von Sarahs Ermordung einen Suizidversuch unternimmt, bittet der Vater den Sohn um Hilfe. Ausgerechnet Simon, der zeit seines Lebens im Schatten der jüngeren Schwester stand, soll nun die Balance der Familie wiederherstellen. Und tatsächlich: Es gelingt ihm, seine Mutter in ihrem Kokon aus Trauer und Wut zu erreichen ? doch dabei gerät er an seine Grenzen und droht sich selbst zu verlieren. Eine Geschichte, die noch lange nachhallt. © Bloomsbury Berlin | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Inger-Maria Mahlke liest aus Silberfischchen | In ihrem aufsehenerregenden Debüt erzählt die gefeierte Open-Mike-Preisträgerin Inger-Maria Mahlke eine faszinierende Geschichte über Misstrauen, Abhängigkeit und erotische Anziehung. Hermann Mildt war Polizeibeamter, bis man ihn frühpensionierte, weil er seine tote Frau im Garten fotografierte. Eher unfreiwillig nimmt er Jana Potulski bei sich auf, sie ist Polin ohne Papiere und sucht eine Übernachtungsmöglichkeit. Warum er sich auf sie einlässt, kann er nicht sagen. Er darf ihre Brüste berühren, abends im Bad. Nach drei Tagen läuft sie ihm weg. Erst sucht er sie, dann wartet er, und schließlich findet er sie auf der Straße wieder. Und Jana Potulski kehrt mit ihm in die Wohnung zurück. Doch dann geht alles drunter und drüber. ? Meisterhaft im Ton und voll untergründiger Spannung schildert Mahlke die Geschichte einer ungewollten Annäherung, einer Entwahrlosung ? ein Roman ganz auf der Höhe unserer Zeit. © Aufbau Verlag | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Sabrina Janesch liest aus Katzenberge | Reise an den Rand der Zeit. Magisch, suggestiv und präzise erzählt Sabrina Janesch von nicht vergehender Schuld, von unheimlicher Heimat und einer wagemutigen Reise: Nach dem Tod ihres Großvaters erkundet die junge Journalistin Nele Leipert die Geschichte ihrer Familie. Sie verlässt Berlin und fährt nach Schlesien und schließlich nach Galizien, wo alles begann. Dort, am Ende der Welt, will sie einen alten Fluch bannen. Eine junge Frau, halb Deutsche, halb Polin, fährt durch die im Nebel versunkene niederschlesische Landschaft: Nele Leibert ist auf dem Weg zum Grab ihres Großvaters. Ihre Gedanken schweifen in die Vergangenheit. Ihr geliebter »Djadjo« war eigensinnig und der Nachtseite des Lebens aus geliefert. Unablässig kämpfte er gegen die Dämonen, die die Deutschen in Schlesien zurückließen. Noch seine Enkeltochter steht im Bann der Geschichte. Nur eine Reise ins Gestern kann den Fluch aufheben. Und so begibt sich Nele bis nach Galizien, an den Rand der Zeit. Dabei wird sie vom Erbe ihres Großvaters und einem schrecklichen Verdacht heimgesucht. © Aufbau Verlag | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Gina Mayer liest aus Das Lied meiner Schwester | "Wenn man nur die Ohren schließen könnte wie die Augen." Es ist eine Sternstunde des Swing und Jazz. Doch als Orlanda von den Nazis das Singen verboten wird, beschließt sie, gemeinsam mit ihrer Schwester Anna Widerstand zu leisten. Ein Roman über Verrat und Liebe in schweren Zeiten, die ergreifende Geschichte zweier Schwestern, die ihre Passion höher schätzen als das eigene Leben. © Rütten & Loening Verlag | 31.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Ruth Cerha liest aus Kopf aus den Wolken | Von Kairo in die Wiener Kindheit. Mit präzisem Sprachgespür erzählt Ruth Cerha die Geschichte einer jungen Frau, die in der Ferne ihre Wurzeln sucht. Anna ist jung, ungebunden, rastlos. Seit Jahren zieht sie von Ort zu Ort, bleibt nirgendwo länger als ein paar Monate, dann treibt die innere Unruhe sie weiter. Erst in Kairo, wo sie dem Künstler Paul und der quirligen Diplomatentochter Marjana begegnet, kommt die lange Reise zum Stillstand. Zwischen Anna und Paul entspinnt sich eine zarte Affäre: Seine Zurückhaltung und Verletzlichkeit berühren sie, und dann sind da seine Zeichnungen, die auf unheimliche Weise Bilder aus ihrer Wiener Kindheit heraufbeschwören und die Erinnerung an ihren geliebten Bruder Franjo anstoßen, der vor über 15 Jahren spurlos verschwand. Hals über Kopf beendet Anna die Beziehung -- und weiß doch genau, dass es nicht Paul ist, vor dem sie flieht, sondern die eigene Vergangenheit? Ruth Cerha verwebt die losen Enden von Annas Geschichte zu einem reichen, atemlosen, schönen Roman. © Eichborn Verlag | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andreas Dalberg liest aus Was für ein Glück | Die Familie Peters hat über ihre Verhältnisse gelebt. Als der Vater auch noch seine Festanstellung im Orchester verliert, muss die Familie in eine kleine Wohnung im Scherbenviertel der Stadt umziehen. Dort lernt der achtjährige Linus Armut und Gewalt kennen. Bei einem Unfall stirbt seine kleine Schwester. Seine Eltern trennen sich, der Vater zieht nach Berlin. Das Leben im Viertel traumatisiert Linus. Schließlich hört er auf zu sprechen. Linus sehnt sich nach seinem Vater und entdeckt nun, was dieser ihm hinterlassen hat: die Welt der Bücher. Die Sprache des Vaters ist es auch, durch die Linus wieder zu reden beginnt ? er entdeckt ein Zauberwort, das sein Leben verändert. Andreas Dalberg fesselt mit einer bewegenden Geschichte von sozialer Ausgrenzung, Armut und Gewalt am Ende der Wirtschaftswunderzeit. © Ars Vivendi Verlag | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Norbert Gstrein liest aus Das Handwerk des Tötens | Ein großer Roman über die jüngeren Balkankriege. Erzählt wird die Geschichte des Journalisten Christian Allmayer, der bei einem Hinterhalt im Kosovo ums Leben kommt. Der verhinderte Schriftsteller Paul nimmt das zum Anlass, einen Roman über Leben und Tod des Journalisten zu schreiben. Auf dessen Spuren fährt er durch Kroatien und Bosnien, um sich inmitten der immer noch sichtbaren Verwüstungen ein Bild von der Arbeit eines Kriegsberichterstatters zu machen. Beeindruckend lotet der aus Österreich stammende Schriftsteller Norbert Gstrein das Dilemma derjenigen aus, die das Handwerk des Tötens beschreiben wollen. © Carl Hanser Verlag | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Beate Rothmaier liest aus Fischvogel | Der letzte Geruch von Sommer. Mikas Sommerferien verlaufen nicht wie erhofft: Ihre älteren Brüder verreisen ohne sie, ihre Freundin Ellen fährt mit dem Vater an die Adria, und die Eltern sorgen sich nur um den Jüngsten. Der kleine Bruder ist schwer krank, und Mika wünscht sich nichts so sehnlich wie seinen baldigen Tod. Am Ende des Sommers ist sie eine andere geworden, und nichts ist mehr, wie es war? Der Sommer 1974 ist regnerisch und scheint Mika unendlich lang. Die Vierzehnjährige ist in diesen Ferien ganz auf sich gestellt. Sie streift durch den Wald, pflückt überreife Himbeeren, geht baden. Weit weg soll der leuchtend grüne Fluss sie treiben, vom Neckar bis zur Nordsee. Keiner würde es merken, dass sie abends nicht nach Hause käme ? die Mutter kümmert sich nur noch um den schwer kranken Kleinen. Und der Vater, ein Bildhauer, versucht seine Angst vor dem bevorstehenden Tod des jüngsten Sohnes mit Arbeit und Alkohol zu bezwingen. Als der Vater wieder einmal zu viel getrunken hat, beschließt Mika abzuhauen. Ein berührender Roman über die letzten Kindheitstage: Beate Rothmaier gelingt es überzeugend, die ambivalente Gedanken- und Gefühlswelt der vierzehnjährigen Mika lebendig werden zu lassen. In der seltsam bedrohlichen Wald- und Seenlandschaft spiegeln sich auf subtile Weise die Wirren des Erwachsenwerdens, die Angst vor dem Verlust eines geliebten Menschen, das Sehnen nach Liebe. © DVA | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Christiane Neudecker liest aus Das siamesische Klavier | Wann sie damit anfingen, die Toten zu rufen, weiß im Nachhinein niemand so genau. Es begann doch als harmlose Jugendfreizeit auf dem Hof, aber dann wurden die Spiele der Kinder immer beunruhigender. Bis zu jener Nacht, von der sich die, die sie überlebten, bis heute noch nicht erholt haben. Ein Schatten, der sich im lichtverschmutzten Hongkong zu verselbständigen beginnt. Ein Boxer, der gegen einen teuflisch guten Gegner kämpft. Eine verhängnisvolle Begegnung mit einem Erlkönig der Neuzeit oder ein Schachspiel mit einem Toten: Christiane Neudeckers Geschichten erzählen von dem winzigen Spalt, der sich von Zeit zu Zeit in unserem hoch technisierten Dasein auftut ? sie versetzen mit hypnotischer Spannungskunst das Genre der unheimlichen Erzählung von E.T.A Hoffmann bis Daphne du Maurier in unsere moderne, nur scheinbar durchrationalisierte Welt ... © Luchterhand Literaturverlag | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Jürgen Schmieder liest aus Du sollst nicht lügen! | Origineller Erfahrungsbericht über einen einzigartigen Selbstversuch, 40 Tage lang die Wahrheit zu sagen. Lügen haben kurze Beine. Wenn dieser Kindheitsspruch stimmen würde, liefen wir auf Stummelbeinen durch die Welt. Denn wir lügen, sagt die Wissenschaft, bis zu 200-mal ? am Tag. Aus Höflichkeit, aus Diplomatie oder weil es einfacher ist. Jürgen Schmieder sagt in einem Selbstversuch vierzig Tage lang nichts als die Wahrheit. Das Ergebnis: blaue Flecken, Nächte auf der Couch, diverse Beleidigungen, ein verlorener Freund. Manchmal fühlt er sich befreit und mutig, manchmal deprimiert und verunsichert. Privat (»Findest du meinen Hintern fett?«) und beruflich (»Mach doch deinen Scheiß alleine!«) gerät er in ungemütliche, aber auch witzig-erhellende Situationen. Ein amüsant-nachdenkliches Buch über das ? kein bisschen eindeutige ? Verhältnis von Wahrheit und Lüge. © C.Bertelsmann Verlag | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Peter Hein liest aus Geht so | Nach seinen Songtexten und den irgendwo verstreuten Beiträgen nun also endlich das Buch: Peter Hein, Sänger und Texter der Fehlfarben, flaniert durch Städte und Städtchen und schreibt in seiner teils typisch laxen, teils erhellend negativen, oft aber auch poetischen Art, was ihm begegnet (und er dazu meint). Ob das die hohe Kunst des Flanierens ist oder nicht: Peter Hein pflegt es zu tun. Er streift durch die Städte, in die es ihn aus irgendwelchen Gründen verschlägt, und studiert von der Bahnhofskaschemme bis zum Alten Meister im Museum alles, was zwischen den nächsten angenehmen Aufenthalt bei Espresso und Bier paßt. Von A wie Augsburg und Asbestsanierung bis Z wie Zürich und Zechpreller hat er viel gesehen, viel zu erinnern, viel zu loben und vieles zu benörgeln. Seine schweifenden Texte und sein persönlicher Blick sind sicherlich als Reiseführer unbrauchbar, aber der Flaneur steht eben im Widerspruch zum Prinzip der geführten Reise: Er geht bewußt ins Blaue, um das Kleine, das Individuelle und das Geheime zu finden. Oder auch einfach nur den besten Platz zum ?Bohemisieren?. © Lilienfeld Verlag | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Mathias Nolte liest aus Louise im blauweiß gestreiften Leibchen | Charlotte Pacou, genannt Charlie, hat das ehemalige Büro eines Privatdetektivs in Berlin gemietet, ohne jede Absicht, sich in diesem Metier zu versuchen. Doch als es an der Tür klopft und plötzlich Daniel Baum vor ihr steht, nimmt sie, ohne genau zu wissen, warum, seinen Auftrag an, nach dem verschwundenen Gemälde "Louise im blauweiß gestreiften Leibchen" zu suchen. Jonas Jabal, der Maler, von dem dieses Porträt seiner Freundin Louise stammt, hat 1959 in Ost-Berlin in der DDR Selbstmord begangen, als junger Mann am Beginn einer vielversprechenden Karriere. Charlie begreift schnell, dass sie ihren Auftrag nur erfüllen kann, wenn sie versteht, was damals geschehen ist. War Louise, das schöne reiche Mädchen aus dem Westen, der Grund, wieso Jonas nicht mehr leben wollte? Eine Liebesgeschichte oder vielleicht auch zwei - traurig, heiter, herzzerreißend, verrückt und schön. © Deuticke Verlag | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Erwin Einzinger liest aus Von Dschalalabad nach Bad Schallerbach | Weiße Flecken scheint es auf der Erde nicht mehr wirklich zu geben, einerseits. Andererseits hat der Leser, wenn er diesen Roman gelesen hat, durchaus das Gefühl, mehr gesehen zu haben, als auf der Erde überhaupt Platz hat. Wie durch ein umgekehrtes Fernrohr geht der Blick auf die Horizonte, um sich anschließend liebevoll mit der Lupe all dem zuzuwenden, was einem so vor den Füßen liegt. Natürlich kann man von dem Geistlichen erzählen, der im Tabernakel des Benediktinerklosters Admont ein kleines, feines Rauschgiftdepot angelegt haben soll. Oder von der rumänischen Projektkünstlerin, die dabei ist, eine Serie mit Fotos von Kloteppichen zu machen, die sie einem deutschen Galeristen versprochen hat. Die Wahrheit aber ist, dass dieses Buch in seiner Fülle nicht nacherzählbar sein will: Es ist bis oben hin voller Geschichten, die wie ein fröhlicher Tsunami über alle banalen Vorstellungen von Plot hinwegrollen. Der Leser liest und lacht und fühlt sich unterhalten wie lange nicht mehr. © Jung und Jung Verlag | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Edgar Rai liest aus Nächsten Sommer | Auf der Suche nach dem Sound des Lebens. Was ist das Leben? Eine Wundertüte? Eine Losbude mit zu vielen Nieten? Kleines Drama oder großes Kino? - Ein wunderbar sehnsuchtsvolles und witziges Roadmovie, das den Sommer, die Freiheit und die Liebe atmet. Eigentlich wollten Felix, Marc und Bernhard nur zusammen fernsehen, doch am nächsten Morgen sitzen sie in Marcs orangefarbenem VW-Bus. Vor ihnen liegt die Reise ihres Lebens. In Südfrankreich wartet ein Haus auf sie. Sie lassen die Haare im Fahrtwind wehen, ertrinken beinahe in einem See, werden von der Polizei gejagt und von den Vögeln begleitet. Sie lesen Lilith auf, Typ Scarlett Johansson. Dann stößt Zoe dazu, mit gebrochenem Herzen, und zuletzt Jeanne, die traurige Französin. Je näher sie dem Ziel ihrer Fahrt kommen, desto brennender wird die eine große Frage: Was ist das Leben? Und am Ende der Straße steht ein Haus am Meer ? © Gustav Kiepenheuer Verlag | 30.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Sabine Scholl liest aus Giftige Kleider | Gina Sonnenfels, Ex-Model und Ex-Modejournalistin aus Österreich, lebt in Berlin und hilft mit ihren Szene-Kenntnissen aus der Welt der Mode gelegentlich einem Freund bei der Berliner Polizei. Der neue Fall ist brisant: Eine Mitarbeiterin der Österreichischen Botschaft wird während der Touristikmesse tot aufgefunden - in ihrem Dirndlkleid. Rasche Aufklärung zur Abwendung von Imageschäden tut not. Während sich Gina durch den Dschungel der Verdächtigen vom drogenabhängigen Dirndldesigner bis zum kellnernden Liebhaber kämpft, bemerkt sie nicht, dass sie selbst längst ins Visier des Mörders geraten ist. Der spannende erste Krimi aus der Serie "Fashion Victims". © Deuticke Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Clemens Haipl liest aus Sind wir bald da? | Selbstfindung für Fahrzeughalter und Fußmüde: Clemens Haipl ist dann mal weg und bahnt sich seinen eigenen Jakobsweg. Wer den Sinn des Lebens sucht, hat der bessere Chancen, wenn er zu Fuß geht? Und warum muss es Santiago de Compostela sein, wenn die St. Jakobs ums Eck auf der Straße liegen wie der Sand am Meer? Außerdem gibt es Jakobsmuscheln auch in Supermärkten, zumindest in der grenznahen Schweiz. Also macht sich Clemens Haipl auf den Weg und auf die Suche nach sich selbst, packt die Koffer, packt den Kofferraum, ein Mann der Großstadt mit dem Willen zum Einfachen und Wesentlichen: ?Ein graubärtiger Vierzigjähriger in Fred-Perry-Polo am Volant eines Ersatzporsche, daneben eine junge blonde Dame mit Christian-Dior-Sonnenbrille, Evian schlürfend und Downbeat hörend.? Dabei erlebt er allerhand Überraschungen, Enttäuschungen wie Offenbarungen, und gewinnt am Ende die Einsicht: Auch eine Muschel kann ein großer Fisch sein! © Residenz Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Björn Kern liest aus Das erotische Talent meines Vaters | "Seit nun schon zwei Jahren verhielt er sich, als durchlebe er eine zweite Pubertät. Ich hatte ihm diese Phase damals erspart, es war nicht fair." Ist es ein vom Wunsch nach Nähe angeregter Wochenendausflug zum Vater oder ein Kontrollbesuch? Als der Sohn, der Icherzähler in Björn Kerns neuem Roman, aus Berlin an den Bodensee kommt, um nach längerer Zeit einmal wieder nach dem Vater zu sehen, holt dieser ihn nicht vom Zug ab. Vergessen, verschusselt, egal? Der Vater Jakob, hoch in den Sechzigern, aber von fast schon erschreckender Virilität, durchtrainiert und mit einer beeindruckenden schwarzen Lockenpracht gesegnet, stellt den Sohn, der als Pfleger arbeitet, vor nicht wenige Rätsel. Welche Rolle spielen die beiden Frauen, die den Vater zu belagern scheinen und von denen er sich angeblich belästigt fühlt, tatsächlich? Was finden sie an ihm und was am Sohn? Wieso ist der Vater so