2 Titel, 7 Minuten

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Bewertungen und Rezensionen

Claudia We.

Make love not war

Welch wichtige Message verkündet von zwei großartigen Menschen mit wunderbaren Stimmen. Die Genres Pop und Classic vereint, so wie es nur zwei Freunde können. Das Ganze für einen guten Zweck und mit einer sehr persönlichen Geschichte dahinter. Besser geht es nicht! So kann es Weihnachten werden.

Besser als Nevio Passaro die Intention, Bedeutung und Entstehung des Songs erläutert hat, kann ich es nicht - deshalb möchte ich hier seine Worte zitieren:
"Was ich erlebe, mache ich zu Musik. Dazu gehören auch sehr private Angelegenheiten.
Je länger ich über 30 bin, desto häufiger muss ich die Frage beantworten, was denn nun ist mit Familiengründung. Und ich gebe gerne zu, so langsam wächst mein Kinderwunsch. Ich fühle mich bereit Vater zu werden. Diese Sicherheit ist ein Grund zur Freude, für mich gleichzeitig aber auch ein Grund zu großer Unsicherheit. Jeden Tag verfolge ich die Nachrichten. Nach den Anschlägen von Paris hat die Terrorgefahr auch in Europa eine größere Bedeutung. Ist das die passende Zeit und Umgebung, ein Kind in die Welt zu setzen? Mein ehemaliger Kommilitone, Musikerkollege und Freund Domenico Re ist vor wenigen Monaten Vater geworden und muss sich genau diesen Sorgen stellen. Wir haben viel über die Verantwortung philosophiert, die mit dem Vaterwerden in diesen Zeiten verbunden ist. Wie geht es dann wohl erst Eltern, die ihre Kinder in einem Land, in dem Krieg herrscht, großziehen müssen? Und wenn zwei Musiker intensiv über etwas grübeln, wird aus Gedanken leicht Musik. So ist die Idee zum Duett „Piccolo re (Make love not war)“ entstanden, das vor wenigen Tagen erschienen ist und gerade jetzt mehr zur aktuellen Weltlage passt denn je. Der Song darf nicht länger in unserer musikalischen Schublade warten!

Wie wir alle wissen, steht Europa vor einer seiner größten Herausforderungen.
Vor wenigen Wochen durfte ich am 25. Jahrestag der Deutschen Einheit mit meiner Band ein Livekonzert am Brandenburger Tor spielen. Ich habe kurzfristig einen Song meiner Setliste gestrichen, um etwas mehr Redezeit zu haben: [...]
Als Musiker habe ich auf der Bühne öfter als andere die Chance, von vielen Menschen gehört zu werden. Und in diesen Tagen ist es besonders wichtig, laut zu sagen, dass Fremdenfeindlichkeit keinen Platz haben darf.
Ich möchte davon aber nicht nur reden und singen, sondern einen handfesten Beitrag zu einem bunten Deutschland leisten, das Menschen, die gezwungen sind, vor Krieg und Not zu fliehen und ihre geliebte Heimat verlassen müssen, herzlich willkommen heißt.
Gerade arbeite ich nebenbei ehrenamtlich als Deutschlehrer in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin. Als studierter Diplom-Simultandolmetscher habe ich es ja zur Sprache nicht weit. Und so stand ich eines Tages vor meiner „Klasse“ aus Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern – unter anderem aus Syrien, Afghanistan und Albanien. Es gab keine Vorgaben, wie die Stunde abzulaufen hatte. Es gilt, sich selbst zu organisieren. Deutschunterricht kindgerecht und gleichzeitig für Erwachsene effektiv zu gestalten, brachte mich sehr schnell an den Rand meiner pädagogischen Fähigkeiten. Die Musik kam mir zu Hilfe. Ich brachte schließlich meine Gitarre mit zum Unterricht und gemeinsam stellten wir fest, dass „Bruder Jakob“ nicht nur auf Deutsch existiert. Alle konnten mitsingen, jeder in seiner Sprache.
Gerade die Begeisterung der Kinder beim Singen zu sehen, hat mich besonders berührt. Sie sind mit den Bildern von Zerstörung und Tod im Kopf gebrandmarkt und können rein gar nichts für den Krieg, den die Welt der Erwachsenen verursacht.

Diesen Gedanken beinhaltet unser Song „Piccolo re (Make love not war)“, was auf Deutsch „kleiner König“ bedeutet. Mein Duettpartner und ich stellen uns einen Jungen vor, der in einem Kriegsgebiet aufwächst, eine Straße entlangläuft, die nicht mehr als solche zu erkennen ist. Ihn trifft keine Schuld an seiner zerstörten Heimat. Wie werden ihm wohl seine Eltern erklären, warum gerade er inmitten von Gewalt und Gefahr aufwachsen muss? Einer meiner Lieblingsfilme, „La vita è bella“ („Das Leben ist schön“) von Roberto Benigni aus den 90ern, hat mich dabei persönlich besonders inspiriert. Würden die Eltern unseres kleinen Königs ihm den Krieg vielleicht auch als Spiel erklären? „Nach draußen zum Spielen darfst du nicht, weil du der König hier im Haus bist und deine Untertanen beschützen musst“ heißt es mitunter in unserem Song. Und wie werde ich mal meinen eigenen Kindern beibringen, dass Terror und Krieg in unserem Leben Thema sind?

Musikalisch haben wir Fremdes zusammengeführt: Domenico Re ist in Italien Berufstenor, hat eine klassische Gesangsausbildung, arbeitet an verschiedenen Opernhäusern in Bologna und Mailand und singt z.B. „La traviata“ von Giuseppe Verdi oder auch Werke von Meistern wie Rossini oder Puccini. Mein künstlerisches Zuhause ist die Popmusik und seit mehr als zehn Jahren darf ich von ihr leben. In „Piccolo re (Make love not war)“ haben wir also Pop und Klassik zusammengebracht.
Was in der Musik so einfach geht, wünsche ich mir auch für alle Menschen in Deutschland – dass aus vermeintlich Fremdem etwas Neues entsteht. Je bunter Deutschland, desto reicher werden wir in allen Bereichen unseres Lebens, nicht zuletzt in der Musik, Kultur, Politik und vor allem auch zwischenmenschlich. Diese Entwicklung ist ungemein inspirierend. Wir müssen sie nur zulassen und wollen, neugierig und mutig sein.

Make love not war.
Nevio Passaro
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Nicht nur die Einnahmen der Single, sondern nun auch die Hälfte des Erlöses des Albums gehen als direkte Spende in Form von Musikinstrumenten und Lehrmaterial an das Flüchtlingsheim, für das sich Nevio Passaro persönlich engagiert.
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Die Single „Piccolo re (Make love not war)” und das Album “Berlino reloaded” sind die vorerst letzten italienischsprachigen Projekte des deutsch-italienischen Künstlers, Songwriters und Produzenten Nevio Passaro, bevor er 2016 erstmalig ein Album komplett in deutscher Sprache veröffentlicht ..."

Silke Hi

Ein wirklich wundervoller Song!

Ein absolut großartiger Song! Das Duett mit Domenico Re, einem bekannten italienischen Tenor, beeindruckt mich ganz besonders. Ein musikalisches Werk, das Klassik und Pop auf so natürliche Weise vereint, wie man sich das von den Gegensätzen der heutigen Zeit nur wünschen kann. Ein musikalisches Wer mit einer, gerade in der heutigen Zeit, so passenden Message. make love not war! Wundervoll!

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