fit und wo treibt er sich eigentlich nachts herum? Nimmt er gar Drogen? Farbig und unterhaltsam, spannend und mit einigem Augenzwinkern erzählt Björn Kern von der neuen, verkehrten Welt, in der die Kinder bürgerlicher sind als ihre freizügigen, sich um ihre Selbstverwirklichung sorgenden Eltern. Komisch und melancholisch zugleich bietet der Roman eine höchst zeitgemäße Variante des uralten Vater-Sohn-Konfliktes. © C.H.Beck Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Katja Oskamp liest aus Hellersdorfer Perle | Was wäre, wenn man allem Vertrauten den Rücken zukehrte, einfach so? Wenn man sich auf das Unerhörte einließe, auf die Lust? Die Frau, Mitte dreißig, führt ein standesgemäßes Berliner Leben: Der Freund ist Theaterkritiker, die kleine Tochter wird geliebt, alles ist geregelt und gut. Bis die Frau aus einem spontanen Fluchtimpuls heraus ihre Sachen packt und in eine Straßenbahn steigt. An der Endhaltestelle, am äußersten Rand der Stadt, betritt sie eine zwielichtige Kneipe, die Hellersdorfer Perle. Am Tresen sitzt ein Mann mit Stock, der vom ersten Augenblick an eine unerklärliche Anziehung auf die Frau ausübt. Sie wechseln einige Worte, messen ihre Kräfte, und er verlangt von ihr, sie solle am nächsten Abend wiederkommen, im Rock. Die Frau wird neugierig - und zu ihrer eigenen Überraschung tut sie, was der Mann verlangt. In klarer, suggestiver, soghafter Sprache erzählt Katja Oskamp die Geschichte einer Frau, die in den Bann eines Fremden gerät und ein Spiel beginnt, in dem sie sich selbst begegnet. © Eichborn Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Elfriede Hammerl liest aus Alles falsch gemacht | Elfriede Hammerls Kolumnen, die seit 25 Jahren in der Zeitschrift "profil" in Österreich erscheinen, sind mittlerweile ein Stück Zeitgeschichte; mit großem Engagement für sozial Benachteiligte und Randgruppen - wie zum Beispiel die Spezies Frau - kommentiert die Autorin darin mit Humor Szenen aus unserem Alltag. Gerne widmet sich Elfriede Hammerl auch medialen Erfindungen wie der "Power-Frau", an der man vor allem eines gut zeigen kann: Frauen, denen es nicht spielend gelingt, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen, und die bei gleicher Leistung weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, haben eben einfach nur - alles falsch gemacht! © Deuticke Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Benjamin von Stuckrad-Barre liest aus Auch Deutsche unter den Opfern | Deutschland ganz unten, Deutschland ganz oben ? und mittendrin: Stuckrad-Barre, mit Stift, Papier und Kamera. Im Jahr 2001 brachte er »Deutsches Theater« heraus, den »Fotoroman einer Gesellschaft, die nur in der Öffentlichkeit und im Rollenspiel noch zu sich selbst zu kommen vermag« (FAZ). Nun erscheint die Fortsetzung: Reportagen, Porträts, Erzählungen, Mono- und Dialoge ? ein Sittengemälde unserer Zeit. Wahlkampf, Streik, Demonstrationen, Konsum, Fußball, Kino, Theater, Musik, Literatur, Mode, Stadtleben, Überlandfahrten. Politik, Kultur, Gesellschaft. Mit seinem Verfahren der teilnehmenden Beobachtung findet Stuckrad-Barre Momente der Wahrheit inmitten von Vorgängen, die genau diese verschleiern sollen. Dabei wechselt sein Blick permanent zwischen außen und innen, so dass nicht nur Erkenntnis über all die anderen Menschen, sondern auch über ihn, den Zuschauer, aufblitzt. Und so entsteht aus vielen Einzelbeobachtungen ein deutscher Klappaltar, aus vielen Texten eine Großerzählung, archäologisch blicken wir auf unsere Gegenwart: Das sind die Fragen, Personen und Orte, die uns bewegen ? das sind die Bedingungen, unter denen wir leben. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Susann Pásztor liest aus Ein fabelhafter Lügner | Charmante Lügen und die Tücken der Suche nach der Wahrheit ? ein skurril-komischer Familienroman. Joschi Molnár bleibt ein Rätsel. Der famose Fabulierer hat seinen Kindern etliche Versionen seines Lebens hinterlassen. Als sich die Halbgeschwister Hannah, Marika und Gabor in Weimar treffen, um Joschis hundertsten Geburtstag zu feiern, prallen Welten aufeinander. In rasanten Dialogen und skurrilen Szenen nähern sie sich der Wahrheit ? und finden zueinander. Joschi Molnár hatte fünf Kinder mit fünf verschiedenen Frauen, verlor zwei Kinder und seine zweite Frau in Auschwitz, war Häftling in Buchenwald ? und hinterließ ein Vermächtnis aus phantastischen Geschichten, tragischen Verstrickungen und faustdicken Lügen. Dreißig Jahre nach seinem Tod bringt sein Geburtstag die Geschwister zum ersten Mal zusammen. Ganz unterschiedliche Vaterbilder kommen zum Vorschein. Der Verräter. Der Abwesende. Der Geschichtenerzähler ? und: der Tausendsassa mit Witz und Ideen. Während Hannah sich leidenschaftlich mit ihren jüdischen Wurzeln identifiziert und von einem Happy End in Israel träumt, hadert Gabor mit seiner Kindheit und bezweifelt Joschis jüdische Herkunft. Marika gibt die tapfere Alleinerziehende, verehrt Joschi für seinen Einfallsreichtum ? und überlässt das Erzählen ihrer Tochter Lily. Überhaupt Lily: Die 16-Jährige hat sich eigentlich für ein Referat über Buchenwald gemeldet und erzählt stattdessen diese bezaubernde Geschichte. Was folgt, ist ein Wochenende voller Überraschungen, Missverständnisse, Streitereien, Geständnisse und Gelächter. Als Lily einen illegalen nächtlichen Festakt zu Joschis Ehren durchsetzt, ist der entscheidende Schritt zur Versöhnung getan ? auch wenn der erstmal auf eine Polizeiwache in Weimar führt. Mit feiner Beobachtungsgabe, großem Einfühlungsvermögen und viel Humor erzählt Susann Pasztor eine Familiengeschichte, in der das Tragische und das Komische ganz eng beieinanderliegen. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andreas Schäfer liest aus Wir vier | Lothar war Pilot ? bevor es geschah. Seine Frau Ruth war damals Stewardess, nun hilft sie in der Telefonseelsorge, damit es wenigstens anderen besser geht. Ihr Sohn Merten glaubt, als Einziger zu wissen, warum sein Bruder ermordet wurde. In der Familie Wilber klafft eine Lücke. Man redet nicht über Jakob und über den Grund, warum er nicht mehr da ist. Am Tag der Verurteilung des Mörders zünden sie eine Kerze an und warten, bis der Anruf kommt: Lebenslänglich. Nachts liegen die Eltern nebeneinander, und die Mutter fragt: ?Bist du erleichtert?? - ?Nein.? Andreas Schäfer erzählt luzide und souverän die Geschichte eines Traumas und seiner Folgen. Sie lässt den Leser nicht mehr los. © Dumont Buchverlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Mariana Leky liest aus Die Herrenausstatterin | Katja Wiesberg verschwimmt die Welt vor Augen. Ihr Mann ist fort, und sie ist ihren Job los. Katja ist allein. Da sitzt auf einmal ein älterer Herr auf dem Rand ihrer Badewanne und stellt sich als Dr. Blank vor. Es ist der Geist ihres ehemaligen Nachbarn. Und noch ein Fremder taucht auf: Nachts steht ein Feuerwehrmann vor der Tür, der behauptet, zu einem Brand gerufen worden zu sein ? und nicht wieder geht. Mit entwaffnender Zutraulichkeit nistet er sich in Katjas Leben ein. Erst allmählich begreift sie, wie gut er ihr tut: Ein kleinkrimineller Feuerwehrmann, der Karatefilme liebt, ist gerade das Richtige, um sie zurück ins Leben zu holen. Eine abenteuerliche Dreiecksgeschichte nimmt ihren Lauf, zwischen einer aus dem Alltag gefallenen Frau, einem überaus selbstbewussten Liebhaber und einem lebensweisen Toten, den allerdings nur Katja sehen kann. Mariana Lekys Roman verführt in eine Welt, die komischer und trauriger ist als unsere ? und dabei geisterhaft menschlich. © Dumont Buchverlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Moritz Rinke liest aus Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel | Worpswas? ? Worpswede! Moritz Rinke legt ein furioses Romandebüt vor. Stammt das angebissene Stück Butterkuchen im Tiefkühlschrank tatsächlich von Willy Brandt? Kann ein toter Onkel noch ein Kind zeugen? Wurde die schöne Kommunistin Marie von der Gestapo abgeholt oder von der eigenen Familie im Teufelsmoor vergraben? Und wie werden die Seelen der Menschen aufbewahrt? Ausgerechnet als Paul Wendland in Berlin mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit ein. In Worpswede drohen das geschichtsträchtige Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken ? samt lebensgroßen Bronzestatuen von Luther über Bismarck bis zu Max Schmeling und Ringo Starr. Die Reise zurück an den Ort der Kindheit zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie nimmt eine verhängnisvolle Wendung. Vergessen geglaubte Familienfragen, aus dem Moor steigende historische Gestalten und die skurrile Begegnung mit einem mysteriösen Vergangenheitsforscher spülen ein ungeheuerliches Geflecht an Lügen und Geheimnissen aus einem ganzen Jahrhundert an die Oberfläche. Moritz Rinke rührt sanft, aber vollkommen anarchisch und mit einer umwerfenden Tragikomik an die Lebensmotive, die Geschlechter-, Generations- und Identitätskonflikte seiner Figuren und ihre seelischen Abgründe. Er erzählt vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit und von einem Dorf im Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land ? und überzeugt als raffinierter Komponist einer überschäumenden, irrwitzigen Realität in diesem furiosen Romandebüt. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Bastienne Voss liest aus Mann für Mann | Der erotische Mauerfall ? Bastienne Voss erzählt mit Witz und Tiefgang. Nach Clemensbaby kamen Igor der Russe und dann der erfahrene Hesse ? vom Internat auf ihrem Weg ins Berliner Theater lässt die junge Sibylle nichts aus: Bastienne Voss erzählt die Geschichte einer jungen Ostdeutschen, dreist, offen, witzig. Wer Loriot nicht mag, Picasso nicht kapiert und nicht begreift, dass Mozart besser als Beethoven ist, kommt kein zweites Mal mit unter ihre Decke. So sieht Sibylle das. Und deshalb ist Schluss mit Clemensbaby, heute Abend wird sie Igor küssen. Die Siegermacht. Aber Igor ist nur der Anfang, denn Sibylle will raus aus der ostdeutschen Provinz, wo die Luft nach Schmieröl stinkt und die Männer in der Kneipe hocken. Sibylle will Schauspielerin werden und kommt endlich nach Berlin, zu Hesse, dem Ex-Geliebten ihrer Mutter, mit dem sie nicht nur eine unvergessliche Nacht verbringt. Doch der Fall der Mauer verändert alles. »Mann für Mann« ist die erotische, deutsch-deutsche, abgründige Geschichte einer jungen Frau und ihrer Männer. © Piper Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andreas Bernard liest aus Vorn | Aus dem Labor einer Generation. Mitte der neunziger Jahre: Tobias Lehnert gelingt der Sprung in die Redaktion einer großen deutschen Zeitung. Hier glaubt er das eine, richtige Leben zu finden. Bis er erkennt, wie ihm seine Freundin Emily immer mehr entgleitet. © Aufbau Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Maximilian Steinbeis liest aus Pascolini | Matthias Pascolini treibt die Ettengruber Polizei zur Verzweiflung, denn der junge Gauner ist einfach nicht zu fassen. In dem Provinznest kämpfen mit wachsender Begeisterung Katholiken gegen Protestanten, Traditionalisten gegen Freigeister, Tennisvereinsmitglieder gegen die Herren vom Fußballklub. Je härter die Staatsgewalt zuschlägt, desto mehr wird Pascolini zum Volkshelden. Als sich dann auch noch die Politik einmischt, geraten die Ettengruber an die Grenzen eines Bürgerkrieges. Ein derbes, bitterböses Spiel um die Macht des Geschichtenerzählens, eine kluge und bissige Satire über Freiheitsmythen und Fremdenverkehr. Ein Mordsspaß, nicht nur für Bayern. © Aufbau Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Richard Obermayr liest aus Das Fenster | Ist die Kugel, die durch diesen Roman fliegt, je abgefeuert worden? Und wenn ja, wird sie ihr Ziel erreichen, oder wird die Verlangsamungstaktik des Erzählers diesen Schuss aufhalten können? Dies ist die Geschichte einer Familie, die unter den Folgen eines Ereignisses leidet, für das es zwar viele Vorzeichen und Hinweise gab, das aber womöglich nie stattgefunden hat. Richard Obermayr hat einen Roman über das flüchtigste und zugleich unwiederrufbarste Element geschrieben: die Zeit. Tag für Tag geht sie durch uns hindurch und häuft sich als eine Vergangenheit auf, von der wir nicht wissen, was mit ihr geschieht. Ist es möglich, dass diese gelebte Zeit hinter uns weiterreift, ja dass jene Teile unserer Persönlichkeit, die wir zurücklassen mussten, um die zu werden, die wir heute sind, sich hinter unserem Rücken, hinterrücks, gegen uns verbünden? Was ist, wenn eines Tages die Vergangenheit uns nicht mehr braucht und ohne uns weiterlebt? Als Richard Obermayr vor über zehn Jahren seinen ersten Roman vorlegte, wirkte er ebenso verstörend wie begeisternd. Ein neuer Autor war auf den Plan getreten, dem man Außerordentliches zutraute. Zu Recht: Sein zweiter Roman löst das Versprechen, das der erste gab, auf glänzende Weise ein. © Jung und Jung Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Hanna Lemke liest aus Gesichertes | Nichts ist gesichert in diesen Geschichten, die Hanna Lemke in »Gesichertes« versammelt hat, die Liebe nicht und schon gar nicht das Einkommen. Die jungen Frauen und Männer ziehen durch die Clubs und Kneipen der Städte genauso wie durch ihre Wohngemeinschaften und Jobs. Zu jung, um etabliert, zu alt, um sorglos zu sein, lassen sie sich treiben durch eine Welt voll verbrauchter Gesten und beobachten dabei mit verstörender Empfindsamkeit sich selbst und die anderen. Alles, was Georg besitzt, passt in eine Reisetasche, und wenn ihm langweilig wird, zieht er wieder aus. Doch solange er da ist, ist es schön. Katrin sieht überall Idio ten, eigentlich müsste sie immer eine Knarre dabei haben. Und das Glück, das Milan immer hatte, auch bei seinem Autounfall, wollte er vermutlich gar nicht. In einer eindringlich konzentrierten Sprache erkundet Hanna Lemke die zufälligen Begegnungen und brechenden Beziehungen, die Stimmungen, Spannungen und Unsicherheiten an den Randgebieten einer Ju gend, die nicht enden will, und erzählt von der exis ten ziellen Suche nach einer Haltung, die keine Pose ist. © Antje Kunstmann Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Harriet Köhler liest aus Und dann diese Stille | Der ganze Schrecken und der ganze Trost, den Familie bedeuten kann. Wie ist es, wenn man in hohem Alter seine Frau verliert und auf einmal merkt, dass man nie mit ihr geredet hat ? zumindest nicht über das, was einem seit sechzig Jahren das Herz zuschnürt? Wie ist es, wenn man als Rentner wieder bei seinem Vater einzieht ? und einen Mann pflegt, der einem ein Leben lang fremd geblieben ist? Und wie ist es, wenn man immer sicher war, anders zu sein als die Eltern ? und nun, da man zum ersten Mal liebt, erkennen muss, dass man genauso verstockt und unfähig ist wie sie? Walther sitzt an Grethes Krankenbett und sieht hilflos die letzte Chance verstreichen, ihr alles zu erzählen. Jürgen will seinem Vater zur Seite stehen, aber der wehrt seine Hilfe ab. Dennoch entsteht zwischen den beiden Männern eine Nähe, die neu für sie ist. Als Walther damals aus dem Krieg und der Gefangenschaft kam, war Jürgen bereits zehn, er hat seinen Sohn nicht aufwachsen sehen. Diese Jahre haben sie immer getrennt, Jahre, in denen viel geschehen ist, Erlebnisse, für die es keine Worte gibt. Doch nun wird Walther zum Pflegefall und Jürgen zum Pfleger, und Vater und Sohn entkommen sich nicht mehr. Als dann auch noch Jürgens Sohn Nicki sie besucht, der mit Ruth gerade zum ersten Mal erfährt, wie schön und schwer es ist zu lieben, wird die Mauer des Schweigens rissig und die Vergangenheit blitzt hervor. Alte, bislang nie ausgesprochene Konflikte bahnen sich wütend ihren Weg an die Oberfläche und führen zu einer vorsichtigen und zarten Annäherung. Nach ihrem hochgelobten Debüt »Ostersonntag« erweist sich Harriet Köhler erneut als feinfühlige und genaue Beobachterin familiärer Bindungen. Mit beeindruckender Sprache und in intensiven Bildern erzählt sie von Trauer und Sehnsucht, von Wut und Liebe, aber auch von der Möglichkeit, zu verstehen und zu verzeihen ? und umspannt, fast nebenbei, die Geschichte dreier Generationen, geprägt von den Spätfolgen des Krieges. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thommie Bayer liest aus Fallers große Liebe | Die Liebe kann groß sein. Aber nicht ewig. ? Thommie Bayers leidenschaftlicher neuer Roman. Was ist schlimmer: Die Liebe seines Leben zu verlieren oder sie nie zu besitzen? Der unergründliche Faller führt uns auf eine geheimnisvolle Reise und sucht dabei die Antwort auf eine der schwierigsten Fragen. »Nehmen Sie auch eine ganze Bibliothek?« Eines Tages steht Faller bei ihm im Laden. Neugierig sieht sich der junge Antiquar Alexander Storz die Sammlung an, alles Kostbarkeiten, Erstdrucke. Sie kommen ins Gespräch ? und spontan unterbreitet ihm Faller ein Angebot: »Begleiten Sie mich auf eine Reise. Sie fahren, ich bezahle Sie.« Schon am nächsten Tag gleiten die beiden in einem dunkelgrünen Jaguar dahin. Über das Ziel lässt ihn der unergründliche Faller im Dunkeln, und Storz versucht ein Muster, eine Idee hinter den Orten zu erkennen, die sie anfahren. Geht es hier um eine Schuld? Um Rache oder die Liebe? Je länger sie unterwegs sind, je länger sie über das Leben und die Liebe reden, desto klarer wird Alexander, dass er endlich Gewissheit über Agnes bekommen muss, seine eigene große Liebe. © Piper Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Jakob Hein liest aus Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand | Die meisten Mädchen haben mich immer nur übersehen ? Jakob Heins schamlos amüsanter Roman über die Liebe. »Es dauerte weniger als 20 Sekunden, bis ich Sarah verfallen war.« In »Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand« erzählt Jakob Hein die tragikomische Geschichte eines Unbeirrbaren: Der rührend unerfahrene Ostberliner Sascha liebt die Frauen. Wenn sie ihn doch nur zurücklieben würden! Mit den Kumpels hinter einem Glas Cola-Weinbrand in der Klubgaststätte »Kalinka« zu hocken, bis das nächste Stück von »The Cure« kam: Das war schon okay. Wirklich cool aber waren die Momente mit Sarah. Sarah war die Frau seines Lebens. Sicher würde sie das auch bald rausfinden. So lange fand Sascha sich damit ab, nur der Vollidiot zu sein, der daneben stand, während Sarah mit »Dose« zusammenkam, dem Sänger von »Productive Cough«. Bis ihm klar wurde, dass er sein Leben nicht für die Liebe einer Unbelehrbaren wegschmeißen konnte. Dann vielleicht doch Doreen aus Treptow, die Ex von Olli. Irgendwann würde es ihm gelingen, hinter das Geheimnis der Frauen zu kommen. ? Ostdiscos, die letzten Jahre der DDR und die Peinlichkeiten des Erwachsenwerdens. © Piper Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Alissa Walser liest aus Am Anfang war die Nacht Musik | Wenn Schweigen tönt, Dunkelheit strahlt und Wörter bewegen ? der erste Roman von Alissa Walser. Wien, 1777. Mesmer ist der wohl berühmteste Arzt seiner Zeit, als man ihm einen scheinbar hoffnungslosen Fall überträgt: Er soll das Wunderkind Maria Theresia heilen, eine blinde Pianistin und Sängerin. Als Franz Anton Mesmer das blinde Mädchen in sein magnetisches Spital aufnimmt, ist sie zuvor von unzähligen Ärzten beinahe zu Tode kuriert worden. Mesmer ist überzeugt, ihr endlich helfen zu können, und hofft insgeheim, durch diesen spektakulären Fall die ersehnte Anerkennung der akademischen Gesellschaften zu erlangen. Auch über ihre gemeinsame tiefe Liebe zur Musik lernen Arzt und Patientin einander verstehen, und bald gibt es erste Heilerfolge ... In ihrer hochmusikalischen Sprache nimmt Alissa Walser uns mit auf eine einzigartige literarische Reise. Ein Roman von bestrickender Schönheit über Krankheit und Gesundheit, über Musik und Wissenschaft, über die fünf Sinne, über Männer und Frauen oder ganz einfach über das Menschsein. © Piper Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Annika Reich liest aus Durch den Wind | Vier Frauen, Mitte Dreißig, in Berlin: Yoko, Friederike, Alison und Siri sind auf der Suche nach der Liebe und nach dem richtigen Leben. Und alle vier hadern mit sich, weil sie Angst vor dem Scheitern haben. Haben die Alten etwa mehr Mut als die jungen Leute? Annika Reich erzählt mit Witz und Melancholie, mit Intelligenz und Genauigkeit von einer Generation, die das Neue will und vor den alten Fragen steht. Am Ende merken die vier Frauen: Leben lernen muss jede für sich allein. © Carl Hanser Verlag | 29.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Arno Geiger liest aus Alles über Sally | Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. © Carl Hanser Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Milena Moser liest aus Möchtegern | Lange hat sich die erfolgsverwöhnte Schriftstellerin Mimosa Mein dem Medienbetrieb entzogen. Ihre Romane haben ihr allerdings den Ruf eingetragen, das Leben eines mondänen und zügellosen Vamps zu führen. Überrumpelt sagt sie zu, als sie angefragt wird, in der Jury der Sendung "Die Schweiz sucht den SchreibStar" mitzuwirken - als skandalumwitterte "Hasbeen" seien ihr die Stärken und Schwächen der "Wannabes" vertraut, wie ihr der Fernsehredakteur erklärt. Dort wird sie mit den Lebensgeschichten von Menschen konfrontiert, die buchstäblich alles riskieren, um berühmt zu werden. Und Mimosa riskiert fast alles, um ihnen dabei zu helfen. Ein mitreißender, witziger Roman über Schreiben und Ehrgeiz, Freundschaft und Verrat und die tückischen Zufälle des Lebens. © Nagel & Kimche Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andrea Winkler liest aus Drei, vier Töne, nicht mehr | Andrea Winkler zählt zu den am meisten beachteten Schriftstellerinnen der jüngeren Generation in Österreich. In ihrem neuen Roman setzt eine Frau elf Mal an, sich zu erinnern. Sie leidet an dem Verlust eines geliebten Menschen, an einer heftigen Verletzung und einem Abschied, der nicht stattgefunden hat. Gerade diese Erschütterung und die Angst, sich selbst verloren zu gehen, werden zum Motor ihrer Erinnerungen, die von den Begegnungen geblieben sind. Egal, ob sie innehält in einem Park, eine Straße entlanggeht oder auf einer Schaukel sitzt, immer spricht sie mit dem Abwesenden, als wäre er noch hier und die Geschichte ihrer Liebe könne noch einmal beginnen. © Zsolnay Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Lang liest aus Bodenlos | Das neue Buch des Bachmann-Preisträgers. "Er schloss die Augen, atmete kurz und heftig aus, tief ein und machte einen Schritt nach vorn." Eine kleine Stadt in den Achtzigerjahren, Schüler in einer Stimmung zwischen Angst und Erwartung, Angst vor Atomraketen, gegen die sie auf große Friedensdemos ziehen, und Erwartung, was ihre Zukunft, die Liebe, den Aufbruch ins Leben anbelangt. Der achtzehnjährige Jan, die Hauptfigur in Thomas Langs Roman, bewundert seine ältere Schwester An, die sich zur Fotografin ausbilden lässt, und liebt seine exotische Mitschülerin Kiku, der er Briefe schreibt und vor deren Nähe er doch zurückschreckt. Er schreibt und entdeckt die Literatur, aufgeregt, glücklich, geht in die Disco und auf Schülerpartys, redet und streitet, träumt und begehrt, schlägt sich mit seinem Freund Torsten, um sich zu spüren, und lebt doch in einer Art Blase, als müsste er erst noch zur Welt kommen. Da passiert ein Unglück, das sein Leben für immer verändern wird, und Jan vollends aus der Bahn zu werfen droht. Dicht und anschaulich, in präzisen Bildern und mit wunderbarem Feingefühl erzählt Thomas Lang in seinem neuen Roman von Aufbruch und Schmerz, Entdeckung und Verlust, von frühem Tod und unerfüllter Liebe und einer Befreiung, die einfach geschieht. © C.H.Beck Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Benjamin Stein liest aus Die Leinwand | Die neue Stimme der jüdisch-deutschen Literatur Ein Spiegelkabinett mit zwei Eingängen: Hinter beiden Buchdeckeln beginnt je eine Geschichte. Genau in der Mitte kommt es zur Konfrontation, treffen die beiden Erzähler, Amnon Zichroni und Jan Wechsler, aufeinander. Amnon Zichroni besitzt die Fähigkeit, Erinnerungen anderer Menschen nachzuerleben. Geboren in Jerusalem und streng jüdisch erzogen, studiert er in den USA und lässt sich in Zürich als Analytiker nieder. Dort begegnet er dem Geigenbauer Minsky, den er ermuntert, seine traumatische Kindheit in einem NS-Vernichtungslager schreibend zu verarbeiten. Beider Existenz steht auf dem Spiel, als der Journalist Jan Wechsler behauptet, das Minsky-Buch sei reine Fiktion ... Zehn Jahre später wird eben diesem Jan Wechsler ein Koffer zugestellt, der ihm bei einer Reise nach Israel verloren gegangen sein soll ? doch Wechsler kann sich an den Koffer nicht erinnern. Auf den Spuren fragwürdig gewordener Erinnerungen reist er nach Israel und gerät in ein Verhör. Tatsächlich, stellt sich heraus, ist er schon einmal dort gewesen, und sein damaliger Gastgeber, Amnon Zichroni, gilt seither als vermisst ... Ein faszinierender, spannender Roman über die Unzuverlässigkeit unserer Erinnerungen und das Ringen um Identität. © C.H.Beck Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Julia Blesken liest aus Ich bin ein Rudel Wölfe | Sie macht sich auf in die Stadt, nach Berlin, aber sie ist nicht allein, sie hat ihre Kindheit bei sich, im Kopf, in den Erinnerungen, im flatternden Herzen. Es ist das Dorf, das sie nicht vergessen wird, niemals, die Straße, auf der sie mit der Mutter gehen musste, der Teich, an dem sie mit dem Vater saß, das Haus. Und es ist der Bruder, der engste Vertraute und Komplize ihrer frühen Jahre, mit dem sie den Sinn für Licht, Grün und Wolken teilte und mit dem sie einen Pakt geschlossen und den sie doch zurückgelassen hat. Dies ist ein Buch über den Versuch eines Neubeginns, der nicht leicht fällt, wenn das, was hinter einem liegt, fast alles hatte von dem, was man als Leben kennengelernt hat. Mit großer sprachlicher Intensität erzählt Julia Blesken in ihrem Debüt von Kinderglück und Verlorenheit, Verrat und Aufbruch, Fragilität und Mut, entwirft so eine Welt an der Schnittstelle: einprägsam und unverwechselbar. Julia Blesken zu ihrem Buch: Für mich ist die Voraussetzung des Schreibens neugierig zu sein. Unmittelbar nach dem Mauerfall bin ich als Heranwachsende eingetaucht in einen ländlich- dörflichen Zusammenhang und habe hier mit großer Intensität das Zusammenstoßen verschiedener Lebens- und Gesellschaftsformen wahrgenommen. In der so erfahrenen atmosphärischen Dichte, einer ganz eigenen Stimmung, die nach der Grenzöffnung genauso geprägt war von Aufbruch, Neubeginn, Träumen und Hoffnungen, wie von Zusammenbruch, Auflösung und Zerfall haben sich mir Bilder, Gerüche, Geschmäcker und Klänge im Kopf festgesetzt. Verinnerlichte Landschaftsbilder und Geschichten sowie Beziehungen, freundliche und freundschaftliche, aber auch von Misstrauen und Verschlossenheit geprägte, nahm ich aus dieser Zeit mit. Beim Schreiben des Romans ?Ich bin ein Rudel Wölfe? ging es mir um eine feinnervige Umsetzung dieses von Umbrüchen gekennzeichneten Zeitverlaufs. Die eigene Stimme zu finden und sich Wirklichkeit im Wechselspiel von Distanz und Nähe schreibend zu erschließen, ist für mich existentiell. © Jung und Jung Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Kristof Magnusson liest aus Das war ich nicht | Ein junger Banker, auf dem Sprung zur großen Karriere. Eine Literaturübersetzerin, auf der Flucht vor dem schön eingerichteten Leben mit Weinklimaschrank und Salzmühle mit Peugeotmahlwerk. Ein international gefeierter Schriftsteller mit Schreibblockade und Altersangst. Drei Menschen, die sich unversehens in abenteuerlicher Abhängigkeit befinden. Wie konnte es dazu kommen? Eine Bank, ein Leben ist schnell ruiniert. Das ist das Erschreckende, aber auch das Komische an diesem Roman, der mit großer Leichtigkeit von unheimlichen Zeiten erzählt. © Antje Kunstmann Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Alexander Schimmelbusch liest aus Blut im Wasser | Pia und Alex gehören einer jungen Erbengeneration an, der ihre Privilegien längst suspekt geworden sind. Die unheilbar kranke Pia findet Hoffnung in der Erinnerung an die lange zurückliegende Liebe zu Alex, während dieser von der Zukunft nichts erwartet und nur noch für den Moment lebt. In klarer und kalter Sprache erzählt Alexander Schimmelbusch die Geschichte von Pia und Alex, zweier Frankfurter Vorstandskinder, die in ihrer Jugend unzertrennlich waren und sich seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Beide leben inzwischen in den luxuriösen amerikanischen Anwesen ihrer verstorbenen Eltern. Alex besucht Empfänge, hat Affären, geht im Schneetreiben spazieren. Pia, die weiß, dass sie den Frühling nicht mehr erleben wird, will ihn wiedersehen. Sie ahnt, dass er sich über die Feiertage nach Montauk zurückgezogen hat, und bricht auf zu einer letzten Reise ? Alexander Schimmelbusch seziert ein gesellschaftliches Milieu, das dem Überdruss und der Verachtung nur die Zerstreuung und den verfeinerten Konsum entgegenzusetzen hat. Ein gleichgültiges, von ökonomischen Zwängen befreites Dasein, das erst in der Konfrontation mit seiner Endlichkeit wirklich spürbar wird. © Blumenbar Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Jan Weiler liest aus Drachensaat | Es ist schon eine illustre Gruppe, die der Psychiater Dr. Heiner Zens in seiner Villa im idyllischen Südschwarzwald versammelt hat: Bernhard Schade, einst ein gefragter Architekt, dessen spektakulärer Selbstmordversuch bei den Bayreuther Festspielen fälschlicherweise für ein Attentat gehalten wird. Rita Bauernfeind, die Radiofrequenzen nicht nur hören, sondern auch essen kann. Der türkische Busfahrer Ünal Yilmaz, der weder seine synthetische Uniform noch die ständigen Haltewünsche seiner Fahrgäste länger erträgt und einfach mal ohne Zwischenstopp den ganzen Tank leer fährt. Der Briefträger Arnold März, der, geplagt von Angstpsychosen, nur einen kleinen Teil seiner Briefe zustellen kann und den Rest fein säuberlich in seiner Wohnung aufbewahrt. Und schließlich Benno Tiggelkamp, der sich so an seine Mutti gewöhnt hat, dass er sie auch neun Jahre nach ihrem Tod nicht gehen lassen will. Dr. Zens ist überzeugt davon, dass diese Menschen an einer bislang unbekannten Zivilisationskrankheit leiden. Und dass sie ferner die Vorboten einer neuen Gesellschaftsordnung sind. Er gibt ihnen ihr Selbstvertrauen und ihre Würde zurück. Zu spät bemerkt er, dass sich der Prozess verselbständigt ... © Kindler Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Edlinger & Fritz Ostermayer liest aus Die Traumprotokolle der Sumpfisten | Wer schläft, der kündigt. Nämlich das Verhältnis zu einer phallussymbolistischen Wirklichkeit, die nicht weiß, wie es ist, ein Hühnchen in einer Hafenbar, ein Samenkorn einer Chilischote oder der Erfinder der bis dato unbekannten Primzahl Siebsechstauchsieb zu sein. Thomas Edlinger und Fritz Ostermayer versammeln in den Traumprotokollen gleichermaßen absurde wie komische Texte aus ihrer beliebten FM4-Sendung "Im Sumpf". © Czernin Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Carl-Henning Wijkmark liest aus Nahende Nacht | Wijkmark gelingt das Unmögliche: ein Todesbuch, das ein Stück lebendigster Literatur ist. Ein gescheiterter »Theatermann«, einst eine Legende, sieht sich mit einer tödlichen Krankheit konfrontiert. Die Zeit, die ihm bleibt, widmet er dem »Versuch, dem großen Widersacher in die Karten zu schauen, den Kampf auf diese Weise ausgeglichener zu machen und die Niederlage erträglicher«. Flüchtigste Blicke und leiseste Gesten erhalten plötzlich Bedeutung, das Leben behält bis in die letzten Momente Intensität und Kraft und holt seine Spannung aus den kleinsten Nuancen der noch möglichen Wahrnehmung. Zwischen unbändigem Lebenswillen und Lust an der Selbstaufgabe schwankend, reflektiert der Ich-Erzähler über sein Leben und erkennt, dass selbst aus der Perspektive des Todes die Lebenslügen ihre Macht behalten: »Sich selbst von Grund auf zu kennen, kann nur schrecklich sein, es hieße, Bilanz zu ziehen und für immer aufzugeben.« Dennoch versucht er den Bann zu brechen und begibt sich auf eine existenzielle Suche nach der verlorenen Zeit; er führt den Leser in eine Zone, die noch niemand betreten hat und lässt ihn verändert zurück. © Matthes & Seitz Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Michael Köhlmeier liest aus Mitten auf der Straße | Michael Köhlmeiers Erzählungen beginnen oft mit einem schlichten, ganz einfachen Satz, und doch ist man sofort mittendrin: "Ich hatte einen Fehler begangen, einen empfindlichen." Es geht in diesen Geschichten nicht um die ganz großen Themen, es geht um das, was nebenbei und zwischendurch passiert. Die Erzählung "Auf Bücher schießen und andere Kleinigkeiten" handelt von einem Traum, "Mut am Nachmittag" von einem Mann, der traurig ist. "Ein freier Nachmittag", "Unterhaltungen in der Küche" - davon erzählt der Autor meisterhaft, und irgendwann kommt dem Leser der Verdacht, dass es hier vielleicht doch um das ganze Leben geht. Sein großer Roman "Abendland" hat Kritiker wie Leser begeistert; in diesem Band, in dem auch sechs neue Erzählungen enthalten sind, kann man sich überzeugen, dass Michael Köhlmeier immer schon eines war: der Meister der kleinen Form. © Deuticke Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Arno Geiger liest aus Es geht uns gut | Philipp Erlach hat das Haus seiner Großmutter in der Wiener Vorstadt geerbt, und die Familiengeschichte, von der er definitiv nichts wissen will, sitzt ihm nun im Nacken. Arno Geiger erzählt sie, als sei sie gegenwärtig: Von Alma und Richard, die 1938 gerade Ingrid bekommen und nichts mit den Nazis zu tun haben wollen. Vom fünfzehnjährigen Peter, der 1945 mit den letzten Hitlerjungen durch die zerbombten Straßen läuft. Von Ingrid, die mit dem Studenten Peter eine eigene Familie gründen will, und von Philipp, dem Sohn der beiden. Arno Geiger gelingt es, ein trauriges und komisches Jahrhundert lebendig zu machen. © Carl Hanser Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Franz Schuh liest aus Der Stadtrat | ?Die Prosa Der Stadtrat ist eine Idylle und die Idylle ist eine vergessene, aber eine klassische Gattung. Kein Geringerer als Johann Christoph Gottsched hat über die Idylle gemeint: Poetisch würde ich sagen, es sey eine Abschilderung des güldenen Weltalters. Das Leben in all den letzten Jahren in diesem goldigen Weltalter, war es hierzulande nicht idyllisch? Nach einer modernen Definition herrscht die Idylle dort, wo die Schafe mit den Wölfen auskommen. Gewiss, gerade in der modernen Idylle spürt man irgend etwas, irgendwer lauert, da und dort flammt etwas auf, sei es eine Leidenschaft oder ein buchstäbliches Feuer, für dessen Bekämpfung in der Stad ein Stadzrat zusrtändig ist. Am Ende aber wird es eine Zeit gewesen sein, von der unsere Kinder und Kindeskinder sagen werden, es war eine schöne Zeit, eine Idylle, ein goldenes Zeitalter.? © Ritter Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Eva Rossmann liest aus Leben lassen | Bombendrohung bei der Literaturgala im Wiener Rathaus. Bürgermeister, Autoren und Soubrette fliehen in Panik. Hat der internationale Terror jetzt Wien erreicht? TV-Guru Weis will wie immer die Antwort kennen und hofft, dass sich sein neuer Ratgeber so noch besser verkauft. Doch dann verschwindet eine seiner ?Jüngerinnen? spurlos. In der Recyclinganlage einer Autobahnbaustelle wird ein Teil ihres Designerturnschuhs gefunden. Hat sie zu viel über die Bombendrohung gewusst? Was ist mit dem schweigenden Philosophen, der angeblich Kontakte zu islamistischen Terrorkreisen pflegt? Mira Valensky sollte ja bloß etwas Pep in das neue Buch des Gurus bringen, aber schon steckt sie, gemeinsam mit ihrer bosnischen Freundin und Putzfrau Vesna Krajner, mitten drin in einem neuen Fall. Dabei hat sie eigentlich ganz andere Sorgen. Eine junge Frau behauptet, Oskars Tochter zu sein. Doch einiges an ihrer Biografie scheint nicht zu stimmen. Und dann ist auch sie verschwunden. Wem kann man in Zeiten wie diesen noch glauben? Was, wenn Vertrauen missbraucht wird? Gibt es Heilslehren, die aus der Krise helfen? Und: Wo ist das bisschen mehr, das manche auch Glück nennen? © Folio Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Kristof Magnusson liest aus Zuhause | Auf Weihnachten in Reykjavik hat sich Larus Ludvigson dieses Jahr richtig gefreut. Er hat ja nichts gegen Weihnachten. Das Problem ist, dass Weihnachten oft etwas gegen ihn hat. Es fängt damit an, dass Larus laut isländischem Melderegister tot ist und deswegen keine Videos ausleihen kann. Und endet damit, als Dagur sich in ihn verliebt und kurz darauf mit seinem Defender in eine Raststätte rast. Selbstmord? Larus hat damit nichts zu tun, kommt aber einem Geheimnis auf die Spur und verwickelt sich in eine Familiengeschichte, die ihn mit seiner isländischen Herkunft auf eine Weise konfrontiert, die er sich nie hätte träumen lassen. Mit großer Leichtigkeit, subtilem Humor und hinreißenden Dialogen erzählt Magnusson eine wilde Geschichte aus dem Großstadtleben am Polarkreis. Fast eine Familiensaga, spannend wie ein Krimi und nebenbei das Portrait einer Generation, die ihr ?Zuhause? erst noch finden muss. © Antje Kunstmann Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Paul Beatty liest aus Slumberland | Berlin, 1989. DJ Darky geht ins Solarium und erklärt das Ende der Blackness ? obwohl er mit unzähligen rassistischen Projektionen konfrontiert wird. »Slumberland« ist ein furioser, gnadenlos komischer Roman und eine Liebeserklärung an die Musik und ihre vereinigende Kraft. DJ Darky hat ein phonographisches Gedächtnis. Nachdem er in Los Angeles den perfekten Beat kreiert hat, begibt er sich auf die Spuren des legendären, in Ostdeutschland abgetauchten Jazz-Avantgardisten Charles Stone, genannt Schwa, seinem musikalischen und spirituellen Doppelgänger. Die Suche führt ihn nach Berlin zur Zeit des Mauerfalls, wo er eine Stelle als Jukebox-Sommelier in der Bar »Slumberland« antritt. Er entdeckt seine sexuelle Macht, lernt den Musikgeschmack eines Neonazis kennen und vergleicht die Situation der Ostdeutschen nach der Wiedervereinigung mit der der Afroamerikaner nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Paul Beatty spielt virtuos mit den Verhältnissen zwischen den Geschlechtern, zwischen Schwarz und Weiß, Ost und West, Jazz und Techno, und mischt daraus einen mitreißenden neuen Sound. © Blumenbar Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Peter Henning liest aus Die Ängstlichen | Eine deutsche Familie. Mit diesem Buch legt Peter Henning seinen langerwarteten großen Roman vor. Die Chronik einer musterhaften Familie ist eine aberwitzige, rabenschwarze menschliche Komödie, ein Mosaik aus Hoffnung, Glück, kleinen und großen Schrecken - ein Buch des Lebens. Über Taunus und Rhön gehen sintflutartige Regenfälle nieder. Sie sind Vorboten eines Orkans, der die Familie Jansen mit aller Zerstörungskraft trifft: Weil Johanna Jansen, die 80-jährige Patriarchin, in ein Wohnstift ziehen will, möchte sie ihre Kinder noch einmal um sich versammeln. Doch der Lebensabend wird für sie zur Sonnenfinsternis: Plötzlich verschwindet ihr Lebensgefährte, der Spieler und Hasardeur Janek, und Helmut, ihr ältester Sohn, sieht sich von einer tödlichen Krankheit bedroht, während sein jüngerer Bruder Christian aus der Psychiatrie flieht, um sich mit allen Mitteln nach Hause durchzuschlagen. Auch Ulrike, Johannas Tochter, begibt sich auf eine Reise, die für sie und ihren untreuen Mann zur Tortur gerät, derweil Ben Jansen um die Liebe seines Lebens kämpft. Als die Jansens ein letztes Mal zusammenfinden, ziehen erneut dunkle Wolken auf. Es sind die Schatten des Kleinmuts und der Angst, der Geltungssucht und Lieblosigkeit - die Schatten einer deutschen Familie. © Aufbau Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Antonio Fian liest aus Im Schlaf | Träume sind die besten Erzählungen ? meinte zumindest der Surrealismus und lieferte nicht immer ganz überzeugende Beispiele für diese Behauptung. Womit Breton & Co ? und auch Freud ? aber auf jeden Fall recht hatten: Träume sind eine unerschöpfliche Quelle aberwitzigen Humors und absurdester Einfälle. Man muss sie nur noch in die rechte Form bringen: »?. ihr Schriftsteller habt es gut, es kann kommen, was will, ihr braucht nur einen Stift und ein Blatt Papier und könnt sofort wieder mit der Arbeit beginnen«, sagt (nach einem gewaltigen Erdbeben) jemand zum Schriftsteller Erich Hackl ? jedenfalls in einer Fian?schen Traumszene. Diese in erstklassige short storys verwandelten erstklassigen Träume enthalten alles, was wir an unserer Schlafproduktion lieben: Hinrichtungen, Katastrophen, sexuelle Bizarrerien und Wunscherfüllungen der Sonderklasse. Da es sich beim Träumer um Antonio Fian handelt, nimmt es nicht Wunder, dass auch seine Arbeitswelt und seine Kollegen (und Konkurrenten) in unbezahlten Haupt- und Nebenrollen auftreten. Und das Schwierigste an Träumen, ihre Verständlichkeit, diese Frage stellt sich gar nicht erst, denn die Frage nach Sinn und Bedeutung ist ja die Spezialdomäne der Literatur! So wie Träume diverses (verwandlungsbedürftiges) Material verwandeln, verwandelt der Autor das Rohmaterial der Träume in Erzählungen. Ist das nicht der Verwandlungsvorgang, den Literatur immer vollziehen muss? Antonio Fian gewährt uns mit diesen Kurzgeschichten einen phantastischen und sehr unterhaltsamen Einblick in die hellwache Wirklichkeit. © Literaturverlag Droschl | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Friedrich Achleitner liest aus Auszüge aus seinem Werk | Friedrich Achleitner liest bei zehnSeiten Geschichten aus folgenden Büchern: "einschlafgeschichten" "wiener linien" "und oder oder und" © Zsolnay Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Christoph Süß liest aus Ich denke, also bin ich verwirrt | Warum denken? Na, weils schön macht. Vielleicht nicht unbedingt uns, aber das Leben. Christoph Süß unternimmt eine satirische Exploration der Philosophiegeschichte, und wir stellen fest: Unverständlichkeit kann sehr komisch sein. Sinn! Los! Die Welt dreht sich und uns ist schlecht. Wir müssen in der Zeit der Unverständlichkeit leben, in einem Universum, das sowieso zu groß ist. Was soll man da über sich denken? Und warum eigentlich? Was ist der Sinn? Gibt es Glück? Wie antworteten die Leuchten des Abendlandes auf diese Fragen? Christoph Süß erzählt eine hoch-ironische, böse und sprühend andere Geistesgeschichte. Von den Jahrtausend-klassikern der Griechen übers sonnige Mittelalter, in dem noch niemand mit Wissen belästigt wurde, von den letzten Alchimisten und den Drei von der Uni Tübingen bis zu dem Punkt, an dem schließlich modern die Post abgeht und nicht nur Geld, sondern auch die Welt verschwindet. Ja, und jetzt? © Piper Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas von Steinaecker liest aus Schutzgebiet | 1913. In der abgeschiedenen Festung Benesi in der deutsch-afrikanischen Kolonie Tola hat das Schicksal eine bunte Schar glücksuchender Auswanderer zusammengewürfelt: Den Holzhändler Gerber, den die Hoffnung auf neue Reichtümer in diese gottverlassene Gegend geführt hat. Seine Schwester, die schöne und geheimnisvolle Käthe, der nach einer Scheidung die Rückkehr nach Deutschland unmöglich ist. Schirach, den strammen Offizier, der aus seiner kleinen schwarzen Schutztruppe ein preußisches Heer machen will. Den drogensüchtigen Arzt Dr. Brückner sowie den Forscher Lautenschlager, der mit Tropenhelm und Plattenkamera nach unbekannten Eingeborenenstämmen sucht. Inmitten dieses Ensembles steht Henry, ein Schiffbrüchiger. Ein Sohn reicher Eltern ist er, doch öffnet ihm das hier, so fern der Heimat, keine Türen. Er muss seinem Schicksal auf die Sprünge helfen, und nimmt die Identität seines Chefs an, der bei dem Schiffsunglück ums Leben kommt. Unter fremdem Namen plant er als Architekt die Stadt, die in der Steppe entstehen soll, ein wahrlich chaotisches Unterfangen? © Frankfurter Verlagsanstalt | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Raab liest aus Der Metzger geht fremd | "Ein Sahnestückchen an Erzähllust ? milieustark, sezierend, menschelnd, lebensklug", schreibt die Tageszeitung Der Standard über Thomas Raab und seine Kriminalromane mit Restaurator und Menschenfreund Willibald Adrian Metzger: Sein dritter Fall liefert eine Leiche in einer höchst skurrilen Kuranstalt in der Provinz. Durchaus mit Bewunderung für die Gründlichkeit der hiesigen Reinigungskräfte registriert Danjela Djurkovic die blitzblanken Fliesen des Kurschwimmbades. Es herrscht eine gespenstische Stille, denn außer ihr ist nur eine andere Person anwesend, die wie eine marmorne Statue am Grunde des Beckens liegt. Der Mann ist tot, daran besteht kein Zweifel. Mit seltener Gelassenheit alarmiert Danjela die Klinikleitung und schickt einen Hilferuf in Richtung ihres geliebten, eigensinnigen Willibald Adrian Metzger. Der sitzt in seiner fernen Restauratorenwerkstatt und bricht nur widerwillig in die Fremde auf. Doch bald schon nimmt ihn das Leben auf dem Land gefangen. Denn auch dort haben die Familien ihre Leichen im Keller. © Piper Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Georg Diez liest aus Der Tod meiner Mutter | Die Mutter stirbt. Der Sohn erzählt. Ein bewegendes Buch über das Leben, zu dem auch der Tod gehört. Georg Diez, Autor der Süddeutschen Zeitung, berichtet mit atemberaubender Genauigkeit vom Sterben seiner Mutter, ihrem Kampf um Selbstbestimmung und Würde und seinem eigenen Umgang mit dem Unausweichlichen. Wenn das Sterben und der Tod ins Leben eines Menschen treten, ist die Reaktion oft Schweigen und Sprachlosigkeit. Für den unwiederbringlichen Abschied eines geliebten Menschen fehlen uns die Worte, die das Leiden und den Schmerz angemessen fassen. Der Autor und Journalist Georg Diez aber hat nach dem Krebstod seiner Mutter den Mut zu erzählen, wie sich ein solcher langer Abschied vollzieht. Mit größter Genauigkeit und Schonungslosigkeit beschreibt er, wie er als Sohn den Tod in sein Leben hereinlassen musste, während er zugleich seine Hochzeit feierte und darauf wartete, zum ersten Mal Vater zu werden. Mit liebevollem, aber präzisem Blick begleitet er den langen Weg einer Frau, deren Leben vom Kampf um Selbstständigkeit und von leidenschaftlichem sozialen und beruflichen Engagement geprägt war, bis in die Einsamkeit der Krankheit und der Schmerzen. Die langsamen Verschiebungen in den Beziehungen zu Freunden und Kollegen, die letzten Reisen, die letzten Spaziergänge, die letzten Feste, die vielen kleinen und großen Abschiede, die wiederkehrenden Hoffnungen, die praktischen Nöte bei der Organisation des Alltags: All das schildert Georg Diez so intensiv wie die Erschütterungen, die das Sterben seiner Mutter für sein eigenes Leben bedeuten. So ist ein Buch entstanden, das im Angesicht des Todes auch das Porträt zweier Generationen auf eine ganz neue Weise zeichnet: die Generation, die von den Befreiungsideen von 68 geprägt war, und ihre Adidas-Kinder, die in der Zeit des Wohlstands und der Sorglosigkeit aufwuchsen und nun mit Krankheit und Tod der Eltern konfrontiert werden. Georg Diez ist ein kleines Wunder gelungen: Er hat ein Buch voller Traurigkeit und Abschied geschrieben, das durch seine erzählerische Brillanz für den Leser eine befreiende Kraft entfaltet. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Christian Kortmann liest aus Der Läufer | Eine Flucht aus der Stadt wird zum Lauf zu sich selbst. Carlo wünscht sich Erfolg im Leben, er will etwas schaffen, anerkannt sein. Doch erscheint ihm dieser Erfolg oft wie ein Hologramm: Man sieht ihn vor sich, greift hin, aber da ist nichts. Dann kommt der Moment, an dem er diese ganzen falschen Verstellungen und Hierarchiekämpfe unter den arbeitenden Menschen nicht mehr aushält. Und er tut das, was viele in diesen Zeiten gern tun würden: Er haut ab. Er läuft los und hält einfach nicht mehr an, lässt die Schwäche des Geistes und die Mutlosigkeit hinter sich und läuft Tag und Nacht, bis er einen einsamen Alpenpass erreicht hat und die Realität verschwimmt. Auf seinem Lauf begegnet er Menschen und der Natur, doch vor allem sich selbst. Im Geiste wettert er gegen die Angeber und Poser, die Hamster in den Tretmühlen. Er erinnert sich an seine Jugend und besinnt sich auf das Wesentliche: die Stärke, die im eigenen Körper wohnt. Bissige Gesellschaftskritik und schmerzvolle Sinnsuche im schnellen Laufrhythmus. Ein rauschhaft-nachdenklicher Debütroman, der dem Körper und den Gedanken freien Lauf lässt, um dem Geheimnis des »gelingenden Lebens« auf die Spur zu kommen. Ein bissiger und philosophischer Roman als Spiegel unserer Leistungsgesellschaft. © Blessing Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Eva Menasse liest aus Lässliche Todsünden | Menschen sind Wesen, die mehr sein wollen, als sie sind. In einer postmodernen Gesellschaft forscht Eva Menasse nach archaischen Mustern. Sie spürt den sieben Todsünden nach und findet Trägheit und Gefräßigkeit, Wollust und Hochmut, Zorn, Neid und Habgier in den Taten ihrer ganz und gar weltlichen Protagonisten. Wie schon in ihrem Debütroman »Vienna« erzählt sie mit der ihr eigenen Mischung aus Poesie und Komik Geschichten, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Auf Gott können wir längst verzichten. Doch haben wir damit auch die Sünde abgeschafft? Anhand der alten Lehre von den sieben Todsünden widmet sich Eva Menasse den großen Themen der Literatur: Liebe und Hass, Schuld und Vergebung. Denn die Menschen verfehlen einander auch heute aus denselben Gründen wie vor Jahrhunderten. Ein Familienvater ist zu träge, um gegen Töchter und Exfrau ein eigenes kleines Glück durchzusetzen. Ein junges Liebespaar vermeidet die Kompliziertheiten der Sexualität, indem es den einen zum Pfleger, die andere zur Kranken macht. Ein Mann verpasst sein ganzes Leben, weil er sich keine Schwäche leisten will. Und ein geschiedenes Paar bekämpft einander bis ans Grab des gemeinsamen Kindes. Leidenschaftlich und liebevoll geht die Autorin mit ihren Figuren ins Gericht. Hinter den Fassaden, da, wo die Sünden sind, steckt schließlich der menschliche Kern. Und so wie die einzelnen Todsünden einander berühren und ineinander übergehen, tun es auch diese Geschichten. Orte und Figuren tauchen auf und kehren wieder, Zusammenhänge erschließen sich quer durch die Kapitel ? wie in »Vienna« erschafft Eva Menasse mit unverwechselbarem Witz und erzählerischer Rasanz ein großes Ganzes. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Ferdinand von Schirach liest aus Verbrechen | Ferdinand von Schirach hat es in seinem Beruf alltäglich mit Menschen zu tun, die Extremes getan oder erlebt haben. Das Ungeheuerliche ist bei ihm der Normalfall. Er vertritt Unschuldige, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, ebenso wie Schwerstkriminelle. Deren Geschichten erzählt er ? lakonisch wie ein Raymond Carver und gerade deswegen mit unfassbarer Wucht. Ein angesehener, freundlicher Herr, Doktor der Medizin, erschlägt nach vierzig Ehejahren seine Frau mit einer Axt. Er zerlegt sie förmlich, bevor er schließlich die Polizei informiert. Sein Geständnis ist ebenso außergewöhnlich wie seine Strafe. Ein Mann raubt eine Bank aus, und so unglaublich das klingt: er hat seine Gründe. Gegen jede Wahrscheinlichkeit wird er von der deutschen Justiz an Leib und Seele gerettet. Eine junge Frau tötet ihren Bruder. Aus Liebe. Lauter unglaubliche Geschichten, doch sie sind wahr. © Piper Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Vladimir Vertlib liest aus Am Morgen des zwölften Tages | Astrid Heisenberg und ihr Großvater haben auf sehr unterschiedliche Weise eine enge Beziehung zum Orient. Astrid hat eine Schwäche für orientalische Männer. Doch der Vater ihrer mittlerweile 19-jährigen Tochter, Khaled aus dem Irak, hat sich noch vor der Geburt des Mädchens aus dem Staub gemacht. Und auch ihre aktuelle Affäre steuert auf eine Katastrophe zu. Um sich abzulenken, beginnt Astrid, die Lebenserinnerungen ihres Großvaters aufzuschreiben. Sebastian Heisenberg war ein bekannter deutscher Orientalist. Im Zweiten Weltkrieg war er für das Reichspropagandaministerium und die deutsche Abwehr tätig und verfasste ein Buch, in dem er eine "faschistische Perspektive für die Welt des Islam" zeichnete. Vladimir Vertlib widmet sich in seinem neuen Roman den großen Themen der Gegenwart: dem Gegensatz zwischen Orient und Okzident in Religion und Kultur - und dennoch dem Verbindenden zwischen den Menschen. © Deuticke Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Tina Uebel liest aus Die Wahrheit über Frankie | Ein junger Mann, Frankie, bringt drei Studenten, Christoph, Judith und Emma, dazu, ihr absehbares Leben gegen ein Leben im Untergrund einzutauschen. Der Geheimdienstmann braucht ihre Hilfe im Kampf gegen neue Terroranschläge, aber auch gegen Verräter in den eigenen Reihen. Mit Verheißungen und Drohungen, Liebe und Gewalt, Zuwendung und Entzug gelingt es dem charismatischen Frankie, die drei ? und ihre Weltsicht ? nicht nur völlig umzucodieren, sondern sie zu totaler Hingabe und Abhängigkeit zu erziehen. Sie haben eine Aufgabe, ihr Leben hat einen Sinn, die Welt ist auf ganz neue Weise lesbar, eine immer neue Prüfung. Bis nach zehn Jahren alles auffliegt. Tina Uebels neuer Roman setzt hier ein: Im Wechsel erzählen Christoph, Judith und Emma ihre Version einer ungeheuerlichen Geschichte von Geheimnis und Verrat, Hingabe und Gewalt, und man staunt, wie sehr ihre Versionen auseinanderdriften, vor allem, wenn seine Opfer über den abwesenden Frankie sprechen. Die Wirklichkeit wandelt sich zum bodenlosen Vexierspiel. Kunstvoll und spannend, rasant und abgründig: Tina Uebels dreistimmiger Roman über den Wunsch, Agent zu sein, ist hochaktuell und brisant, weil er die Intensität zeigt, mit der sich Menschen nach Sinn und Zugehörigkeit sehnen, die sie zugleich so verführbar machen ? für das Terrornetzwerk und die smarte Sekte. Und brisant auch deshalb, weil dieser ganz und gar fiktive Text auf einer wahren Geschichte basiert, auch in ihren extremen Zuspitzungen. Ein analytisches Roadmovie, ein wahrer ungelöster Krimi. © C.H.Beck Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Franzobel liest aus Österreich ist schön | Albin, Albona, Alfred, Alban und ihr Vater Dzevat Zogaj werden im Herbst 2007 aus Österreich in den Kosovo abgeschoben. Die fünfzehnjährige Arigona, ihre Schwester bzw. Tochter, taucht unter, um der Abschiebung zu entgehen, droht mit Selbstmord; nach ihrem Auftauchen gewähren ihr und ihrer psychisch kranken Mutter der Pfarrer von Ungenach, dann der Baron von Frein Unterkunft. Politiker schalten sich ein, der Fall spaltet Österreich: Pfarrer Friedl sieht sich mit Kirchenaustritten konfrontiert, dem Baron werden tote Katzen vor die Tür geworfen. Auf der anderen Seite ergreifen Nachbarn und Freunde die Initiative. Eine wahre Geschichte, kein Märchen: Franzobel hat gründlich recherchiert. Nun legt er einen sachlichen, gleichwohl persönlichen Essay zum Thema Migration und Asyl vor sowie das Theaterstück "A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit", in dem der vielfach ausgezeichnete Dichter den Menschen aufs Maul schaut wie einst Karl Kraus. © Zsolnay Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Michael Stavaric liest aus Gaggalagu | So vielfältig die unterschiedlichen Sprachen sind, so unterschiedlich sind die Weisen, wie in ihnen Tierlaute wiedergegeben werden. Aber heißt das auch, dass die Tiere sich untereinander nicht verstehen? Und die Menschen? Und wie kommen sie ins Buch? Ja, wann ist ein Hahn ein Hahn? Mit Witz, Weltgewandtheit und feinem sprachlichem und zeichnerischem Hintersinn führen Michael Stavaric und Renate Habinger durch die Klippen tierischer und menschlicher Kommunikation. Seine funkelnden Geschichten und Gedichte und ihre Zeichnungen voller hinreißender Details erzählen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten und davon, dass es nicht immer nur darauf ankommt, dieselbe Sprache zu sprechen, um einander zu verstehen. Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2007! © kookbooks Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Tim Parks liest aus Träume von Flüssen und Meeren | "Seit einiger Zeit bin ich nun geplagt, vielleicht auch gesegnet, durch Träume von Flüssen und Meeren." Als John in London diesen Brief seines Vaters erhält, ist Albert James, der berühmte Anthropologe, bereits tot. John eilt nach Indien, der Wahlheimat der Eltern, sucht nach Erklärungen: Warum ist der Vater so plötzlich gestorben? Seine Krebs erkrankung hatte er eigentlich unter Kontrolle. Helen, seine Mutter, empfängt ihn kühl wie immer. Die engagierte Ärztin scheint auch über den Tod hinaus ihre exklusive Beziehung zu dem großen Forscher bewahren zu wollen. Wieso lässt sie sich dann mit dem amerikanischen Journalisten ein, der die erste große Biografie ihres Mannes schreiben will? Der Tod, eine Leerstelle. Je länger sich Helen, John und der Biograf mit dem Verstorbenen und ihrer Beziehung zu ihm befassen, desto mehr scheinen sich die Fäden zu verwirren. In dem brodelnden Delhi schwinden alte Gewissheiten, gerät ihr eigenes Leben aus der Bahn. © Antje Kunstmann Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Katja Huber liest aus Reise nach Njetowa | Tanja fliegt nach St. Petersburg, um einen ungewöhnlichen Reiseführer zu schreiben. Ungewöhnlich, weil sie den Inhalt - erfindet. Sie weiß noch nicht, daß ihr ein wesentlich älterer Mann folgt. Sie verlieben sich ineinander. Eine unglückliche Affäre, die mit Gedächtnisverlust, Verdrängung und Geschlechtsverwirrungen fortschreitet ? wie immer bei Katja Huber in schnellem, lockerem Ton. Sie errichtet über Betrug, Inzest und Verlorenheit ein kunstvolles literarisches Gebäude. © P.Kirchheim Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Rosa Pock liest aus Auszüge aus ihrem Werk | Rosa Pock liest bei zehnSeiten aus: "Kugelrot", Kurzgeschichte 2006 "Monolog braucht Bühne", Droschl 1993 "Eine kleine Familie", Droschl 2004 "Wie lässt sich schreiben über die Schwierigkeit zu sein, ohne den Tonfall ? ob leicht oder schwierig ? zu verfehlen, der die eigene Erfahrung mit Sprache und Wirklichkeit, mit der Schwierigkeit zu sein und der Schwierigkeit zu sprechen, wiedergibt? Rosa Pock hat einen Weg gefunden, nicht nur die Grammatik zu relativieren, sondern unsere Vorstellungen von der Hierarchie des Universums. Alles ist gleichzeitig traurig und witzig, einfach und kompliziert, konventionell und überraschend." © Literaturverlag Droschl | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Meinecke liest aus Jungfrau | Läßt sich erotische Annäherung auch im Sinn einer Asymptote vollziehen? Lothar erforscht das gemeinsame Werk des Theologen Hans Urs von Balthasar und seiner legendären Amica, der Ärztin und Mystikerin Adrienne von Speyr. Er glaubt sich einem unglaublichen Liebesdrama auf der Spur. Und Lothar selbst, ein von den Theaterwissenschaften zur katholischen Theologie sowie zu sexueller Enthaltsamkeit konvertierter Student, gerät zunehmend in Gewissenskonflikte mit seiner hoch und heilig gelobten Haltung: Das Charisma der Klavierspielerin Mary Lou stellt ihn vor Versuchung und Versagung. Wie in Tomboy entwickelt das Diskursnetz in Jungfrau ein burleskes Eigenleben. Hollywoods B-Film-Ikone Maria Montez sowie ihr Wiedergänger Mario Montez sind darin ebenso verstrickt wie Clemens Brentano, der jahrelang Visionen einer stigmatisierten Nonne protokollierte, Ronald Tavel, Begründer des Theatre of the Ridiculous, der Camp-Filmer Jack Smith oder die Jazzpianistin Jutta Hipp. Thomas Meinecke ist mit einem popistischen Zugang zum Katholischen gesegnet. In seinem neuen Roman begibt er sich auf extravagante Pfade des Glaubens: Polyphon geht es que(e)r durch die Jahrhunderte, campy und kinky. © Suhrkamp Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Hanno Millesi liest aus Der Nachzügler | Die kleinen Aufträge der geistigen Elite Heikle Konstellationen ergeben sich häufig durch Zufall. In Hanno Millesis Roman tritt der Zufall in Form einer literarischen Vorlage auf. DER französische Erfolgsroman Mitte der 1990er Jahre. Erzählt wird aus der Sicht eines Schriftstellers, der sich selbst zur künstlerischen Avantgarde zählt, und seines unbewältigbaren Verhältnisses zur Erfolgsliteratur. Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen das Bedürfnis verspüren, anderen Menschen zu folgen. Sie könnten sich dazu berufen fühlen, es könnte sich um Gefolgsleute handeln, Sicherheitsleute, Neugierige. Oder um welche, die etwas Schlimmes vorhaben und nur auf eine günstige Gelegenheit warten. Der ?Nachzügler? in Hanno Millesis Roman folgt ihnen, weil er Geld braucht. Als Autor ?experimenteller Literatur? ist er auf die Aufträge einer Agentur angewiesen, über deren Hintergrund er selbst nur mutmaßen kann. Als Vertreter einer Literaturkunst, die er als die fortschrittlichste bezeichnet, bezieht er ? nach Gutdünken diverser Jurys und durchaus gekränkt ? Stipendien, zuweilen einen Preis, den ein anderer womöglich eher oder genauso verdient hätte. Er verbirgt sich in der Rolle eines Touristen oder Arbeitslosen vor einem Schaufenster oder als vermeintlich Lesender hinter einer vorschnell ausgewählten Zeitschrift. Seine Nebenbeschäftigung führt ihn aus den Straßen, Appartmenthäusern und Cafés der Großstadt hinaus in Regionen, wo es immer schwieriger wird, nicht entdeckt zu werden ? In seinem Roman Der Nachzügler setzt Hanno Millesi mehr denn je die vermeintlichen Antipoden ?anspruchsvolle? und ?unterhaltende? Literatur in Beziehung. Einer der am meisten besprochenen Gesellschaftsromane der letzten Jahre dient dabei als Hintergrund des Geschehens. © Luftschacht Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Peter Henisch liest aus Eine sehr kleine Frau | Mit einprägsamen Bildern erinnert sich Peter Henisch in diesem großen Roman an jene Frau, von der er gelernt hat, was sein weiteres Leben prägen sollte: das Erzählen. 1945 hörte Paul Spielmann auf Spaziergängen durch das zerbombte Wien Geschichten von seiner Großmutter, und nun, Jahrzehnte danach, nimmt er den Faden wieder auf und sucht nach ihrer eigenen Geschichte. Peter Henisch setzt sich hier, mehr als dreißig Jahre nach "Die kleine Figur meines Vaters," noch einmal mit seiner Familiengeschichte auseinander - ein Buch, das bleiben wird. © Deuticke Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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David Schalko liest aus Wir lassen uns gehen | Surreal. Schräg. Seltsam. Unzuordenbar. Unheimlich. Schwarz. Das sind die ersten Assoziationen, die man mit Schalkos Erzählband haben wird. Es ist eine traumhafte Welt, in die wir da hineingezogen werden. Real und Surreal zugleich. Irgendwo zwischen Roald Dahl, Tim Burton und Kafka. Jede Geschichte lässt das Herz gefrieren. Jede Geschichte wäre eine Idee für einen Film. Der Mann, der nur 3 Sekunden in die Zukunft sehen kann. Der Mann, der nichts ein zweites Mal tun kann. Oder die Sonne, die sich in Johnny Weissmüller verliebt ? als sie seine Nähe sucht, führt dies zu einem Rekordsommer, wie ihn diese Welt noch nicht gesehen hat. In "Wir lassen uns gehen." finden sich neue und ältere Kurzgeschichten des Autors. Aber eines haben all diese Geschichten gemein: Den absurden Humor, der immer am Abgrund tänzelt. © Czernin Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Sabine Gruber liest aus Über Nacht | Ein einziger schicksalhafter Augenblick verändert Leben. In ihrem neuen Roman erzählt Sabine Gruber die Geschichte zweier Frauen in zwei verschiedenen Städten, Mira in Rom und Irma in Wien. Beide Frauen leben mit einem beunruhigenden Verdacht: Mira ist Altenpflegerin und sorgt sich um ihre Ehe. Der eigene Mann wird ihr immer fremder, sie findet sich in der Rolle der Detektivin wieder, spioniert ihm hinterher. Warum schläft ihr Mann nicht mehr mit ihr? Irma zieht ihr Kind allein groß, sie ist Kulturjournalistin und interviewt Menschen mit aussterbenden Berufen, stellt sich aber vor allem selbst Fragen: Wer ist der Tote, der ihr mit seinem Spenderorgan ein neues Leben ermöglicht? Wie lebt es sich mit einem fremden Teil im eigenen Körper? Wie als Überlebende? Zwei Frauen auf Spurensuche, zwei Frauen voller Liebes- und Lebenssehnsucht. Was verbindet die beiden? ?Über Nacht? ist auch ein Buch über das Alter als Realität und Utopie, über den Zufall als Lebens- und Todesmacht und über die Verquickung von Leben und Schreiben. Locker anknüpfend an die Thematik ihres vielgelobten Romans ?Die Zumutung?, erzählt Sabine Gruber in ihrer schönen, bilderreichen Sprache von den Überraschungen des Lebens und der Willkür des Gerettetwerdens, von der Zerbrechlichkeit der Liebe und dem Aufflammen einer neuen, von Freundschaft und Fürsorge und vom Tod, der erfinderisch macht. © C.H.Beck Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Björn Bicker liest aus Illegal | Wir wissen alle, dass sie da sind. Dass sie für uns arbeiten. Und keine Papiere haben. Illegal sind. »wir arbeiten, wir sind ordentlich, wir sind fleißig, wir haben einen traum« ? wie ein Song beginnt dieses Buch. Es erzählt davon, wie sich das Leben in einem Land anfühlt, in dem man offiziell nicht existiert. Einer kommt aus der Ukraine. Er hat studiert und spricht vier Sprachen. Dort kann er nichts verdienen, hier schon. Mit Umzügen, Gartenarbeit. Einer kommt aus Kurdistan. Er ist gefoltert worden. Dafür wollten sie hier eine Quittung. Eine kommt aus Ecuador. Hier putzt sie und hütet die Kinder deutscher Frauen. Die Mutter und die Schwestern leben von ihrem Geld, wissen von nichts. Die Stimmen, die der Autor zu diesem Buch verdichtet hat, erzählen von Abhängigkeit und Ausgeliefertsein, aber auch von einem unbändigen Lebensmut. Wer dieses Buch gelesen hat, wird anders durch seine Stadt gehen. Mit Empathie für die Menschen, die keine Papiere haben. Er wird sie sehen. © Antje Kunstmann Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andrea Maria Schenkel liest aus Bunker | Ein Mann überfällt abends eine Autovermietung, doch als die einzige noch anwesende Angestellte den erhofften Schlüssel zum Tresor nicht hat, entführt er sie in eine alte, verfallende Mühle im Wald, in der es auch einen geheimen Luftschutzbunker gibt. Will er sie als Geisel nehmen? Oder einfach seine Macht über die Gefangene auskosten? Wovon wird er selbst getrieben? Ist es jemand aus ihrer Vergangenheit, die sich bald als weniger unschuldig erweist, als es zunächst schien? Andrea Maria Schenkel erweist sich in ihrem dritten Roman ein weiteres Mal als Meisterin des unterschwellig Unheimlichen und der menschlichen Abgründe. © Edition Nautilus | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Maximilian Dorner liest aus Lahme Ente in New York | Maximilian Dorner lässt seinen Schwerbehindertenausweis daheim und taucht ein in die vermeintlich schnellste Stadt der Welt. Seine Erlebnisse fügen sich zu einem einzigartigen Großstadtmosaik überraschender Begegnungen und Einsichten. Der Erfolgsautor und Opernregisseur Maximilian Dorner bricht seiner körperlichen Behinderung zum Trotz auf zu der Traumreise schlechthin: vier Wochen New York. Alle gut gemeinten Ratschläge zu einer Ayurveda-Kur auf Sri Lanka schlägt er so in den Wind, sucht Antworten auf Fragen, die er in keinem Reise führer findet: Wo versteckt die schnellste Stadt der Welt ihre Langsamkeit, was macht das Leben in ihr lebenswert und wo, bitte, kann man hier ein stinknormales T-Shirt kaufen? Auf seinen Streifzügen durch die Metropole trifft er auf überarbeitete Schutzengel, eine Artistin mit Vollbart und selig gesprochene Friseure, kommt ins Gespräch mit jungen Aus wanderern und tollkühnen Asphaltakrobaten. Einfühlsam, offen und lebensfroh. © Malik Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Martin Beyer liest aus Alle Wasser laufen ins Meer | Der Roman über die große, tragische Liebesgeschichte des Expressionismus. Martin Beyer erzählt von der obsessiven Beziehung des Dichters Georg Trakl zu seiner Schwester Grete und beschreibt die schöpferische Raserei und Leidenschaft junger Künstler in all ihrer Zeitlosigkeit. Sehnsucht, Besessenheit, Dekadenz - Berlin, Wien, Salzburg - Martin Beyer lässt die Boheme des 20. Jahrhunderts lebendig werden. Er erzählt von einer großen Tragödie der Literaturgeschichte und lässt ein Leben zwischen Verzweiflung und Lust literarisch auferstehen. Den jungen Dichter Georg Trakl und dessen Schwester, die Pianistin Grete, verbindet eine Zuneigung, die nicht bloß platonisch ist. Doch Grete schwärmt zugleich für Georgs schüchternen Dichterfreund Erhard Buschbeck. Während der Salzburger Kaufmannsfamilie der Niedergang droht, begeben sich die drei auf die Suche nach künstlerischer Erfüllung. Und obwohl sich ihre Wege trennen, bleiben sie einander innig verbunden. © Klett-Cotta Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Linda Stift liest aus Stierhunger | Eine junge Frau lernt eine ältere Dame kennen, die der Kaiserin Sisi ähnelt und ihr anbietet, sich einen Gugelhupf mit ihr zu teilen. Sie nimmt die Einladung spontan an. Einladung folgt auf Einladung, harmlose Museumsbesuche erweisen sich als geplante Raubzüge, auf denen etwa die Kokainspritze der Kaiserin erbeutet wird. Und bald hat auch die überwunden geglaubte Fresssucht, der "Stierhunger", wieder von ihr Besitz ergriffen. Linda Stift führt uns mit diesem Roman hinter die brüchigen Fassaden des alltäglichen Lebens, dorthin, wo der Wahnsinn stets ganz nahe ist. © Deuticke Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Stefan Beuse liest aus Alles was du siehst | Ein Ghostwriter und Biograf reist in ein US-Amerikanisches Universitätsstädtchen, um die Geschichte eines Mannes aufzuschreiben, von dem er bislang kaum mehr kennt als ein verschwommenes Foto. Sein vermeintlicher Auftraggeber entzieht sich ihm, doch die Menschen in dem Haus, in dem er untergebracht ist, behandeln ihn als einen der Ihren. Sie verhalten sich ebenso rätselhaft wie Ned, ein junger Mann, der heimlich ein Mädchen beobachtet, zu dem er sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt. Er kündigt seinen Job und widmet seine Tage fortan nur noch der Erforschung ihres Lebens. Bis er entdeckt wird und in Gefahr gerät Die Zwillinge Aaron und Lia Singer, von ihrer Mutter vernachlässigt und von ihrem Vater missbraucht, flüchten in eine Welt der Geschichten und Bilder. Eines Tages fliehen sie tatsächlich: in die Wälder, zu einer Hütte an einem See, wo sie allein mit sich sind. Doch bald wird auch die Natur zur Bedrohung. Was sich in Stefan Beuses außerordentlich spannend und suggestiv geschriebenem neuen Roman ?Alles was du siehst? zunächst wie drei ganz verschiedene Erzählungen liest, wird zunehmend und immer raffinierter zu einer großen Geschichte über das Wesen der Identität und die geheimnisvollen Kräfte, die Menschen zueinanderfinden lassen. Mehr und mehr ergänzen sich die Teile zu einer einzigen Biografie. Aber wessen? Mit seiner klaren, souverän gehandhabten Sprache, seinen poetischen Bildern und den atemberaubenden Szenenwechseln entwickelt dieser glänzende Roman einen geradezu magischen Zauber. © C.H.Beck Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Vladimir Vertlib liest aus Mein erster Mörder | In der Titelgeschichte "Mein erster Mörder" wird ein bis dahin unbescholtener Mann wegen Totschlags zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Was haben sein Vater und dessen Rolle im Zweiten Weltkrieg mit dem Sohn und seiner Tat zu tun? In insgesamt drei Geschichten zeichnet Vladimir Vertlib das Leben von Menschen, die zwischen politischer Willkür und schicksalhaften Gegebenheiten ihre Würde oder auch nur ihr nacktes Leben zu bewahren versuchen, nach: ganz ruhig und unaufgeregt, stets auf Augenhöhe mit den Menschen, ohne sich über sie zu erheben - und gerade deshalb umso spannender. © Deuticke Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Gernot Wolfgruber liest aus Auf freiem Fuß | Gernot Wolfgrubers Erstling ist einer der wichtigsten Klassiker der österreichischen Literatur, kritisch und einfühlsam zugleich: der Einzelne und die Gewalt der Verhältnisse. »In diesem Erstlingsroman wird eine exemplarische Geschichte aufgerollt«, so las man es damals in der Süddeutsche Zeitung, nachdem Gernot Wolfgrubers Roman »Auf freiem Fuß« erschienen war. Damit trat jemand auf den Plan, der das Erzählen wie selbstverständlich beherrschte und mit einem von Erfahrung geschärften Blick eine Welt ins Auge fasste, die bis dahin (und seither) kaum je für literatur'würdig' erachtet wurde: die Welt der Arbeitenden, die weiterkommen wollen auf der sozialen Leiter und doch von nichts weiter entfernt sind als davon, Karrieristen zu sein. Das gilt auch ganz entschieden für den Helden dieses Romans, der in einer Textildruckerei eine Lehre beginnt und rasch wahrnimmt, wie Arbeit und Leben immer mehr auseinanderdriften und ihn zu einem Spagat zwingen, der ihn zu Fall bringen kann. Gernot Wolfgruber bleibt diesem jungen Mann unnachsichtig, aber mit erzählerischer Loyalität an der Seite. © Jung und Jung Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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David Schumann liest aus The Tokyo Diaries | David kann es selbst kaum glauben: Morgen geht sein Flug nach Tokyo, wo er die nächsten Monate in einer Gastfamilie wohnen und an der Uni studieren wird. Was hat er sich bloß dabei gedacht? In Japan angekommen, ist er erst einmal überwältigt von der Schnelligkeit und Unübersichtlichkeit der Riesenstadt Tokyo. Hier ist er jetzt einer unter Millionen, ohne Familie und Freunde, ganz allein auf sich gestellt. Höhen und Tiefen durchlebend, schafft David es, sich zu etablieren. Er findet Freunde, Jobs und spielt bald in zwei Bands. Nur mit den Frauen läuft es so gar nicht. Eines Tages wird David von einer Fotografin auf der Straße angeworben. Auch wenn er sich nicht vorstellen kann, was er als tätowierter Ex-Punker auf so einem Shooting soll, beschließt er hinzugehen. Drei Wochen später erscheint eine Fotostrecke von ihm in einem großen Modemagazin ? © Rockbuch Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Michael Stavaric liest aus Böse Spiele | Ein Mann, der Ich-Erzähler, liebt eine Frau, die mit einem anderen Mann zusammenlebt und mit ihm ein Kind hat, was nichts daran ändert, dass sie sich immer wieder treffen und nach einander verzehren. Aber da gibt es auch noch die andere Frau, die den Ich-Erzähler vergöttert und alles für ihn tun würde, aber auch alles von ihm verlangt. Die Erste fordert, ihren Mann Robert zu töten, damit es endlich zu irgendeiner Entscheidung kommt, die andere droht mit einem Clan-Krieg, wenn er ihre Liebe verrät. Alle spielen gemeinsam das Spiel von Liebe und Begehren, Lüge und Verrat, Hingabe und Entzug, mit allen Tricks und Kniffen, leidenschaftlich, abgründig, bisweilen komisch. Ein archaisches, ein unausweichliches, ein blutiges Spiel. In seinem vierten Roman ?Böse Spiele? entwickelt Michael Stavaric ein ebenso kunstvolles wie packendes Arrangement, eine gleichzeitig durchaus realistische und doch geradezu bühnenartige Szenenfolge, die einen vollkommen in den Bann zieht. Der ewige Geschlechterkrieg wird mit originellen und wuchtigen Bildern bedacht, betörend, intelligent und mit großer emotionaler Kraft zieht einen Stavarics Roman in den Abgrund der Liebe. © C.H.Beck Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Dirk Dobbrow liest aus Späte Störung | Schlimm genug, wenn die eigene Tochter nachts einen älteren Mann mit nach Hause bringt. Noch schlimmer, wenn dieser Mann ein verdrängter alter Freund ist. Wie eine Zecke nistet sich Gideon in Franks Leben ein und vergiftet die scheinbar heile Familienwelt mit bösen Erinnerungen an eine vergessene Schuld. Es entspinnt sich ein psychologisches Drama, das dem Wahnsinn Tür und Tor öffnet. Der suggestiv-raffinierte Roman eines großen deutschen Erzähltalents. Damals, an der Schwelle des Erwachsenwerdens, war für Frank und Gideon die Begegnung mit der widerspenstigen Außenseiterin Laura ein Abenteuer, ein erstes Spiel mit dem Feuer, das Geheimnis und Gefahr verhieß. Doch der jugendliche Konkurrenzkampf um das Mädchen vom Bahndamm ging bald zu weit, und das Abenteuer endete gewaltsam. Der empfindsame Künstlertyp Gideon wird mit der Schuld nie fertig, während Frank sein Verbrechen mit beruflichem Erfolg und einem geordneten Familienleben zu verdrängen weiß. Bis der arbeitslose Gideon wie aus dem Nichts und quasi im Dunkel der Nacht in Franks heile Welt einbricht, sich mit dessen Tochter Nina anfreundet und einen Job in Franks Firma erbettelt. Mit Macht kehren Franks Erinnerungen nun zurück. War es damals nicht Gideon gewesen, der mit seiner Forderung, Laura solle nackt für ein Bild posieren, die Katastrophe heraufbeschworen hatte? Und nun will er Nina malen, weil die ihn so an Laura erinnert ? Hoch spannendes Psychodrama um vergangene Schuld und die zerstörerische Kraft der Verdrängung. © Blessing Verlag | 28.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Judith Zander liest aus Dinge, die wir heute sagten | Ein Kaff, verschüttet in der Landschaft. Bresekow erzählt. Bresekow, ein Dorf in Vorpommern. Als die alte Frau Hanske stirbt, kommt ihre Tochter Ingrid mit ihrer Familie aus Irland zur Beerdigung. Ingrid hatte Bresekow vor vielen Jahren fluchtartig verlassen. Der Besuch verändert vieles im Dorf, wirft gerade für die Familien Ploetz und Wachlowski alte und neue Fragen auf. Die Dorfbewohner beginnen zu sprechen, über ihr derzeitiges Leben und ihre Verstrickungen von damals. Bresekow war immer eine kleine Welt, eng, abgelegen und heute zudem vom Verfall bedroht. Judith Zander lässt drei Generationen zu Wort kommen. Sie erzählt mit ungeheurer Sprachkraft von einem verschwiegenen Ort im Nordosten Deutschlands, von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat, vom Leben selbst. Die Autorin wurde bei den 34. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für ihren Auszug aus 'Dinge, die wir heute sagten' mit dem 3sat-Preis 2010 geehrt. Zudem erhielt sie für diesen Roman den Preis der Sinecure Landsdorf 2010. © DTV | 27.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thommie Bayer liest aus Aprilwetter | Wann reden wir eigentlich mal über alles«, fragt Christine, ohne Benno und Daniel dabei anzuschauen. Aber im Reden sind die beiden nicht so stark. Sie machen Musik, Musik mit Seele, sie spielen gemeinsam, als wären sie ein einziger Mensch. Doch dann hält Benno es nicht mehr aus, er muss weg von Daniel, mit dem das stille Einverständnis plötzlich nicht mehr da ist. Weg auch von Christine, die ihn weniger liebt als Daniel, da ist Benno sich ganz sicher. Erst zwölf Jahre später, nach einer Odyssee durch Amerika, taucht Benno wieder auf ? und die Karten werden noch einmal neu gemischt. »Aprilwetter« ist die leidenschaftliche, bittersüße Geschichte eines Menschen, der lernen muss, sich selbst zu vertrauen, und der erst spät erkennt, wonach er sich eigentlich sehnt. Daniel, Benno und Christine ? drei Liebende, ein Betrogener, die klassische Situation. Thommie Bayer erzählt sie auf grandiose, mitreißende Weise neu und erfindet dabei einen Helden, der in seiner Selbstlosigkeit ebenso berührend wie unzeitgemäß ist. © Piper Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Ruth Johanna Benrath liest aus Rosa Gott, wir loben dich | Maries Welt gerät ins Wanken: Die religiöse Strenge, mit der ihr Vater die Familie mehr schlecht als recht zusammenzuhalten versucht, wird dem Mädchen immer suspekter. Sie findet eine aufregende neue Freundin, nur um zu erleben, wie sich diese schon bald einer anderen zuwendet. Der erste Schwarm verdreht ihr den Kopf, und ihr Körper hat plötzlich unheimlich schöne Bedürfnisse, die mit Kaubonbons nicht mehr zu befriedigen sind. Mitten in den unverwechselbaren achtziger Jahren schneidet sich ein Mädchen die Haare kurz, entscheidet sich für einen eigenen Stil und bringt damit nicht zuletzt in ihrer von Nonnen geführten Mädchenschule die Ordnung der Dinge durcheinander. Und sie entdeckt die Liebe ? die zu Ravi, einem Jungen aus ihrer Theatergruppe, aber auch die Liebe zur Mutter und die zur Literatur. Vor allem Letztere macht diesen Roman zu einer ungewöhnlichen Geschichte vom Weg zum eigenen Ich. © Steidl Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Eleonora Hummel liest aus Die Venus im Fenster | Zehn Jahre hat Alina ihre Schwester Irma nicht mehr gesehen, nun wartet die junge Frau am Berliner Ostbahnhof auf die späte Nachzüglerin. Die russlanddeutsche Familie Schmidt war Anfang der achtziger Jahre nach Dresden gekommen. Alina erinnert sich, wie sich die neue, fremde Heimat anfühlte, deren Sprache sie nicht verstand und deren Verheißungen groß schienen. Wie aus den deutschen Russen mit der Zeit russische Deutsche wurden. Und wie Oma Erika, die Donauschwäbin, vom harten Leben der Vorfahren in Kasachstan erzählte. Eleonora Hummel entfaltet in ihrem Roman die wendungsreiche Geschichte einer Aussiedler-Familie, die sich auf eine Reise ins vermeintlich gelobte Land macht und auf dem harten Boden der Realität landet. Nach einigen Jahren im DDR-Sozialismus fällt die Mauer und mit ihr der Zusammenhalt: Nun macht jeder seinen eigenen Gebrauch von der neuen Freiheit. Spannend, präzis beobachtend und mit leisem Humor schreibt Eleonora Hummel vom langen Atem der Vergangenheit, von Glücksversprechen und einer jungen Heldin auf der Suche nach sich selbst. © Steidl Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Franzobel liest aus Liebesgeschichte | Alexander Gansebohn ist mit Marie verheiratet, verliebt ist er jedoch in Dunja. Als er wieder einmal erst im Morgengrauen nach Hause kommt, stürzt sich Marie samt der Kinder aus dem Fenster. Auch Dunja will nichts mehr von ihm wissen. Er beginnt eine groteske Tour de force, die Alexander zuerst durch Wien führt, ehe er nach Jerusalem reist, um Terrorist zu werden. Doch nicht der Hass ereilt ihn dort, sondern die Liebe. Leidenschaftlich fabuliert Franzobel von der großen Liebe, diesem fragwürdig gewordenen, doch unersetzbaren Konzept des Abendlandes. Ein Roman wie die sanftmütige Ballade einer Heavy-Metal-Band. © Zsolnay Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Benjamin Lebert liest aus Flug der Pelikane | Anton hält nichts mehr. Eleanor hat ihn verlassen, sein Job als Altenpfleger bietet keine Perspektive, und in Hamburg fühlte er sich noch nie zu Hause. Sein Ausweg: Pfannkuchen backen bei Onkel Jimmy in Manhattan. Onkel Jimmys Luncheonette, das sind 30 geflieste Quadratmeter, 10 Stühle, drei Angestellte, 150 Gerichte auf der Speisekarte, Hektik am Grill, ein ständiges Kommen und Gehen ? und trotzdem so etwas wie ein Zuhause. Das liegt vor allem an Jimmy, der alles im Griff und immer ein freundliches Wort für den Gast hat, und am prompten und zuvorkommenden Service, der selbst die abwegigsten Sonderwünsche zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Jimmys Welt besteht neben der Luncheonette, dieser Insel im Trubel Manhattans, aus einer anderen, der Öffentlichkeit lange nicht zugänglichen Insel: Alcatraz. Alles, was es über die legendäre Gefängnisinsel in der Bucht von San Francisco an Informationen gibt, findet sich in Jimmys großer weißer Kiste ? und abrufbereit in seinem Repertoire von Fakten, Theorien und Anekdoten. Sein Hauptinteresse gilt dem berühmten Ausbruchsversuch von 1962, bei dem es drei Häftlingen tatsächlich gelang, die Gefängnismauern zu überwinden. Jimmys vehement vertretene Mindermeinung: Sie haben es geschafft, an Land zu kommen und eine neue Existenz zu führen. Anton gerät in den Sog dieser Geschichten und stößt dabei auf Stationen seiner eigenen Vergangenheit, denen er lieber auch entkommen wäre. Und er erkennt, warum es lebensnotwendig sein kann, daran zu glauben, dass man den Verhältnissen entfliehen kann. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Verena Roßbacher liest aus Verlangen nach Drachen | Hierher kommen sie alle: Das Kaffeehaus Neugröschl zieht die Originale der Stadt besonders an, obwohl oder gerade weil der Inhaber es nach Gutdünken öffnet und schließt und auch gern mal zur Autowerkstatt erklärt. Seine Aushilfskellnerin Klara,das geheimnisvolle Zentrum des Romans, fasziniert die unterschiedlichsten Männer und bewirkt die erstaunlichsten Metamorphosen. Am Anfang steht ein klassischer Konflikt: Der Erfinder und Vabanquespieler Roth hat wieder eine brillante Geschäftsidee in den Sand gesetzt und braucht eine neue Identität. Vor allem aber kann er sich nicht abfinden mit dem Freund seiner Tochter Klara, einem Gärtner, der auch noch vegetarisch lebt. Während Roth sich als Grün neu erfindet, erlebt Valentin Kron mit Klara eine Zeit des Glücks, der abrupte Ernüchterung folgt, als Klara das Interesse an ihm verliert und sich dem Cellisten Stanjic zuwendet. Stanjic, ein Großstadtcowboy, brütet über einer Schubert-Interpretation, betreibt nebenher einen Plattenladen und muss sich ebenfalls bald mit Klaras Wankelmütigkeit abfinden. Zu Klaras weiteren Erwählten und Verlassenen gehören der Steinesammler, Florist und Universalautodidakt Lenau und der Pianist für Bar und Orchester Wurlich. Alle frequentieren das Neugröschl, einige kennen sich persönlich, und alle treffen am Ende aufeinander ? allerdings ohne Klara. Und alle faszinieren durch Eigensinn, ausgefallene Interessen und charakterliche Unausgewogenheiten. Verena Roßbacher besitzt Phantasie, Fabulierlust, sprachliches Feingefühl und derben Humor ? und geizt nicht damit. Sie fesselt den Leser mit einer Geschichte, die um Liebe, Entwicklung und Verwandlung kreist, und mit ihrer Fähigkeit, die Figuren durch ihre Sprache kenntlich werden zu lassen. Klara und ihre Männer lassen den Leser so schnell nicht mehr los. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Lorenz Langenegger liest aus Hier im Regen | Drei Tage aus dem Leben eines Schweizer Sonderlings. Sie werden dennoch das Buch nicht aus der Hand geben wollen. Seit Robert Walsers Figuren ist wohl keiner das Selbstverständlichste, um nicht zu sagen Allergewöhnlichste auf ebenso behutsame wie bohrende Weise zum Problem geworden wie Jakob Walter, der seine Arbeit in Bern bei der Steuerverwaltung hat. Ja, Bern zum Beispiel, warum seit Jahren schon Bern? Und wo ist sein Freund Rolf, der Wirt? Wirklich ertrunken? Und was nun tun an diesem Nationalfeiertag, nachdem Edith zu ihren Eltern gefahren ist? Rolf suchen? Steuerverwaltung, Schweizer Nationalfeiertag, Edith bei den Eltern ? unspektakulärer kann das Setting eines Romans kaum sein, um nicht zu sagen ? langweiliger. Aber von wegen: einlässlicher, mitfühlender, um nicht zu sagen kurzweiliger ist sehr lang nicht vom Leben eines Menschen erzählt worden, und endlich einmal nicht, indem man es ins Komische verschiebt. Lorenz Langenegger erweist sich in seinem ersten Roman als ein höchst aufmerksamer Begleiter seines Alltags-Helden. Es sind die Momente der Verstörung, der Sehnsucht und des Trostes, mit denen der junge Autor seinem Jakob Walter die Seele gibt, die dieser sich selber kaum zugestanden hatte. Dies ist ein Buch, das zu Herzen geht und dort auch bleibt. © Jung und Jung Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Ursula Krechel liest aus Shanghai fern von wo | Ein grandioses Erzählpanorama: die jüdischen Emigranten in der internationalen Stadt Shanghai 1938.Da steht sie mitten in einer Restaurantküche in Shanghai und walkt den Teig, als ginge es um ihr Leben, und das tut es auch. Ein Strudel soll es werden, ein süßer natürlich, aber dann füllt sie, was noch übrig ist, mit zartem Gemüse, und auf einmal hat sie der chinesischen Küche etwas hinzuerfunden, was niemand mehr missen möchte: die Frühlingsrolle. Franziska Tausig ist eine von vielen, der Berliner Buchhändler Ludwig Lazarus ist ein anderer, und am Ende waren es achtzehntausend Juden, die seit 1938 eines der letzten Schlupflöcher noch nutzen konnten und so im fernen fremden Shanghai überlebten. Sie kamen ohne Visum und Illusionen mit einem Koffer und zehn Reichsmark in der Tasche, Anwälte, Handwerker, Kunsthistoriker, und wenn sie in dieser überfüllten Stadt und dem feucht drückenden Klima zurechtkommen wollten, dann waren Erfindungsgabe und Tatkraft gefordert. Nicht jeder war, nach dem, was hinter ihm lag und vor ihm, dazu imstande. Atemberaubend vielstimmig und vielschichtig erzählt Ursula Krechel davon. Aus langjährigen Recherchen entstand so der Stoff zu einem weitgespannten erzählerischen Bogen, der den Leser in eine Welt bringt, die einem näher ist als erwartet. © Jung und Jung Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Rafik Schami liest aus Das Geheimnis des Kalligraphen | In Damaskus macht ein Gerücht die Runde: Nura, die schöne Frau des berühmten Kalligraphen Hamid Farsi, sei geflüchtet. Warum hat sie ein Leben, um das viele sie beneiden, hinter sich gelassen? Oder war sie Opfer einer Entführung der Gegner ihres Mannes? Schon als junger Mann wird Farsi als Wunderkind der Kalligraphie gefeiert. Nun arbeitet er verbissen an Plänen für eine radikale Reform der arabischen Sprache, nicht ahnend, dass zwischen Nura und seinem Lehrling Salman eine leidenschaftliche Liebe ihren Anfang nimmt - die Liebe zwischen einer Muslimin und einem Christen. Der neue Roman des deutsch-syrischen Autors ist ein großer Bilderbogen der syrischen Gesellschaft, der alle Sinne der Leser anspricht. © Carl Hanser Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Norbert Gstrein liest aus Die Winter im Süden | Ein Vater und seine Tochter. Er hat sie nach dem Krieg als Kind in Wien verlassen und ist nach Argentinien gegangen, wo er jeden Sinn für die Realität verloren hat. Sie hat jahrelang Abbitte dafür geleistet, dass er im Krieg auf der falschen Seite stand. Jetzt, fast ein halbes Jahrhundert später, kommen beide in ihre jugoslawische Heimat zurück und finden dort ihre Vergangenheit wieder - und die eines ganzen Landes: Ein großer europäischer Roman von einer der außergewöhnlichsten Stimmen der Gegenwartsliteratur in Deutschland. © Carl Hanser Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Xaver Bayer liest aus Die durchsichtigen Hände | Das Leben kann einem eine Menge Rätsel aufgeben, vorausgesetzt, man schaut mit wachen Augen in die Welt. Die Luftmatratze, die hinausgeschoben wird aufs offene Meer ? welche Geschichte endet oder beginnt da? Die hermetisch verschlossene Box ? entwickelt sie sich, einmal im Zimmer abgestellt, nicht ganz schnell zum magischen Zentrum des Denkens und Handelns? Der Abstieg ? kaum glaubt man, endlich seinen Weg gefunden zu haben, weicht das Vertraute neuerlich zurück. Und man selbst, kann man sich denn wenigstens auf sich selbst verlassen? Darauf, daß man richtig wahrnimmt? Richtig reagiert? Etwa wenn der Schrei eines Mädchens durch die Wände dringt oder wenn bei einer Wanderung zu den Quellen des Wasserfalls einer nach dem anderen zurückbleibt? Nicht unbedingt. Und dennoch liegt über den Erzählungen ein gelöster, heiterer Ton. Sehnsucht verschränkt sich gern mit ironischer Distanz, Utopie mit früher Abgeklärtheit, der Weg zum anderen endet in einer eleganten Pirouette ? man zieht den Hut und grüßt erst wieder aus der Ferne. Diese Geschichten sind voller Esprit, Lust am Gedankenspiel, voller überraschender Einfälle und Wendungen, doch unter der sich in zahlreichen Facetten spiegelnden Oberfläche ruht die Art von ernsthaften, existentiellen Fragen, die jede Generation neu für sich beantworten muß. © Jung und Jung Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Norbert Gstrein liest aus Die englischen Jahre | Die "Arandora Star", ein ehemaliger Luxusdampfer unter britischer Flagge, wird 1940 auf ihrem Weg nach Neufundland torpediert und versenkt. An Bord über tausend Internierte, sogenannte feindliche Ausländer, darunter auch ein Gefangener, dessen Identität unklar ist. Von diesem Schiffsuntergang erfährt mehr als fünfzig Jahre später eine junge Frau, als sie die Spur des aus Österreich stammenden Schriftstellers Gabriel Hirschfelder verfolgt. Bei ihren Nachforschungen gelangt die junge Frau schließlich auf die Isle of Man, wo damals jüdische Flüchtlinge und Nazisympathisanten in Internierungslagern zusammengesperrt waren. © Carl Hanser Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Norbert Niemann liest aus Willkommen neue Träume | Von mitreißender Vielfalt und erzählerischer Kraft: Asger Weidenfeldt, ein junger, erfolgreicher Fernsehjournalist in Berlin, spürt, dass er das wirkliche Leben verpasst. Er legt eine Pause ein, fährt zurück in die Heimat, wo seine Mutter Clara, eine gealterte Schauspielerin, vom vergangenen Ruhm zehrt. Als Clara zur Rückkehr des verlorenen Sohns ein großes Fest organisiert, prallen die Generationen, Lebensentwürfe und Träume aufeinander. Es kommt zur Explosion. Ein grandioser Gesellschaftsroman von einem der derzeit provokativsten, kraftvollsten Autoren in Deutschland. Niemann nimmt in den Menschen eines Dorfes das Ganze unserer Gegenwart in den Blick. © Carl Hanser Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Julia Zange liest aus Die Anstalt der besseren Mädchen | Loretta ist Mitte Zwanzig und so erwachsen wie Kate Moss. Sie weiß, was ihr steht, bewegt sich in Künstlerkreisen, führt die Coverversion eines hippen, bohemistischen Lebens. Sie ist nicht zimperlich, aber im praktischen Leben von ihrem Freund Malte abhängig: Findet sie am Morgen keinen To-do-Zettel von ihm vor, streift sie ziellos durch Berlin. Die Stadt mit ihren verwitterten Häusern, wilden Menschen und Tieren ist ihre Feindin und beste Freundin. Loretta steckt in einem Kokon aus Mode und Verführungskraft, Realitätsflucht und Kindlichkeit fest. Oder liegt in ihrer Mädchenhaftigkeit gerade ihre besondere Stärke? Loretta wird schwanger. Ein selten bezauberndes Mädchen kommt neben den Umkleidekabinen eines Dessousgeschäfts zur Welt. Für die junge Mutter beginnt eine neue Phase der Verzweiflung. Sie muß verhindern, daß ihr kleines, schönes Ebenbild ein selbstverliebtes Mädchen-Mädchen und ihr zur Konkurrentin wird. Loretta fällt endlich eine Entscheidung und haut ab. Sie gerät in eine Art Mädchen-Camp, eine pastellen süße Welt mit eigenen Regeln. Ob dort eine neue feministische Utopie gelebt, eine Reality Show gedreht oder schlicht eine niedlich verbrämte ABM für gescheiterte Frauen angeboten wird, ist zunächst nicht klar. Tappt Loretta in die nächste liebliche Falle? © Suhrkamp Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Maximilian Dorner liest aus Mein Dämon ist ein Stubenhocker | Maximilian Dorner ist jung und begabt, und seit zwei Jahren ist er behindert. In seinem Tagebuch "Mein Dämon ist ein Stubenhocker" schreibt er in bisher unbekanntem Tonfall über seinen neuen Alltag - mal mild und leise, mal traurig, oft sehr komisch und immer messerscharf beobachtet. © Zabert Sandmann Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Marie Fadel und Rafik Schami liest aus Damaskus. Der Geschmack einer Stadt | Sehen, fühlen, schmecken, riechen, hören - wer sich von Rafik Schami und seiner Schwester Marie Fadel zu einem kulturellen und kulinarischen Spaziergang durch ihre Heimatstadt Damaskus verführen lässt, entdeckt das Geheimnis der Königin des Orients mit allen Sinnen. Man taucht ein in die bunte Vielfalt der Damaszener Altstadt und die dazugehörigen Lebensgeschichten, meint Kardamom und Koriander auf dem Gewürzmarkt zu riechen und kann die Rufe der Straßenverkäufer und Kaffeehauserzähler hören... Dabei kommt man buchstäblich auf den Geschmack: Zahlreiche Originalrezepte regen zum Nachkochen an. Augenschmaus und Lesefutter im wahrsten Sinne des Wortes! © Sanssouci Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Daniel Grohn liest aus Kind oder Zwerg | Der Journalist Poninger läßt sich als vermeintlicher Patient in eine psychiatrische Klinik aufnehmen, um eine Reportage über dort vermutete Mißstände zu schreiben. Die ihn behandelnde junge Ärztin möchte der Ursache seiner Erkrankung durch eine Gesprächstherapie auf die Spur kommen. Die auftauchenden Erinnerungen an Erlebnisse mit seiner Exfreundin, der Filmemacherin Rabea, beginnen Poninger selbst zu beunruhigen ? und den Leser mit ihm ?, eine Beunruhigung, die zunimmt, als seine Recherchen in der Klinik anfangen, sich gegen ihn zu wenden. Die Geschichte von der (wahn)schöpferischen Kraft einer verlorenen Liebe. Daniel Grohn gelingt in seinem Debütroman ein psychologisch ausgefeiltes Spiel mit dem Leser. © DVA | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas von Steinaecker liest aus Wallner beginnt zu fliegen | Wallner beginnt zu fliegen ist ein Familienroman, eine Saga über drei Familiengenerationen. Und ein Roman über die Frage, ob man Familiengeschichte erzählen kann, wie sie wirklich passiert ist. Ein faszinierendes Debüt in drei Kapiteln: Ein Wirtschaftsroman, ein Musikerleben und ein Frauenschicksal. Stefan Wallner, verheiratet mit der Deutsch-Rumänin Ana, hat sich mit seiner Firma für Landmaschinen eine Heimat geschaffen. Der berufliche Erfolg ließ ihn seine katastrophale Vaterbeziehung vergessen. Aber über die Jahre hinweg, in denen die Firma floriert, schließlich mit einer anderen fusioniert und an die Börse geht, bröckelt das enge Verhältnis zu den Mitarbeitern innerhalb des Betriebs. Wallner fühlt sich verfolgt, wittert eine Verschwörung. Sein Sohn Costin ahnt von der beginnenden Paranoia seines Vaters nichts. Doch was bei Stefan Wallner nur im Kopf stattfindet, das erlebt Costin, der sich durch sein Leben und seine Rollen wie durch eine Fernsehserie zappt. Er macht Karriere als Superstar einer vom Fernsehen gecasteten Popgruppe, er lebt Alternativkarrieren als Synchronsprecher in einem Hitler- Zeichentrickfilm oder als Ex-Promi in einer Reality-Show. Er gründet ein Rock-Label, lebt mit Romy zusammen, der Sängerin der Gruppe ?Erich?, und erfährt erst spät von seiner unehelichen Tochter Wendy. Wendy trifft ihren Vater zum erstenmal kurz vor ihrer Volljährigkeit. Die Mutter hatte ihr das Verhältnis mit Costin verschwiegen. Doch kaum hat sie ihren leiblichen Vater kennen und lieben gelernt, da stirbt Costin. Als Wendy sich nach dem Tod Costins daran macht, ihre Familiegeschichte zu rekonstruieren, fällt es ihr bald schwer, zwischen Lebenslügen, Irrtümern und der nachrecherchierten Wirklichkeit zu unterscheiden. © Frankfurter Verlagsanstalt | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Paul Brodowsky liest aus Die blinde Fotografin | Konzentrier dich, sagte sie, deine Bilder, du sollst sie mir beschreiben, ich will alle deine Eindrücke, sagte sie, möglichst genau. « Eine Fotografin verliert ihre Sehkraft, sie beauftragt ihren Freund, ihr zu beschreiben, was er sieht. Er hetzt durch die Stadt, sammelt Eindrücke, will die Erblindende in der Welt der Farben und Formen halten ? während sie längst ihren Abschied inszeniert, ihr letztes, ein existentielles Foto. Ein junger Komponist bemerkt, daß seine Freundin eine Affäre mit seinem Freund und Konkurrenten hat, ein schlafloser Stalker irrt durch das nächtliche Berlin und fühlt sich zunehmend selbst beobachtet, beinahe bedroht. ? Paul Brodowsky erzählt von den Kippmomenten in Beziehungen, beschreibt das Augenaufreißen kurz vor der Verzweiflung oder der Entscheidung. Seine Figuren machen flüchtige Kontakte in der U-Bahn, jagen dem Geheimnis des Gegenübers hinterher und geraten in fremde, exotische Räume. Sie gehen durch die Nacht und versuchen sich das Geschehene zu erklären. Sie verlieren das Bewußtsein und gewinnen Einblick in ihre Obsessionen ? dabei überlagern sich Einbildung und Erinnerung, überscharfe Wahrnehmung und Wahnvorstellung. Wie eine Sammlung von Polaroids legt Paul Brodowsky die Bestandteile seiner Erzählungen nebeneinander, die Nähe zwischen den Figuren setzt sich aus Bewegungen zusammen, die fragmentarisch bleiben, selten ein ganzes Bild ergeben ? und zugleich in ihrer Atemlosigkeit einen großen Sog entfalten. © Suhrkamp Verlag | 25.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Matthias Hirth liest aus Angenehm | Auf einer tunesischen Ferieninsel lernt ein junger Schriftsteller den Jesuiten Joseph Kuklinsky kennen. Dieser stellt sich als Mitglied einer Ethikkommission vor und verwickelt den jungen Mann in teils philosophische, teils seltsam indiskrete Gespräche. Nach kurzer Zeit bietet er ihm an, für einen hohen Geldbetrag Geschichten zu schreiben, über deren Inhalt er frei entscheiden kann. Die einzige Hilfestellung: Erklären Sie jemandem den Menschen, der den Menschen nicht kennt. Bald stellt sich heraus, dass Kuklinskys Vorhaben von einem internationalen Software-Konzern finanziert wird und Teil eines groß angelegten Projekts zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz ist. Der Name des Projekts lautet KIND (Key Intentional Net Debutant). Die Texte, die im Zuge der sonderbaren Freundschaft der beiden entstehen, dienen als Übungswelten ? ein Pendant zur genetischen Vororganisation des menschlichen Gehirns. Die erwachende Künstliche Intelligenz soll so in die Lage versetzt werden, eine eigene Erlebnisfähigkeit zu entwickeln. In dem jungen Mann regt sich Widerstand gegen ein Projekt, dessen Charakter er nicht durchschaut und das er mit immer extremeren Geschichten zu beeinflussen versucht ? Matthias Hirths Debütroman ist Wissenschaftskrimi und poetologische Versuchsanordnung zugleich. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was ist nach aktuellem Forschungsstand Bewusstsein? Wie lässt sich das spezifisch Menschliche des Denkens und Fühlens darstellen ? und kann eine Maschine es erlernen? Ergebnis ist eine faszinierende Reise in das menschliche Ich, wie es sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts darstellt: über die Phänomene Macht und Intrige, Normalität und Wahnsinn, Seele und Sinnlichkeit, bis an die Ränder der Liebe und in ihr Zentrum hinein. © Blumenbar Verlag | 23.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Andreas Neumeister liest aus Könnte Köln sein | Zustände wie im alten verglichen mit Zuständen wie im neuen Rom. Könnte Köln sein. Die Stadt, in der wir leben, die komplett von Menschen gemachte Welt, das ist es, was Andreas Neumeister interessiert. In seinem neuen Buch nimmt er urbane und pseudo-urbane Architektur in den Blick, sei es in München, Mexiko-Stadt, in Los Angeles oder im realkapitalistischen Moskau. Von den Hütten zwischen Stadtautobahnschleifen zu den Regierungspalästen in zentraleren Lagen: Andreas Neumeister fällt erzählend gerne mit der Tür ins Haus, zoomt mitten hinein in die gebaute deutsche Horrorgeschichte, durchmisst Megastädte und Stadtrandwahnsinn. Wie spiegelt sich Politik in Gebäuden? Wie modern kann eine faschistische Parteizentrale aussehen? Bilbao-Effekt klingt gut, Wohlfühlbahnhof noch besser. Wen vereinnahmt die Stadt? Und wen spuckt sie wieder aus? Wem gehört die Straße zwischen all den Gebäuden, die in Stadtzentren seltsam autistisch herumstehen? © Suhrkamp Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Stefanie Geiger liest aus Der Eisfürst | Ein verrückter Schriftsteller trifft auf der Straße eine Figur aus einem seiner Bücher. Ein verträumter Physikstudent verliebt sich in eine schöne Buchhändlerin. Ein Mann, den man ?Eisfürst? nennt, verspeist Frauen mit Haut und Haaren und verschwindet spurlos. Eine Liebe zerbricht wegen einer Freundschaft. Eine Schwangerschaft. Ein Betrug. Das alles in München, Anfang der 70er Jahre. Am Küchentisch in einem alten Haus versucht eine junge Frau in nächtlichen Gesprächen mit ihrer Mutter sich einen Weg durch dieses Dickicht von Geschichten zu bahnen. Als sie eine Einladung von ihrem Vater, dem Eisfürsten, erhält, fährt sie nach Sylt, um ihn, zum ersten Mal in ihrem Leben, zu treffen. Es wird eine Reise in ein einsames Hotel, das lediglich von einem zerstrittenen Paar, einem lispelnden Rezeptionisten mit zu großen Schneidezähnen und einer kauzigen Putzfrau bewohnt wird; eine Reise, an deren Ende die junge Frau mehr über ihre Mutter, ihren Vater und nicht zuletzt über sich selbst erfährt, als ihr lieb ist. ?Keine Geschichte ist zu klein, um sich darin zu verstecken.? In ihrer Geschichte zeichnet Stefanie Geiger mit feinem Humor das berührende Doppelporträt einer jungen Frau und ihrer Mutter, die sich beide nicht gegenüber der Welt der Tatsachen geschlagen geben möchten und sie sich deshalb stets aufs neue zurechtlegen. Mit seinen Anklängen an ?1001 Nacht? und Andersens Märchen zeigt ?Der Eisfürst?, welche Kraft dem Geschichtenerzählen innewohnt: Die Sehnsüchte, die es weckt, und die Verwirrung, die daraus entsteht, wenn man am Ende lernen muß, daß jede neue Perspektive eine neue Wirklichkeit hervorbringt. Poetisch-präzise, mal hochkomisch, mal tieftraurig, führt Stefanie Geigers außergewöhnliches Debüt dabei genau das vor Augen, wovon es erzählt: Daß Geschichten verzaubern können. © C.H.Beck Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Palzer liest aus Pony | Vorhin, immer noch auf dem Bett, kam mir der Gedanke, zu beichten; nicht einem windigen Gott, mir selbst. Ich sagte mir, daß es unterhaltsam sein müßte, sich vor dem eigenen Ich zu offenbaren. Ich bin aufgestanden und habe mich an den Schreibtisch gesetzt. Ich habe Papier genommen und habe angefangen zu schreiben. Ich schrieb und fing an, mich zu erinnern. Ich entdeckte, daß in der Erinnerung eine Menge Trost liegt. In der Erinnerung wird sich das Ich transparent ? und vermutlich nur dort. Wenn ein Mann auf die vierzig zugeht, muß er sein Leben mit der Vergangenheit beleihen, will er seiner Existenz noch Fülle geben ? oder wenigstens den Anschein davon. Ich will von einer Frau erzählen, die in meinem Leben eine besondere Rolle gespielt hat; vielleicht spielt sie diese Rolle auch nur deshalb, weil ich zufällig gerade an sie denke. Ich erzähle von einer Frau, die ich nicht geliebt habe. Ich erzähle von dem Kraftfeld, das zwischen Anziehung und Abstoßung liegt, zwischen Entweihung und Anbetung. In diesem Rhythmus vollzieht sich das Leben. © Belleville Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Palzer liest aus Ruin | Auf der Beerdigung seines Vaters, eines Kunsthändlers, kommt Viggen mit einer Frau ins Gespräch. Irgendein Geheimnis umgibt diese Person. Zwei Tage nach der Trauerfeier verabredet er sich mit ihr. Viggen, der mit Filmrechten handelt und dessen fast fünfzigjähriges Leben grau und routiniert geworden ist, sieht durch Dora alles in neuen, kräftigen Farben. Er ist von dieser Frau fasziniert, die ihm so nah, so vertraut ist. Vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben fühlt er sich verstanden. Er führt sie in die Münchner Gesellschaft ein, nimmt sie mit auf seine Reisen. Auch Dora, die gleichfalls in einer Existenzkrise steckt, fällt es zunehmend schwerer, sich Viggen zu entziehen. Was sie hindert, ist etwas, das nur sie allein weiß. Nach einem gemeinsamen nächtlichen Bad im Starnberger See bemerkt Viggen, daß Dora sich verändert hat. Sie wirkt in sich gekehrt, verschlossen, beinahe abweisend. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Ruin ? eine Liebesgeschichte, gewiß. Auch ein Gesellschaftsroman. Und ein Buch über die Mysterien von Verlust und Neubeginn. © Blumenbar Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Klotz & Dabeler liest aus Aus dem Leben des Manuel Zorn | Berlin ist Hauptstadt und damit in aller Munde ? und Deutschland bekommt genau die Metropole, die es verdient ... Das Berlin, das Almut Klotz und Reverend Christian Dabeler beschreiben, ist dementsprechend weder die coole Szenestadt aus dem »Polylux«-Think-Tank noch ein Kneipenparadies für Zuwandererkids. Das Berlin dieses Romans ist ein Moloch ohne Prenzelberg-Kuscheligkeit. Der Blick, den die Autoren durch die Augen ihrer Protagonisten auf die Stadt werfen, ist sarkastisch, zugleich aber auch traumhaft versponnen: Der Realität ist so oder so nicht zu trauen, real erscheint nur noch das Geschäft mit dem intensiven Erlebnis. Kein Wunder, dass die beiden nur scheinbar höchst unterschiedlichen Protagonisten in einer Agentur aufeinander treffen, die Erinnerungen gegen Cash anbietet ? der »Agentur für Schlüsselszenen«. In diesem Roman dreht sich alles um die Unbehaustheit im Sinne eines Alfred Döblins: Das bisschen Mensch steht seiner eigenen Umgebung fremd gegenüber ? Jäger werden zu Gejagten und nichts bleibt wie es war. Kurz: ein irrwitziger Reigen um Identitäten und Intrigen, der ein vollkommen neues Licht auf Berlin wirft. © Ventil Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Georg M. Oswald liest aus Vom Geist der Gesetze | Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand», sagt ein Sprichwort, und doch will ein jeder seine Geschicke selbst lenken. Da ist ein ebenso eingebildeter wie brillanter Strafverteidiger, der sich von seinen Mandanten teuer bezahlen lässt, aber nicht alles erkennt, was ihm persönlich droht. Da ist eine Anwältin, seine Frau, der übel mitgespielt wird, die sich jedoch zu wehren weiß. Und da sind die: ein junger Aufsteiger, ein melancholischer Provinzpolitiker und ein Drehbuchautor mit Schreibhemmung, dessen Freundin ihm beibringen will, wie man Rückgrat zeigt. Sie alle und viele andere mehr führt ein kleiner Unfall vor die Schranken des Gerichts. Sie hauchen dem Geist der Gesetze Leben ein, und beinahe alles, was sie sagen oder tun, lässt sich gegen sie verwenden. Georg M. Oswalds neuer Roman - reich an Perspektiven und doch auf ein Zentrum hin gerichtet, anschaulich, lebendig, mit Sogkraft und feiner Ironie erzählt - handelt von Menschen, für die Gesetze gemacht sind, ob sie sich daran halten oder nicht. © Rowohlt Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Norbert Niemann liest aus Schule der Gewalt | Frank Beck, 38, ist unsicher, unzufrieden und völlig ausgebrannt. Als Lehrer fühlt er sich zu Nadja, einer klugen, unerreichbaren und selbstsicheren Schülerin, hingezogen. Sofort geht das Gerücht einer Affäre um, erste Drohungen und gewalttätige Ausbrüche folgen. Norbert Niemann erzählt in seinem zweiten Roman erneut aus dem wirklichen Leben - von einer Liebe, die vielleicht gar keine ist, und von Gewalt, die niemand begreifen kann. © Carl Hanser Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Norbert Niemann liest aus Wie man's nimmt | Das Leben des Restaurators Peter Schönlein kennt keinen Mangel, alles ist wie ein wunderbarer Film. Als seine Frau Christa für ein paar Tage wegfährt, trifft er eine junge Frau, und sein Leben gerät ins Schwanken. Niemann legt mit seinem furiosen Debüt die Gefühls- und Existenzzweifel seiner Generation frei, die, in der Medienwelt groß geworden und von ihr erzogen, sich selber und der Realität nicht über den Weg traut. © Carl Hanser Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Meinecke liest aus Feldforschung | Wieso schaltete das Ehepaar Richard Gere und Cindy Crawford eine ganzseitige Anzeige in der Times, um klarzustellen, daß ihr gegenseitiges Verlangen heterosexueller Natur ist? War Patti Smith wirklich mit Robert Mapplethorpe verheiratet? Ist es Zufall, daß die Stonewall Riots 1969 am Tag nach der Beerdigung von Judy Garland begannen? Die Erzählungen von Thomas Meinecke speisen sich aus Gerüchten, Zeitungsmeldungen und Abhandlungen verschiedenster Provenienz und befassen sich mit historischen Kippmomenten der sexuellen Kulturen. Sie bilden den narrativen Beitrag zu einer Ausstellung im Museum Ludwig über die Konstruktionen von Sexualität und Identität, die Erosion scheinbar gesicherter Geschlechteridentitäten ? und deren Spiegelung in der Kunst. © Suhrkamp Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Thomas Meinecke liest aus Musik | Die Geschwister Karol und Kandis leben zusammen in Wolfratshausen. Sie erforschen die Umgebung nach den Spuren von D.H. Lawrence und Frieda von Richthofen, Rainer Maria Rilke und Lou Andreas-Salomé. Auch die ehemaligen Dynamit-Werke erregen ihr Interesse. Karol arbeitet als Flugbegleiter bei der Lufthansa. In seiner Freizeit widmet er sich Resignifizierungen der Musik: wenn leichtverständlicher Swing zu schwierigem Bebop umkodiert wird oder Disco als House Music erneut in den Underground abtaucht. Karol gerät in den süßen Bann der Queer Music und der Ästhetik des Camp, die er mit seinen Kolleginnen und Kollegen in diversen Hotelzimmern der Welt auslotet. Seine heterosexuelle Orientierung erkennt er dabei gleichsam als das Andere der Homosexualität. Kandis ist Schriftstellerin, zieht sich hin und wieder in eine Almhütte zurück und beschäftigt sich mit historischen Ansätzen zu Weiblichem Schreiben. Die Figuren ihres gerade entstehenden Romans, König Ludwig I. von Bayern, König Ludwig II. von Bayern, Lola Montez, Claudia Schiffer und viele andere mehr, wollen am selben Tag wie sie Geburtstag haben. Der Tag ist gleichzeitig der Todestag von Friedrich Nietzsche und Aaliyah. In wachsender Überschneidung ihrer Themen tauschen sich Karol und Kandis aus und landen dabei unweigerlich bei der Frage: Was ist eigentlich ein Mann? © Suhrkamp Verlag | 22.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Moritz von Uslar liest aus Deutschboden | Willkommen in jenem unbekannten Land, das Deutschland heißt. Moritz von Uslar geht in eine Kleinstadt im Osten Deutschlands, er bleibt drei Monate und kehrt mit dieser großen Erzählung, einer Geschichte der Gegenwart, die gleichzeitig Reportage und Abenteuerroman ist, zurück. Draußen, vor der Großstadt, wo Hartz IV, Alkoholismus, Abwanderung und Rechtsradikalismus angeblich zu Hause sind: Hier beginnt diese Geschichte. Der Reporter sucht nach einem Ort mit Boxclub und Kneipe und findet ihn im Landkreis Oberhavel, gut eine Autostunde nördlich vor Berlin. Pension Heimat, Franky?s Place, Gaststätte Schröder: Pils am Tresen, Diktiergerät am Mann. Der Reporter hört zu, guckt zu, trinkt mit, trainiert mit, labert mit, und am nächsten Morgen steht er wieder da. Es erscheinen der Kneipenchef Heiko, der Geschichtenerzähler Blocky, der tätowierte Punk Raoul, und damit ist der Zugang eröffnet: zu den Proben der Band »5 Teeth Less«, zu Grillfesten mit Deutschlandfahne, zum Abhängen am Kaiser?s-Parkplatz und an der Aral-Tankstelle ? und zum Alltag junger Männer, die vielleicht keine großartige Zukunft haben, aber einen ziemlich guten Humor. Die präzisen Beobachtungen, im Wortlaut mitgezeichneten Gespräche, die Gags, Sprüche, Märchen und Blödeleien und die Fülle absurder, rührender und furchterregender Alltäglichkeiten entwickeln einen Sog, der den Leser hineinzieht in das Leben in der ostdeutschen Kleinstadt. Das ist klassisches und das ist modernes Reportertum. Moritz von Uslar besitzt den Mut, die Ausdauer und das Einfühlungsvermögen, um zu zeigen, dass Wirklichkeit immer jener Ort ist, der jenseits der Erwartung liegt. In diesem Buch ist Platz für allerhand Abstrusitäten, bloß für keine Trostlosigkeit. Deutschboden leuchtet ? es ist das Licht der Tankstelle an der Ausfallstraße nachts um halb eins. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 21.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
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Harriet Köhler liest aus Ostersonntag | Dies ist eine ordentliche Familie ? hier spricht man nicht miteinander. In ihrem beeindruckenden Debüt erzählt Harriet Köhler von vier Menschen, die ihre Familie am liebsten loswerden würden. Aber es bleiben die Wut, das Unverständnis, die Angst vor dem Altwerden und die Sehnsucht nach Anerkennung und Anteilnahme. Heiner war immer nur klug, früher einmal Professor für Insektenkunde. Jetzt sitzt er zu Hause vor dem Discovery Channel und versucht vergeblich zu verbergen, dass das Ende bereits angefangen hat. Er beobachtet erste Anzeichen einer Demenz an sich. Eine Katastrophe für jemanden, der sich hinter seiner Klugheit immer bestens verstecken konnte ? vor dem Leben und den Ansprüchen, die eine Familie stellt. Ulla war immer nur schön. Sie war das, was man eine perfekte Professoren-Gattin nennt. Gekonnt richtete sie das Leben für sich und ihre Familie ein ? mit Tipps aus Feinschmecker und Elle Bistro. Seit Heiner den ganzen Tag zu Hause ist, kostet sie das immer mehr Kraft ? ihre gelegentlichen Affären sind da nur ein billiger Trost. Aber zu Ostern, wenn die Kinder nach Hause kommen, soll noch einmal alles perfekt sein. Linda hatte immer schon viel Talent. Sie ist erfolgreiche Kolumnistin. Von ihrer Familie will sie nicht viel wissen, sie war ihr immer schon peinlich. Auch ihrem kleinen Bruder Ferdinand geht sie lieber aus dem Weg. Ferdinand, der gerade wieder bei einer Frau rausfliegt oder ein Studium schmeißt, treibt durch Berlin ? bis die Nacht ihn vor die Füße einer Ex-Freundin spült. Maria nimmt ihn mit, und als sie ihm am nächsten Morgen alte Post übergibt, ist da ein Brief von seiner Schwester Friederike. Friederike, die bei einem Unfall tödlich verunglückt ist. © Kiepenheuer & Witsch Verlag | 21.12.10 | Kostenlos | In iTunes ansehen |
| Insgesamt: 251 Folgen |
Kundenrezensionen
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Wer viel liest und einen guten Überblick bekommen will, was so an Büchern erscheint, ist hervorragend bedient und hat viel Freude.






